AW: Angeln am Ijsselmeer - Habt Ihr Tipps?
Hallo
Ich habe zwar schon mal im Ijsselmeer geangelt, aber als intimer Gewässerkenner würde ich mich nicht bezeichnen, deshalb habe ich bisher nicht geantwortet. Da aber sonst niemand will oder kann, ist wohl wenig besser als nichts.....
Also, erstmal Grundsätzliches:
- kein Nachtangeln, aber wenn ich dich richtig verstanden habe, fährst du aufs Ijsselmeer, und nicht ans Ijsselmeer? Wenn ich nachts im Hafen auf nem Boot sitzen würde.... aber naja..... #d :q
- Das Ijsselmeer ist stark ausgesüßt, ich habe ausschließlich Süßwasserfische gesehen und auch nur davon gehört
- Die Ufer sind meist mit Deichen bzw. Steinschüttungen verbaut und das Wasser ist in Ufernähe oft sehr Flach. Obwohl die Uferlänge gigantisch ist, fällt die Wahl eines geeigneten Angelplatzes schwer, der Zugang ist nicht immer einfach. Ein Boot löst dieses Problem.
- Die Wasserfläche ist gigantisch. Als "Tümpelangler" kommt man sich auf jeden Fall erstmal verloren vor. Such dir Buchten, Häfen, Stege oder die einmündenden Kanäle, da ist es erstmal einfacher weil übersichtlicher.
Und jetzt der gute Teil:
- Der Fischbestand ist der Wahnsinn, da das Gewässer sehr nahrungsreich ist:
Brassen in Massen! Und zwar auch in Hammergrößen, und du brauchst Futter, Futter und Futter.... ich bin kein Freund des abkippens, aber dort geht es nicht anders. Wenn du im klaren Wasser mal gesehen hast, was einer der dortigen Brassenschwärme mit drei oder vier Kilo gequollenem Mais macht...
Feedern oder Stippen im Hafen ist ein Knaller, vor allem abends.
Es gibt Barsche, Zander und Hechte. Auch hier sind die empfehlenswerten Stellen die üblichen Verdächtigen. Also Häfen, Buchten, Gräben, Krautfelder.... also nichts ungewöhnliches. Empfehlenswert ist auch das Spinnfischen in den angrenzenden Poldergräben, aber darüber ist wohl schon genug gesagt worden.
Ich will ja nicht den Moralapostel raushängen, aber es wäre schön wenn der Fischbestand so gut bleibt (u.a. für mich :q ), wie er ist und wenn die deutschen Gäste dort nicht weiter in Verruf kommen würden, weil sie alles abknüppeln. Niemand hat was dagegen, wenn jemand abends einen Zander in die Pfanne haut, aber ansonsten ist dort C&R üblich, für Hecht gibt es an den meisten Gewässern ein offizielles Entnahmeverbot.
Mir fällt da gerade was ein, habe nur keine Lust, den Teil über Raubfische zu löschen....SCHONZEIT.........und zwar für alle Raubfische!!! Die Niederländer sind da richtigerweise knallhart bei der Durchsetzung.
Über das den Aalbestand kann ich nichts sagen, ich würde freiwillig keinen dieser Schlängler fangen wollen, ich möchte aber aufgrund der Nähe zum Meer auf einen Aalbestand wetten.
Das Karpfenangeln ist wegen der Wasserfläche und der gigantischen Brassen sehr schwierig. Wer wissen will, ob Brassen Murmeln fressen der kann es dort herausfinden....
Fazit: Angeln lohnt sich auf jeden Fall und die Methoden unterscheiden sich auch nicht von denen "zu Hause", man darf sicht nur nicht von der riesigen Wasserfläche "fertigmachen" lassen. Keine Ahnung, wie viel Zeit du dort zum Angeln hast (Ich rate jetzt mal, das ihr segeln geht), aber vor allem das Friedfischangeln lohnt sich wegen der Bestandsdichte auch kurzfristig, wegen der Schonzeit bleibt dir wohl auch sonst wenig übrig, vielleicht geht was mit Wurm auf Aal.
Ich hoffe ich konnte helfen
Gruß