Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
Ich fische nun schon seit über 30 Jahren, viel Zeit auch Kontakte mit
Wollhandkrabben zu haben.
Ich beobachte einen extremen Rückgang, dieser Tiere.
Dieser fremden Pest, oder dem besten Köder den ich kenne.

In der Weser oberhalb Bremens scheint sie (möglicherweise) fast verschwunden, dort wo sie früher in Massen vorkam.
Ich habe dieses Jahr noch keine gesehen, gefangen oder bemerkt.
Einen Rückgang beobachte ich in Schüben schon seit vielen Jahren.
Nun kann man den Wurm doch tatsächlich nach Stunden ohne Biss, unversehrt aus dem Wasser holen.
Da liegen auch keine Panzerteile mehr am Ufer.

Wie schaut es bei Euch regional aus, wird es weniger oder mehr ?


(Bitte jetzt nicht Vergangenheit und Gegenwart vermischen, so wie Wir Angler das schnell mal machen.:))
 

Rheinspezie

Fischender Gentleman
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Bernd,

hier bei uns am Rhein ist die Pest der Cholera gewichen.

Kleine und weiche Wollhandkrabben werden von Grundelschwärmen geradezu "vernichtet".

Es gibt quasi keinen Schutz mehr für die krabben, weil die Grundel selbst in oder in der Nähe der steine lebt und jagt !

Also hier ist meine Erklärung : aufkommender Grundelbestand .

R.S.
 

erwinio

New Member
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Schick mal ein paar Grundeln rüber... für die Tiden- und damit verbundenen Gewässer Ostfriesland kann ich leider keinen Rückgang feststellen.

Im Gegenteil, ich empfinde sogar eine Zunahme der Plagegeister. Ist aber subjektiv.

Sie sind hier nach wie vor eine große Plage. In manchen Gewässern überstehen Köfis auf Grund zum Beispiel keine 15 Minuten.
 

Allrounder27

Active Member
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Schick mal ein paar Grundeln rüber... für die Tiden- und damit verbundenen Gewässer Ostfriesland kann ich leider keinen Rückgang feststellen.

Gute Idee, die lästige Plage durch die katastrophale Plage zu ersetzen...

Angel auch im Tidenbereich der Elbe und hier sind eine Menge Krabben. Teilweise extrem viele.

Trotzdem freue ich mich nicht grade auf die Grundeln...
 

Katteker

Auf, auf!
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Ich bin in letzter Zeit nicht mehr so häufig am Wasser, aber die letzten Male haben die Krabben mir wieder Köder um Köder geklaut. Kann also keinen wirklichen Rückgang feststellen. Fische an der Oste (Nebenfluss der Elbe). Eher hab ich das Gefühl die breiten sich immer weiter aus, hab die mittlerweile auch schon in nem anderen kleinen Nebenfluss der Oste, da hab ich die vorn paar Jahren noch nicht so sehr bemerkt. #d
 

Nobbi 78

Member
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Bei uns im Mittellandkanal sind die Bestände die letzten Jahre auch stark zurück gegangen dafür breiten sich die Grundeln aus!
Vielleicht gibt es da wirklich einen Zusammenhang????
 

Jose

Active Member
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

rhein bonn. kaum karkassen am strand, keine fänge auf wobller mehr.
sind ziemlich weg.
 

ernie1973

NICHT Mundtoter! ;)
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Als Aalangler am Rhein bei Köln (-->Tauwurm) habe ich die Biester in den letzten Jahren - je nach Stelle - echt gehasst - aber - es scheint wirklich weniger geworden zu sein!

Habe den Eindruck, dass eher Grundeln als Krabben meine Würmer vergewaltigen!

Auch bin ich beim Aalangeln wegen den Krabben auf geflochtene Vorfächer oder Kevlar umgestiegen - in letzter Zeit habe ich auch einige Male wieder Mono - Vorfächer gefischt, ohne dass mir auch nur 1 Haken "abgeknipst" wurde - so wie es früher OFT der Fall war!

Auch beim Zander-Nix-Fangen mit totem Köfi auf Grund muss ich sagen, dass die Köfis "länger halten" als früher - früher war oft nach ner Viertelstunde der Bauch von Krabben aufgeknipst und der Köfi regelmäßig fein (teil-) skellettiert!

Es könnte sein, dass die Grundeln der Krabbenbrut oder den panzerwechselnden Krabben das Leben schwer, wenn nicht unmöglich machen!

Ein Tausch von Pest gegen Cholera - aber da die Grundeln ganz gute & leicht zu fangende Köfis sind, kann ich damit leben!

Aalangeln mit Tauwurm ist jedenfalls etwas entspannter geworden, da man nicht mehr alle 15 Minuten nach dem Köder gucken muss - das war durch die Krabben früher notwendig!

Grundeln haben auch noch andere Vorteile --> ich habe schon einen stattlichen Barsch und einen ordentlichen Zander als "Überbeißer" gefangen --> das lief ab wie folgt -->

Aalhaken mit Tauwurm auf Grund - Grundel hat unbemerkt gebissen und sich gehakt und wurde DANN von Barsch und Zander gefressen, welche sich dabei dann ebenfalls gehakt haben!

Ich warte nur auf den Tag, an dem ein Kontrolleur mal mir oder einem Kollegen unterstellt, absichtlich mit lebendigem Köderfisch geangelt zu haben, wenn sowas mal passiert!

...und es passiert einfach - selbst 1´ er oder 2´ er Aalhaken fahren die Grundeln sich rein - und wenn man dummerweise mal gerade einen Zander drillt, der auf ne Grundel gebissen hat, welche ihrerseits auf einen Tauwurm (unbemerkt) gebissen hatte, dann KANN das rechtlich ´ne fiese und u.U. teure Nummer werden!

Denke, dass der Kontrolleur es erstmal für ne doofe Ausrede hält´, wenn man sagt, dass man "keine Ahnung" hatte, dass da ne Grundel dranhing!

...soll jetzt auch keine "how to do" - Anleitung werden - aber - das kann dann schon zu einer unbequemen Situation führen, wenn man einen solchen "Doppel-Whopper" drillt & währenddessen ein Kontrolleur dazukommt!

;)

Fazit--> Ich denke auch, dass die "Wollis" weniger werden & ich vermisse sie nicht!!!

Petri!


Ernie
 
Zuletzt bearbeitet:

Gardenfly

Active Member
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Bei uns am Elbe-Seiten-Kanal sind die Krabben noch die Sieger.Auch wenn ich jetzt gelyncht werden sollte: ich hätte gerne ein Paar Grundeln für den Gartenteich-sehen recht hübsch aus,bleiben klein und ich mag keine bunten Fische(Goldfisch und Co).
 

siloaffe

Boddensüchtig
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Bei uns am Elbe-Seiten-Kanal sind die Krabben noch die Sieger.Auch wenn ich jetzt gelyncht werden sollte: ich hätte gerne ein Paar Grundeln für den Gartenteich-sehen recht hübsch aus,bleiben klein und ich mag keine bunten Fische(Goldfisch und Co).


Mein Bruder hat auch welche drin um die Frösche zu vertreiben, wenns hilft.....
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Zwischenstand

Elbe unverändert viel.
Weser teilweise sehr selten geworden.
Küstenregionen unverändert viel.
Rhein wohl auch weniger.

Scheint aber für Angler gar nicht mehr so problematisch wie früher zu sein, sonst hätten wohl mehr geantwortet.
Ich kenne noch Zeiten wo Angeln durch die Krabben doch arg behindert wurde.
Was ist Ihr Karpfenangler, müsst Ihr noch Holzkugeln verwenden ?
Braucht Ihr als Aalangler immer noch einige Harken mehr.
 

Sneep

Eine NASE für den Fisch
In stillem Gedenken
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Hallo,

ich bemerke auch für den Unterlauf der Rur abnehmende Zahlen bei den Fängen von Wollhandkrabben auf Laichwanderung ins Meer.
Auffallend ist, wie unterschiedlich der Abstieg in den einzelnen Jahren ausfällt. Gefangen werden ganz überwiegend Männchen.

Der Rückgang ist aber eingetreten, ohne dass Grundeln in grösserer Zahl auftreten. Es gibt hier bislang nur einen geringen Bestand an Marmorgrundeln. Die Marmorgrundel ist für eine Wollhandkrabbe sicher kein Problem.

Der Rückgang der Bestände, fällt zwar an vielen Flüssen mit dem Auftreten von Schwarzmaul- und Kesslergrundel zusammen, trotzdem halte ich die Grundeln nicht für die Ursache.

Hier wird übersehen, dass Wollies im Brackwasser im Gezeitenbereich laichen. Die Jungkrabben sind mindesten für 2 Jahre an Salzwasser gebunden. Sie sind als Jungtiere im Süßwasser nicht lebensfähig. Erst dann beginnen sie eine langsame Wanderung stromauf.

Das heißt, es gibt in unseren Flüssen keine Krabben in einer Grösse, die eine Grundel überwältigen könnte.

Ursachen für den Rückgang vermute ich eher in den Laichgebieten, wo sich inzwischen vermehrt Räuber auf diese neue Art eingstellt haben könnten.

Es ist im übrigen die normale Bestandsentwicklung einer neuen Art. Zuerst explodieren die Bestände, brechen dann massiv ein und pendeln sich danach auf ein stabiles Niveau ein.

SnEEp
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Na ja Sneep, wenn die Krabben im Brackwasser ankommen sind sie winzig, selbst im reinen Süßwasser sind sie dann zunächst kaum größer als eine 1 Euro-Münze.

Würde aber auch kaum zu der Besiedlung mit Grundeln passen.
In der Elbe begann die ja vom Meer her, dort sind sie noch.
In der Unterweser tauchten die Grundeln erst vor 2 Jahren auf, in der Oberweser wurde bisher erst eine Grundel gemeldet.
Im Rheingebiet besiedeln die Grundeln den Fluss bergab.
Ich denke nicht das eine größere Krabbe Grundeln fürchtet.
(Sicher weniger als ein Krebs das tun sollte)

Die Krabben sind auch viel vorsichtiger als Krebse, sie bleiben meist in der Nähe von Deckung und können sich im Sand eingraben.
Viele Fischarten fressen ja auch harte Krebse.
Aber auch wenn viele Fische weiche Krabben deutlich mehr lieben, geht auf härtere/harte Krabben aus meiner Sich gar nichts.
Ich denke die können zwar Krebspanzer verdauen aber der Panzer der Krabben scheint ungleich schwerer im Magen zu liegen.

Für eine normale Anpassung auf eine Neue Art, sind 100 Jahre etwas lang.
Einem Allesfresser frisst man auch nicht so leicht das Futter weg.
Möglich wäre es vielleicht das die Flüsse zu sauber werden.
Die Elbe war möglicherweise selbst für W.Krabben zu hoch belastet und ist jetzt erst im angenehmen Bereich.
(Die Weser war in meiner Kindheit ganz klar Brachsenregion, heute sind Mühlkoppe und Bachschmerle wieder allgegenwärtig.
Vor Jahrhunderten soll es gar ein ganz klarer Fluss gewesen sein mit Kiesbett bis Bremen.
Brachsenregion war es nur zwischendurch.

Es gibt unzählige mögliche Gründe, z.B auch das Auftreten der Neunaugen, die könnten Ihnen im Mündungsbereich schon zusetzen, wenn sie Krabben den fressen.
Schlimmer wäre es aber wenn Wir lediglich einen neuen Stoff einleiten, oder die Mündungsgebiete zu sehr verändert hätten.
Wenn nun lediglich eine Krankheit die Krabben dahinrafft, wäre es super.

Wie auch immer, ein Rückgang um bei uns von mindestens 99% macht mir Bauchweh.#c
Darum meine Frage ob es lediglich nur die Weser betrifft.

Das Dumme ist nur, wir Menschen neigen immer zu Überreaktionen und reagieren immer Zeitversetzt.
Eine Plage bleibt eine Plage und zunächst ist jeglicher Rückgang dann ein Segen.
Das wird dann auch nicht näher verfolgt, denn lange war es ja der Wunsch.

Also noch einmal: Die Weser ist oberhalb Bremens, seit fast 100 Jahren praktisch frei von Wollhandkrabben.
Ich hoffe es liegt nur am neuen Wehr in Bremen.
 

Rheinspezie

Fischender Gentleman
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Bernd,

richte doch eine Anfrage an die bremer Uni.

die sollten genug Fischereibiologen haben, die sich fundiert damit auskennen.

Und große Wollhandkrabben werden von Grundeln im weichen Zustand massakriert...

R.S.
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Na da müssten die Grundeln aber sehr viel erfolgreicher sein als die Aale.
Trotz feinster Nase und großer Anzahl haben die die Krabben früher nie in den Griff bekommen.
Die lieben aber die weichen Krabben und sind deutlich kräftiger.
An eine Weiche Krabbe gehen alle Fische.
Aale und Barben drehen fast ab, warum nicht auch Grundeln.
 

elbetaler

Member
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

#h Moin,

also was ich immer wieder für Horrorgeschichten von Kumpels höre, dass es da wahre Monster-Krabben geben soll - na, ich weiß nicht. Da gehen die Angaben schon bis 15 und mehr Zentimeter! Nun, ich bin da mehr mit der Spinnangel unterwegs, sodass ich "sehr wenige" Krabbenbisse bekomme. Aber beim Ansitzangeln sind die K. immer gegenwärtig. Ich angle zwischen Lenzen und Hitzacker in der Elbe und in Nebengewässern, sie sind überall.
Viele beklagen den Verlust mehrerer Montagen pro Ansitz, verwenden aber auch nur normales Material - kein Wunder! Es muss ja kein Stahl sein. Kevlar oder dicke Geflochtene oder Hardmono bieten schon entsprechend Biss-Widerstand. Gerne wird auch der Köder inmitten der Buhne ausgelegt, wo kaum Strömung herrscht. Dagegen habe ich gerade an der Strömungskante, auch auf der Flussseite gute Erfahrungen gemacht. Dort fängt man auch seine Fische und es sind wenige Krabben da.
Interessant war, von euch etwas zur Biologie der Krabben zu lesen.

Wenn die Krabbe für viele Fische als Nahrung dient, dann entwickeln sich u.U. einige kleinere Fischarten ihrerseits wieder besser? Wenn genug Nahrung da ist, wirkt das ja auch Kannibalismus und Verbuttung entgegen.


Schöne Grüsse.
 

lute

Active Member
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Weiß hier jemand, wie ich effektiv am rhein die krabben legal fangen kann? Bei uns gibt es immer noch reichlich, beim angeln mit toten köfi schlitzen sie sehr sauber den bauch auf und fressen zuerst die organe. Erst wenn keine organe mehr vorhanden sind, wird der rest verspeist.
 

Dorschgreifer

Well-Known Member
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Ich fische viel in der Stör (Nebenfluss der Elbe in Sh), da ist ganz klar ein Rückgang zu verzeichnen, Früher musste man seine Köder alle 10-15 Minuten kontrollieren und nachbestücken, derziet kann man ihn teilweise 5 Stunden unberührt im Wasser haben, wenn nichts anderes beisst.

Ähnliches beobachte ich auch im Hamburger Hafen, Glückstadt, Brockdorf und Brunsbüttel in der Elbe, wobei es da mal solche und soclhe Phasen gibt. Aber auch hier sind aus meiner Sicht die Bestände rückläufig, selbst die Reusensteller haben viel weniger Krabben in den Körben als Früher.
 

BERND2000

Well-Known Member
In stillem Gedenken
AW: Bestandsentwicklung Wollhandkrabbe

Dann ist das wohl doch eher ein flächendeckender Rückgang.
Danke, für den flüchtigen Überblick.

Anfragen an 2 Fachkräfte sind raus, mal sehen was die Antworten, oder an wenn Sie es weiterleiten.

Würde mich aber freuen wenn auch weitere Angler, Fischer sich beteiligen, Ems und Oder fehlen noch.
 
Oben