Biedron Wobbler, mein Test

Beim Stöbern im Board bin ich eher zufällig auf den Thread mit den Biedron Wobblern aufmerksam geworden. Nachdem ich mir den Text zu den Wobblern durchgelesen hatte kam gleich das Verlangen diese Wobbler einmal testen zu wollen. Also kurzerhand beworben und das Glück in die Hände der Board-Glücksfee gelegt. Ein paar Tage später erreichte mich dann die freudige Nachricht von Thomas9904.

"Auch Du hast zu den Gewinnern gehört, welche im März zum testen der Peter Biedron Wobbler von Quantum ausgelost wurden. ..."

Das ging ja schneller als erwartet, ging es mir noch durch den Kopf und ich freute mich über den Gewinn. Mir war gleich klar das ich bis Anfang Juni mit meinem Test warten musste, da mein Hausgewässer in den Niederlanden liegt und dort ein Kunstköderverbot vom 01.03 - letzten Wochenende im Mai besteht. Trotz dieser Umstände (als Tacklesüchtiger Angler ist das wohl kein Wunder) wartete ich Tag für Tag auf das kleine Päckchen. Eine kurze Rückfrage bei Thomas9904 bestätigte mir dann den Versand der Wobbler. Diese trafen auch kurz danach bei mir ein und wurden umgehend in Augenschein genommen.

Wobbler 11cm floating
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Belly Dancer
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Diry Harry
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Die Wobbler machten einen guten Eindruck. Von der Verarbeitung her durchaus auf dem Level der Konkurrenz in diesem Preissegment. Die Lackierung an den Ösen war nicht 100%ig sauber, aber das sollte wohl keinen Fisch stören. Die verschiedenen Einhängösen weckten meine Neugier und ich freute mich auf einen ausführlichen Test dieser Wobbler.

1. Testtag

Es war der Montag nach Eröffnung der Raubfischsaison in NL. Wir (Aixellent und ich) hatten uns extra für diesen Tag Urlaub genommen um die Zander ein wenig vom Boot aus zu ärgern. Da diese jedoch nicht so richtig wollten haben wir nachmittags beschlossen ein wenig zu Casten und uns für diesen Zweck einen großen See etwas abseits vom Fluss gesucht. Das Wasser in diesem See ist sehr klar und man hat eine Sichttiefe von mehreren Metern. Aixellent versuchte es mit feinstem Gerät und diversen Japanhardbaits. Da ich für diese Angelmethode "noch" keine Ausrüstung hatte, kam bei mir eine Henk Simonz Godfather Parabolic mit einer 1000er Stella FB und einer 12er geflochtenen Schnur zum Einsatz. Das Gerät war an diesem Tag eigentlich zum Vertikalen mit an Bord und sollte jetzt zum Casten herhalten.

Zuerst probierte ich es auch mit einem meiner Japanwobbler, allerdings stellte sich auf diese Biester irgendwie kein Erfolg ein. In Gedanken werfend dachte ich so bei mir "Du solltest jetzt langsam mal die Biedron Wobbler testen...". Gesagt getan. Kurzer Griff in die Tasche und eher zufällig fiel die Wahl auf den knallroten Dirty Harry. Wir fuhren in einem Abstand von ca. 20-25m mit dem Elektro-Frontmotor parallel zur Uferlinie und warfen die Köder gen Ufer. Ich wählte zuerst die Öse die den größten Tiefgang erzielen sollte. Nach 4-5 Würfen merkte ich aber das dies zu tief war und stellte auf die flachste Öse um. Da das reine Einkurbeln diesen Wobbler nicht richtig spielen ließ wurde er leicht gezupft. Das Laufverhalten mit der veränderten Öse testete ich kurz neben dem Boot. "Sieht gut aus, probieren wir es nochmal" und ich warf den Wobbler wie gewohnt Richtung Ufer. Dank der Polbrille, dem klaren Wasser und der Schockfarbe konnte ich den Lauf sehr schön vom Boot aus beobachten. Der nächste Wurf ging direkt neben einen versunkenen Baumstamm den man unter der Wasseroberfläche sehen konnte. Bereits der zweite leichte Schlag brachte eine Überraschung. Zuerst verschwand der Wobbler und war für mich nicht mehr sichtbar, unmittelbar danach knallte es in der Rute und nach dem Anhieb sah ich den roten Wobbler in die Tiefe schiessen. Das feine Surren der Stella zauberte mir ein leichtes Grinsen aufs Gesicht. Mir war aufgrund der Flucht schnell klar das sich ein Hecht den Köder einverleibt haben musste. Der Drill an der parabolischen Rute machte richtig Spaß.

Drill_Hecht.jpg



Nach grob geschätzten 2 Minuten zeigte sich der Fisch direkt am Boot. Der hintere Drilling des Wobblers hing sauber im Mundwinkel gehakt. Nach erfolgreicher Handlandung wurden kurz zwei Beweisfotos geschossen und der Fisch grob abgeschätzt, "Guter 60er" war die einvernehmliche Antwort. Danach wurde der Fisch schonend in sein nasses Element entlassen.

Leider mussten wir den Angeltag an dieser Stelle abbrechen, da sich während der letzten Würfe bzw. des Hechtdrills über unseren Köpfen eine Gewitterfront breit machte. Das dumpfe Grollen war bereits sehr gut zu hören und wir entschieden uns den Angeltag an dieser Stelle zu beenden.

Zuhause angekommen begutachtete ich den Wobbler und nahm in ins Feldlazarett auf. Dort wurden die tiefen Kerben mit Nagellack (Klarlack) überzogen und ich freute mich schon richtig auf den nächsten Testtag.

Harry_Wunden.jpg


An dieser Stelle musste ich dann aber auch leider feststellen, dass nur 2 Bilder vom Hechtdrill auf der Speicherkarte waren. Die Bilder vom Fisch inkl. Wobbler fehlten. #q


2.Testtag

Nach dem eher mäßigen Einstieg in die neue Saison wollten wir unser Glück Donnerstags gleich nochmal herausfordern. Die guten Fangzahlen von René (Aixellent) an den Vortagen ließen Hoffnung aufkommen. Leider spielte das Wetter an diesem Tag in den ersten Angelstunden eher gegen uns. Es regnete und durch die stärkere Strömung im Fluss war das Boot nur schwer zu kontrollieren. Immerhin konnten wir vertikal ein paar Stachelfreunde zu einem kurzen Landgang überreden.

Gregor2.JPG



Nachdem die Vertikalsucht befriedigt war ging es wieder zum Casting über und wir suchten uns strömungsarme Uferzonen raus. Den Anfang machte mal wieder der Dirty Harry an der Vertikal-Kombo. In der flachsten Öse wurde der Wobbler wie am ersten Testtag Richtung Ufer befördert und eingekurbelt. In der gesammten Zeit hatte ich niemals ein Problem mit einem Überschlag des Wobblers. Er ließ sich präzise werfen und flankte beim einkurbeln unter den leichten Schlägen schön nach links und rechts.

Es war an der Zeit einem weiteren Testkandidaten eine Chance zu geben. Die Wahl fiel auf den Belly Dancer. Auch hier wählte ich die flachste Ösenstellung. Zuerst der obligatorische Test neben dem Boot. Bei langsamen gleichmäßigem Zug lief der Belly Dancer typisch für einen zweiteiligen Wobbler mit leichten links- rechts- Bewegungen durch das Wasser. Auf leichte Rutenschläge reagierte er allerdings nicht wie ich dies erwartet hätte. Zudem musste ich feststellen, dass dieser Wobbler im Vergleich zum Dirty Harry wohl eher ein „Sinker“ war.
Die ersten Würfe ließen dann auch gleich ein wenig Missmut aufkommen. Bei fast jedem 2ten Wurf überschlug sich der Wobbler. Bei den geglückten Würfen überzeugte mich das Laufverhalten des Wobblers nicht wirklich. Nach einigen weiteren Würfen wanderte der Belly Dancer wieder in seine Schachtel zurück. Dieses Modell werde ich demnächst wohl eher beim Schleppen testen.

Zwischenzeitlich gab es eine kurze Rettungsaktion für einen von René´s geliebten Japanwobblern. Nachdem diese mit positivem Verlauf abgeschlossen wurde, durfte ich eine von René´s Megabass Ruten antesten. Somit stand das Tackle für den letzten Testwobbler fest.

Der 2-teilige Wobbler “11cm floating” (einen Namen habe ich nicht auf der Packung gefunden) im Forellen-Dekor durfte nun an einer Megabass Elese, bestückt mit einer Daiwa Presso und monofiler Schnur durch das Wasser gleiten. Die ersten Tests neben dem Boot sahen überzeugend aus. Der Wobbler reagierte beim Twitchen auf jeden feinen Schlag und drehte sich verführerisch im Wasser. Die ersten Würfe landeten zwar noch nicht zielgenau, aber um den Lauf des Wobblers zu beurteilen reichte es aus. Dank der Polbrille konnte man den Lauf wieder sehr schön betrachten. Bei jedem leichten Schlag wechselte der Wobbler seine Richtung und drehte sich leicht auf die Seite. René und ich waren uns sicher das dieser Lauf für Hechte genau das richtige sein sollte. Leider klappte es an diesem Tag aber nicht mehr mit den Fischen. Somit beschlossen wir nach nach etlichen Testwürfen die Heimfahrt in den Hafen anzutreten.

Am Ende sei gesagt, dass ich die Peter Biedron Testwobbler bislang nur getwitcht habe. Dabei überzeugten mich wie bereits erwähnt der Dirty Harry und der “11cm floating”. Diese beiden Modelle befinden sich nun auch in meiner “Twitchbait-Box” und erwarten ihren nächsten Einsatz. Über weitere Fänge und Erfahrungen mit den Wobblern werde ich hier im Thread berichten.
 
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AW: Biedron Wobbler, mein Test

Sehr schöner Bericht!!
Ich glaube der "11cm floating" heißt sonst einfach nur "Original"...

flo
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Biedron Wobbler, mein Test

Das mit dem überschlagen beim Wurf stimmt. Ansonsten war der BellyDancer mein Liebling - im Fluß als Sinker am variabelsten zu führen.
Schöner Bericht!
 
AW: Biedron Wobbler, mein Test

Ich werde ihn demnächst im Fluss an den tieferen Einfahrten nochmal an der normalen Spinnrute testen. Dann vielleicht auch eher wie einen "normalen" Wobbler und nicht wie Twitchbaits :)
Was Hechte angeht scheinen die Wobbler jedenfalls Potential zu haben.
 

Thomas9904

Well-Known Member
AW: Biedron Wobbler, mein Test

Und Rapfen und Döbel!
Einer hat im Test auch schon seinen PB - Zander damit gefangen..
 

drogba

Active Member
AW: Biedron Wobbler, mein Test

gibts die schon zu kaufen?würde mich nur für den dirty harry interessieren.
 

froxter

Member
AW: Biedron Wobbler, mein Test

Den "Dirty Harry" hab ich (noch) nicht gefunden (hab´ allerdings auch nicht lange gesucht....)
Den "Original" hab ich mir in 11 und 15cm bestellt.....
 
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