Bericht über sinnvolle Schnurstärken gesucht

Dieses Thema im Forum "Anglerboard-Magazin" wurde erstellt von GerdK, 20. Oktober 2003.

  1. GerdK

    GerdK Member

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    Hallo,

    es gab im AB-Magazin mal 'ne Bericht über "sinnvolle" Schnurstärken und über die Kraft, die man mit bestimmten Angeln maximal auf den Fisch übertragen kann.

    Nur finde ich diesen Bericht einfach nicht mehr, hat jemand evtl. einen Link zur Hand?

    Grüße,
    Gerd
     
  2. grünfüssler

    grünfüssler Member

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    einen link kan ich dir leider nicht anbieten,aber ich kann dir in groben zügen nochmal kurz das umreissen was dringestanden hat.

    es ging darum das sich manche leute im süsswasser eine 50er mono aufspulen und die redaktion hat das mit einem physiker durchdiskutiert.
    der ist zu dem entschluss gekommen das es vollkommen unnötig ist,eine schnur dieser stärke einzusetzen.
    er begründete das damit das die maximale kraft die auf einen fisch ausgeübt werden kann mit schwerem angelgerät bei etwa 3 kilo liegt.
    also reicht im süsswasser eine normale 30er mono vollkommen aus
    die zahlen bei folgenden ruten :
    matchrute ca.200 gramm maximalzug
    leichte grundrute etwa 400 g zug
    schwere grundrute etwa 800 g zug
    30 lbs rute etwa 3 kilo zug
    es gibt eine einzige rute mit der man ca.5 kilo zug auf den fisch ausüben kann,das ist die rhino x-tra heavy(wallerrute).
    diese bringt es auf einen maximalen zug von ca.5 kilo am fisch.
    ich weiss das nun einige boardies verwundert den kopf schütteln und dieses alles in frage stellen oder bezweifeln.
    es werden aussagen kommen wie "alles quatsch,ich habe ja schon fische mit 10 oder 20 kilo gefangen........"
    das ist zweifellos richtig.
    aaaaaaaber.....im wasser hat jeder körper von vorneherein nur ca.1/6 seines realen gewichtes.
    ausserdem haben fische (wie wir alle wissen)eine schwimmblase.
    diese versetzt den fisch in einen nahezu schwerelosen zustand.
    beim drill bewegt ihr ja nicht das reale gewicht des fisches,sondern
    ihr habt lediglich den antrieb des fisches als gegenzug an der schnur........
    ein ganz einfacher test wird euch in bezug auf die stabilität eures gerätes demut lehren.........
    hängt doch einfach einmal an eure allerstabilste angelrute eine halbvolle colaflasche..........oder die norwegenfans eine ganz volle flasche an ihre pilkruten.
    und nun hebt das mal einfach so vom boden hoch............ein riesengrosses ahaaaaaaerlebniss ist vorprogrammiert.........
    selbst wenn ihr eure RUTE mit diesem test bis fast an die bruchgrenze treiben werdet....die 30er mono hat (bei einer heute normalen tragkraft von ca.6-7 kilo)mehr als ausreichend reserven
    um die flasche anzuheben.
    und da bei überbelastung immer das schwächste glied in der kette reisst(und das ist nunmal die rute)werdet ihr wohl eher eure ruten zerstören als einen fisch durch reinen schnurbruch zu verlieren.
    voraussetztung: richtig eingestellte bremse und gepflegte schnüre...........
    gruss......das pysikalischbegabtefussel
     
  3. mzg

    mzg New Member

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    Hallo grünfüssler,

    deine Werte sind deutlich zu tief gegriffen.
    Einen gewissen Anhaltspunkt bieten die englischen Angaben für die Testkurve in Pfund.
    Die Testkurve (Wert bei dem sich die Rute um 90° biegt) ist ein guter Anhaltspunkt für die max. Kraft.

    Matchrute ca. 1 lb = 0,45 kg
    Leichte Grundrute 1,5 lb
    Schwere Grundrute 2,5 lb
    Bootsruten 30 lb bis ca. 130 lb

    Im Extremfall halten die Ruten aber mehr aus.
    Im Bruchtest würde ich für eine 2,5 lb Rute nicht 1,1 kg sondern eher 2,5 bis 3 kg erwarten.

    Gruß,
    Manfred
     
  4. grünfüssler

    grünfüssler Member

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    hatte in dem artikel ja schon gesagt das solche postings kommen würden :)
    aber bitte.......erst ausprobieren,dann posten............
    ihr werdet wirklich staunen................
     
  5. grünfüssler

    grünfüssler Member

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    nachtrag.....wenn ihr eine zugwaage zuhause habt.....macht mal die waage an einem pfosten fest und die schnur eurer rute am wiegehaken....und dann zieht mal was die rute hergibt.....
    ich wette das ihr mit einer normalen rute auf genau die von mir genannten werte kommt :):):)
    egal was da für testkurven draufstehen oder was der hersteller verspricht :):):)
     
  6. mzg

    mzg New Member

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    Lieber grünfüssler,

    ich fürchte, in diesem Fall hast Du dich etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt.

    :D

    Manfred:
     
  7. Nick_A

    Nick_A Tarpon-Fänger

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  8. mzg

    mzg New Member

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    Dann hab ich ja noch kräftig tief gestapelt.
    In welchem Winkel wurden die Ruten gehalten?

    Gruß,
    Manfred
     
  9. Lenzibald

    Lenzibald Active Member

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    Servus Leute
    Also so einen quatsch wie den Test hab ich überhaupt noch nie gehört. Wenn des stimmen würde könnte mir nie ein Karpfen bei zugedrehter Bremse die Schnur abreißen, und wenn jetzt einer behauptet ein Karpfen mit sagen wir mal nur 5kilo der zerfetzt eine 20er schnur so schnell kannst net schaun wenn die Bremse zu ist. Klar das man mit ner Match keine 5 Kilo heben kann nur man muß auch den Winkel der Rute zum Fisch bedenken. Wer mit ner Rute so fischt das die Spitze schon nach hinten schaut der wirds nie lernen. Ich würde sagen schikts die Tester mal ans Wasser dann schaun ma weiter.
     
  10. grünfüssler

    grünfüssler Member

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    tja......beim nächsten CT machen wir einfach mal die probe auf`s exempel.
    ich kenne genau diese "ja aber.........."diskussionen aus einem anderen board.
    auch da haben wir dann den test nachgestellt und 99% der kollegen bekommen heute noch ihren mund nicht wieder richtig zu :):):).
    weiter sage ich dazu nun erstmal nicht,sonst füllen die vielen "ja aber`s "demnächst 600 beiträge :):):)
     
  11. grünfüssler

    grünfüssler Member

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    @ lenzibald......
    klar zerfetzt dir ein karpfen die schnur wenn die bremse zu ist....
    das liegt aber in dem moment nicht am gewicht des fisches,sondern an der tatsache das er in dem moment wo die schnur reisst MEHR ANTRIEBSENERGIE auf die schnur bringt als diese verkraftet.
    das ergebniss ist erst einmal gleich,hat aber wie du siehst eine völlig ANDERE URSACHE.
    daher auch schon in meinem 1 posting
    @ mzg........
    das glaube ich,ohne als streber dastehen zu wollen ehrlich gesagt nicht.
    ich bin jederzeit und überall gerne bereit und gewillt den beweis für meine aussagen anzutreten.
    galileo galilei wurde von der katholischen kirche auch erst als ketzter abgestempelt weil er behauptete die erde sei rund :):)
    nochmal @ mzg......Hallo grünfüssler,

    deine Werte sind deutlich zu tief gegriffen.
    auch das glaube ich mit verlaub gesagt nicht.........
    im gegenteil........ich habe die werte sogar nach oben aufgerundet :):):)
    gruss das hatdasallesgetestetfussel
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2003
  12. Micky Finn

    Micky Finn Mitglied im Micadoclub

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    Ich hab mir vor längerer Zeit mal den Spaß erlaubt mein schweres Gerät trocken zu testen. Focus war die Belastungsgrenze in Form der 90-Grad Biegekurve die bei einer Rute mit Kohlefaseranteil die Schmerzgrenze hinsichtlich Bruchgefahr bildet.

    Beispiel: 50 lbs Penn International Standup mit 30 SW. Bis zur Biegekurve von ca. 90 Grad konnte ich damit einen Wassereimer mit ca. 12 Litern anheben. Das hört sich nicht viel an, aber ich sag euch die Hebelwirkung durch die Rute ist imens.

    Das Spielchen hab ich dann noch mit 20er und 30er Gerät gemacht. Die Ergebnisse sind übertragbar. Der Zug den man direkt auf den Fisch ausüben kann ist überraschend klein.

    Grundsätzlich fische ich auch aufgrund dieses Tests folgende Grundeinstellungen an meinem Gerät.

    Bremse Strikepositon 1/3 der Tragkraft, maximale Bremseinstellung 2/3 (Reserve für Knoten, Fluchten, Reibung in den Ringen und abnehmenden Spulendurchmesser bei Schnurabzug.....).
    Individuelle Bremseinstellung beim Schleppen,kurz vor der Landung oder bei fast sichtbarem Spulenkern sind hier natürlich aussen vor.

    Probiert es aus, stellt eure Bremse auf den Bereich 30 bis 60 % der Tragkraft ein und hängt ein entsprechendes Gewicht an die Rute oder nehmt einfach eure Hechtrute, geht an den Kühlschrank und hängt ne 1 Kilo Milchpackung an die Schnur und lasst euch überraschen.

    Ein anderes Verhältnis zum Material, speziell zu Schnur bekommt man auch wenn man sich mal intensiver mit Knoten und deren Festigkeit beschäftigt. Probiert mal verschieden Knoten mit nem 3 oder 4 Meterstück Mono, hängt es in ne Türklinke und zieht.....aber nur mit der Hand. Mieses Wetter für solche Spielchen solls am WE ja geben.

    Andreas
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2003
  13. Thomas9904

    Thomas9904 Well-Known Member

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    Nich vergessen sollte man bei solchen Tests, dass es auch auf die Entfernung ankommt:
    Je weiter ich wegstehe, desto geringer wird die Kraft.
    Dass eine Schnur trotzdem im Drill reisst, kann vielfältige Ursachen haben: Von geringfügigen Verletzungen der Schnur durch Muscheln und Steine über schlechte Knoten bis zu "überlagerter" Schnur ist da vieles möglich. Auch dass die Schnur nicht durch die Kraft, sondern durch ein Hindernis gerissen ist.
    Fakt ist aber eben auch, dass man beim Angeln selber mit überraschend wenig Tragkraft auskommt.
    Aber z. B. beim Dorschblinkren in Norge nehme ich auch ne Nummer stärker (12 Kilo statt 6 - 8) aber nur wegen der Hänger, bei denen man so zum Teil en Haken aufbiegen kann.
     
  14. Lenzibald

    Lenzibald Active Member

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    Diese Tabelle zeigt, dass man im Süsswasser fast durchgehend mit monofiler Schnur von max. 0,25mm Stärke eigentlich auskommt, vom schweren Wallerfischen mit etnsprechend starken Ruten mal abgesehen.
    Wer jetzt sagt, dass er Reserven braucht, um einen Fisch von einem Hindernis abzuhalten, sollte daran denken,. Dass auch kein Fisch mehr Kraft als in obiger Tabelle angeben auf die Schnur bringen kann. Dass man also auf jeden Fall keine stärkere Schnur braucht, um einen Fisch zu halten.

    Wenn das kein Quatsch ist weiß ich nichts mehr. Ich möcht net wissen welche Zugkraft ein 10kilo Karpfen erreicht wenn er loslegt.
    Also is der Test sinnlos meiner meinung nach. Wie gesagt ist auch der Winkel von Rute zum Fisch wichtig und nicht zu übersehen. Je flacher der Winkel wird desto mehr druck kann ich ausüben.
     
  15. schroe

    schroe Active Member

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    Thomas sprichts meiner Meinung nach an. Diese Ermittlung spiegelt sicher eine Tendenz die im Labor ermittelt wurde, für die Praxis jedoch nicht herhalten kann.
    Der Angler am Wasser trifft auf andere Bedingungen.
    Bremsmechanik (Trägheit) der Rolle, wiederum abhängig von der Schnurfüllung, Temperaturdrift, wiederholte Dehnung der Schnur durch Wurf / Köderführung / erneute Flucht des Fisches. Trägheit des Systems bei rasanten Attacken des Fisches.

    Wie wird die Einleitung der Kraft berücksichtigt? Die z.B. steht auch in Abhängigkeit zum Gerät. Eine "überspitzt" 30lbs Rute mit 20lbs Rolle und 025er Monofil auf Hecht eingesetzt, ist sicher eine heikle Angelegenheit, obwohl theoretisch möglich.
    Wie werden die Kräfte freigesetzt? Ein "kopfschüttelnder" Hecht vor den Füßen belastet die Schnur nicht linear steigend, zerreißt aber eine 025er, ohne die Rute ins Rückgrat zu bewegen.
    Und so weiter und so fort.
    Wie gesagt, nette Untersuchung, spiegelt sicher eine Tendenz aber alles andere als reliabel und von praktischer Umsetzung würde ich abraten.
    Die gute alte Praxiserfahrung ist in der Frage der Schnurwahl, zumindest für mich, obwohl wissenschaftsgläubig, immer noch erste Wahl.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2003
  16. Schascha

    Schascha Member

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    Probiert einfach mal folgendes aus:
    Hängt zwischen Bleigewicht (mit bekannter Masse) und Schnur eine Federkraftwaage. Dann laßt ihr das Gewicht in eine Regentonne ab, bis das Blei irgendwo unter der Wasseroberfläche hängt. Lest jetzt an der Waage die Anzeige ab.
    Und ihr werdet feststellen, daß die Waage den Wert der ursprünglichen BleiMasse minus der Auftriebskraft anzeigt. Die Auftriebskraft kann man in Büchern nachlesen.
    Also es ist totaler Quatsch mit extrem überdicken Schnüren zu angeln. Habe selber schon einen Wels (rund 15 Pfund) sowie zwei Hechte (ähnlich massig) mit einer 0,25 er gefangen. Außerdem gibts ja noch die Bremse...
     
  17. til

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    Entscheidend ist allerdings auch nicht das Gewicht vom Fisch, sondern seine "PS".
    Von Schwarzbarschen z.B. sagt man, dass sie kurzzeitig einen Zug vom sechsfachen ihres Körpergewichts entwicklen können. Und Hechte können auch ganz schön kräftig losmarschieren.
    Dabei hilft die Bremse nur bedingt, weil die Fische dass immer gerne kurz vor irgendwelchen Wurzeln machen.
     
  18. vermesser

    vermesser Active Member

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    AW: Bericht über sinnvolle Schnurstärken gesucht

    Ich weiß, der Thread is ne Leiche...aber ich würde den Bericht trotzdem gern lesen, da mich das Thema interessiert.
     
  19. Franz_16

    Franz_16 Mitglied

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  20. vermesser

    vermesser Active Member

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    AW: Bericht über sinnvolle Schnurstärken gesucht

    Jo danke. Der Bericht bestätigt meine Meinung, die ich mir so in der letzten Zeit gebildet habe. Nämlich daß die Schnur meistens völlig überdimensioniert zum jeweiligen Gerät gewählt wird.
     

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