Alles Käse, oder was? 6 Tage am Kasfjorden Ende Juli 2010

Debilofant

Well-Known Member
Alles Käse, oder was?
6 Tage am Kasfjorden Ende Juli 2010

So, dann mal Kickoff zum unverhofft ersten Reisebericht von mir seit verdammten 3 Jahren Auszeit wider Willen, weil das Hamsterrad, das blöde Hamsterrad, das ständig rotierende Hamsterrad…

Ziel war diesmal Skjerstad, ein gemächlich vor sich hin schnarchendes Kaff am östlichen Rand der Vesteralen, genauer gesagt an den Ufern des Kasfjorden in der Nähe von Harstad. Ganz allein war ich natürlich nicht gen Norden aufgebrochen, denn mit Volker Dapoz und Steffen Dietze waren zwei bekanntlich überaus versierte Vorkämpfer schon seit 2 Wochen vor Ort und hatten für von Zeitarmut gebeutelte Last-Minute-Leichtmatrosen wie mich noch ein Plätzchen in einem Boot frei und auch allen nötigen Krimskrams bereits startklar.

Nun ist zwar das norwegische Vokabular für Käse nicht äquivalent im Fjordnamen enthalten, aber als diesmal fliegender Halbholländer :m bin ich um diese Assoziation für den Titel des Reiseberichts nicht umhingekommen. Außerdem flog auch eine gehörige Portion Skepsis mit, denn bei nur 6 Tagen Verweildauer in einem neuen Revier kann es gut laufen, muss aber es aber eben nicht.

Abheben war am 21.07.2010 von Berlin Schönefeld aus bei prächtigstem Sommerwetter, was die für mich bis dato ungewohnte Fliegerei halb so schlimm machte. Laut Pilotenansage war das Flugwetter einfach nur zum Chillen.

Pure Air
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Bei Ankunft am Flughafen in Evenes bewahrheitete sich dann aber das, was die zuvor schon seit Tagen eifrig hin und her und vor und zurück gewälzten Wetterseiten so prophezeit hatten, nämlich dezent vor sich hin tröpfelnder Wolkenmatsch. Tja, selbst ausgesucht, „Hurra“ und Willkommen im nordnorwegischen Sommer 2010. Das Wetter sah also für die kommenden Tage nicht wirklich einladend aus, aber nunja, friß oder stirb, wenn man sonst schon überhaupt keine Zeit findet, um hoch zu düsen…

Graue Wolkenhttp://a.*ih.us/img337/6303/skjerstad20100017.jpg

Bis zur Abholung hab´ ich mich dann lieber noch einmal in die Flughafenhalle verkrochen und derweilen das provokativ tief baumelnde Federvieh mit der als Handgepäck von immerhin knapp 7 kg mitgeschleppten Fotoausrüstung aus der Nahdistanz Maß genommen.

Trophäenhuhnhttp://a.*ih.us/img441/1041/skjerstad20100022.jpg

Auf dem Weg nach Skjerstad am Kasfjorden fuhren wir jedoch dem letzten am Horizont noch zu erkennenden kleinen Streifen mit wolkenlosem Himmel hinterher, der später dann über Andöya zu parken schien und im Laufe des Abends doch noch für eine überwältigende Begrüßungszeremonie sorgen sollte. Also noch am späten Abend kurz hinaus aufs Wasser und dem Wolkenloch entgegen. Die inzwischen wieder im Versinken begriffene Mitternachtssonne bekam so ihre schmale Bühne, um sich so richtig auszutoben, ein Abend wie aus dem Bilderbuch, Magie pur. :-)

Bildschwung vom lodernden Mitternachtssonnentheater gibt es im nächsten Posting als Fortsetzung...

Tschau Debilofant #h
 
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...Fortsetzung

Bühnenaufbau in der Ferne
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Der Vorhang "hebt" ;) sich

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Indre Elgsnes kurz vorm "2. Sonnenaufgang"

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Touch...

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...down
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Midnatsol

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Kaum hinter den Klippen des Elgen "verschwunden"...

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...ging die Brutzelei erst richtig los

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Bühnenzauber
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Burn, Baby, Burn!!

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Zwichenzeitlich aufleuchtende Rotlichtareale unter der Wolkensoße...

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...an den Ufern des Kvaefjorden...

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...und im Kasfjorden

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Räucherkerze
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Tschau Debilofant #h
 
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@ Leo: Insgesamt bin ich ja jetzt bei dreien angelangt, hab´mein Soll für heute also erfüllt... ;-)

An Land ging es dann auch die Nacht hindurch unruhig weiter, aber wir sind dann natürlich irgendwann auch mit benebelten Sinnen in die Heia. Ein paar Fischlein wurden zuvor nebenher auch gefangen, aber das war an diesem Abend nicht der Rede wert.

Blick aus dem Schlafgemach auf den Nontind
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Blick von der Terrasse...
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...auf den Elgen und...

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...den darüber brennenden Himmel...

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lodernde Nachtfackel
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Shine on you crazy diamond
:-)
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So, das wars für den Anfang. Sozusagen sleepless nights reloaded. War jedenfalls mal wieder sehr herzerfischend, dann doch noch derart empfangen zu werden. Fortsetzung folgt.

Tschau Debilofant #h
 
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na gut, dann mal guts nächtle! :-) laß dir nicht so viel zeit mit der fortsetzung, sind wieder mal schaue bilder!
 
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Schöne Bilder, aber was ist mit Fischen:):):) Gruß Shorty
 
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...ey Raik...alter Zickenzigeuner...fang jetzt nicht so 'ne zermürbende Anfüttertaktik im 276 Teile-Rythmus an sonst muß ick mir wohl'n Anwalt nehmen...|supergri|supergri|supergri|wavey:
 
AW: Alles Käse, oder was? 6 Tage am Kasfjorden Ende Juli 2010

Du wirst doch wohl nicht inzwischen ins Bett geschlichen sein!?!?!?!|rolleyes
Bitte schnell weiter mit diesen traumhaften pics!!!!!!:m

Gruß

Holger
 
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...was für beeindruckende Bilder.... und natürlich ein Bericht, der große Lust auf mehr/Meer macht. Das Norge-fieber hat mich voll im Griff, da es am Freitag zum Vestkapp geht...
Gruß
und Petri

Fischonkel#h
 
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Tach Raik#h
Is ja nicht zu verkennen, daß Du es richtig gelebt hast, nach dieser langen "Auszeit" mal wieder landschaftliche Impressionen auf Band festzutackern|supergri.....nun aber genug geträumt, fischereilich gibts doch bestimmt einiges zu berichten;)

Gruß, Haui....
 
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würd ich in größerer Auflösung direkt für den Desktophintergrund nehmen so schön sind die Pics.

Haste denn noch was mit Schuppen? Und bitte Schuppen aber wenig Haare ;)

Wenn Volker und Co. dabei sind dann wird da ja nochwas kommen.

Danke für die tollen Landschaftsbilder!

Petri

Heineken
 
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Auch wenn ich mich deine Bilder betreffend zum x-ten Mal wiederhole ;).................,atemberaubende Bilder.
Bitte mehr davon Raik :m.

Abgesehen davon,lässt die Konstellation der Truppe natürlich vermuten das auch ein paar Fische gelandet werden konnten :).
Bin schon gespannt wie`s weiter geht.
 
AW: Alles Käse, oder was? 6 Tage am Kasfjorden Ende Juli 2010

@ all: Tusen Takk, und ja, Fische gab und gibt es dort natürlich auch bzw. immer noch. ;)

Der gestern aufbereitete Tag zählte ohnehin nicht zu den 6 regulär angesetzten Angeltagen, sondern war ja nur Anreise/Ankunft. Im Gegensatz zu manch älterem Bericht von rückblickend zusammenfassender Strickart wollte ich aber diesmal zur Abwechslung den Verlauf möglichst originalgetreu Tag für Tag wiedergeben. Also, der hoffentlich besser nachvollziehbaren Reihe nach.

1. Angeltag:

So einer hätte es jedenfalls werden sollen, weil so hatten wir das eigentlich nach meiner Ankunft noch tags zuvor hinlänglich |supergri geplant, dass wir in die Boote steigen. Tja, nur leider hatte sich das gestern noch weiter landeinwärts gesichtete Dreckswetter inzwischen merklich über unserem Küstenabschnitt breit gemacht. Noch vor dem Frühstück vorsichtshalber einen widerwilligen Blick in den tagesaktuellen Online-Wetterbericht riskiert und da stand dann als tagesfüllendes Unterhaltungsprogramm was von Reeeeegeeeeeen und liten kuling von um die 11-12 m/s...

In Anbetracht der Tatsache, dass wir schon am Vorabend (der noch vergleichsweise ruhig war) kaum aus dem Kasfjord heraus gefahren waren, weil weiter draußen trotzdem ´ne Welle von ca. strammen 1,50 m mit Schaumkronen stand, haben wir das mit dem Rausfahren mal lieber stecken gelassen...

Stubenhocken oder Wandertag? Vormittags hatte ich mich noch auf die Socken gemacht, aber als es dann zum späten Vormittag bis in den geschützten Kasfjord hinein richtig loszuwedeln und auch noch einen Zacken schärfer zu siffen begann, habe ich dann doch die trockene Stube mit einem Käffchen am Hals vorgezogen.

The hanging garden
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Moosdschungel

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Einmal zu Fuß bis zum Fjordausgang...

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...bis Bremnes und dann Kehrtwendung...

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...fix zurück...

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Ein Blick aus dem Stubenfenster: Cats & Dogs are coming down

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Beim dem sich anschließenden Stubenhocken war dann nunmehr genügend Zeit, die momentan im Revier das Angelgeschehen bestimmende Großbeißwetterlage am runden Tisch bzw. Laptop genauer in Erfahrung zu bringen. Volker und Steffen waren ja schon ein paar Tage mit weiteren Gästen zugange und auch nicht zum ersten Mal im Revier.

Vor, ich meine, zwei Jahren lief es bei den beiden schon beim Erstbesuch gerade in Sachen Heilbutt unverschämt gut, weil auf Anhieb gleich an einer ganzen Reihe von gleichmäßig über die Wasserfläche verstreuten Plätzen. Auch ich hatte schon eine Videosequenz aus dem letzten Jahr von Bekannten zu Gesicht bekommen, auf der eine ganze Bucht vor Futterfisch, Walen und Möwen derart großflächig kochte, dass man es vom bloßen Erzählen kaum glauben mochte.

Das aktuelle Resümee lautete vorläufig etwas verhalten bis schleppend. Futterfischmassen und Jagdszenen spielten sich seit der Vorwoche überhaupt nicht mehr ab. Butt wurde bis zu handlichen Größen von ca. 30 Pfund erbeutet, blieb aber eher überschaubar. Zwar gab es noch regelmäßig Kontakte zu deutlich größeren Flachmännern, doch endeten diese leider mehrfach aus diversen Gründen ohne Fisch im Boot. Dafür wurden aber in den beiden Wochen zuvor, weiter draußen |rolleyes, in Richtung Andfjorden unverhofft zwei richtig heftige Granaten von Sommerdorsch aus um die 170 m Wassertiefe beim Rotbarschangeln gewuppt, einmal 25 kg und einmal 27 kg bei ca. 1,40 m... #t

So hibbelig man beim Vernehmen solcher Zahlen und vor allem beim Sichten der auf den Läppis gespeicherten Bilder wird, beim Blick aus dem Fenster und dem Hinweis auf die insgesamt dann vergleichsweise doch eher mühsame Fischerei, war man sogleich mit dem passenden Dämpfer versorgt. Fazit für diesen "1. Angeltag" - es konnte nur besser werden.

Tschau Debilofant #h
 
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2. Angeltag:

So, über Nacht wurde es dann allmählich wieder ruhiger und beim allmorgendlichen Blick aus dem Schlafzimmerfenster huschten sogar ein paar Sonnenstrahlen vorm Nontind vorbei.

Lagepeilung mittels Morgenguck
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Der Wetterbericht hatte dann auch stetig abnehmenden Wind und ab Nachmittag freien Blick auf den gelben Planeten gelistet. :-) Also, ab aufs Wasser. Dort sah es aber am Fjordausgang irgendwie noch gar nicht nach Wetterbesserung aus. Zumindest aber konnten wir diesmal von den Wellen her aus dem Kasfjord heraus fahren, verkrümelten uns gleichwohl zunächst einmal landeinwärts in den Windschutz von Gapoy, einer größeren Insel im Kvaefjord.

Ain´t no sunshine überm Godfjord
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Dort standen dann leicht verstreut kleinere Trupps von Seelachsen und Wittlingen als Futterfisch und zwischenmang immer wieder auch ein paar halbstarke Dorsche, sodass vorerst keine Hektik auf dem Boot auszubrechen drohte. So sind wir dann den lieben Vormittag parallel zum Inselufer in Tiefen von 15 m bis 60 m hoch und runter gedriftet. Um den Dorschnachwuchs zu schonen, hatten wir schon bald je 2 Pfund Seelachs am Giant Deadbait eingeklinkt, weil zumindest der Untergrund so verkehrt gar nicht war. Bis auf einen Nachläufer bei Volker, der im Mittelwasser mal kurz "zustubste" :q, passierte dort allerdings nicht das, worauf wir es trotz aller Verlegenheitsumstände anzulegen versucht hatten.

Als der Himmel dann tatsächlich aufzureißen begann, sahen wir uns in Gedanken fast schon, natürlich den Besserung verheißenden Wetterbericht vor Augen, weiter draußen in den uns aussichtsreicher erscheinenden nördlichen Fjordbereichen herumfuhrwerken #:.

Fürs erste haben wir uns jedoch etwas seitlich von Gapoy weg verlegt und es in etwas tieferen Bereichen von um die 100 m versucht. Dort standen dann die Dorsche gestapelt kurz über Grund, von denen wir mit großen Gufis bei der ersten Drift Fische von im Schnitt um die 8-10 Pfund erwischten, also keine Mickerlinge, aber auch keine Riesen. Es standen da auch deutlich größere Fische mittendrin (im Boot von Steffen war zumindest ein metriger Fisch dabei), aber diese nach und nach herauszupicken, dazu sind wir nicht mehr gekommen.

Wetterwendeplatz: Godfjord
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Unser Abwarten, dass nun auch der Wind, der laut Vorhersage zunächst noch mit guten 5 m/s angegeben war, weiter abflauen möge, um den Ritt nach weiter draußen zu wagen, geriet zusehends zur Endlosschleife, denn die scheinbar im Godfjord fest installierte Düse aus Süd/Südwest drehte nach und nach wieder auf geschätzte 7-8 m/s hoch, sodass wir die großen Gummilappen auch an 400 g-Köpfen schon bei der zweiten Drift nicht mehr vernünftig in Grundnähe halten konnten...

Also, wieder dichter unter Land gefahren und noch ein paar erfolglose Driften mit den aufgestöpselten Seelachsen im Flachwasser nachgelegt bei weiter zunehmendem Wind und, als ob da jemand den Schalter umgelegt hätte, das Dreckswetter retour im Gepäck. #d

Der Auftakt zu einem rückwärts ablaufenden Schlechtwetterfilm
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Um es abzukürzen: Wir bekamen sämtliche Wolken und auch den letzten Rest vom Regen zurück um die Nasen gewedelt, von Wetterbesserung mit Sonne und let bris am Nachmittag keine Spur. |gr:

Auf dem noch mit ein paar Zwischenstopps garnierten Heimweg stieg auf dem Boot von Steffen dann aus heiterem Himmel doch noch ein guter Butt beim Hochleiern ein, der anschließend an die 10 Minuten ohne Sichtung gedrillt wurde, bis er ausstieg...

Danach war für diesen Tag Feierabend auf dem Wasser.

Tschau Debilofant #h
 
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Nach dem Abendmahl habe ich interessehalber noch einmal die Wetterseite aufegrufen, und die gaukelten allen Ernstes noch immer ein laues Lüftchen und was von Sonne pur vor. Naja dachte ich, vielleicht trifft das Vorhergesagte ja wenigstens mit ein paar Stunden Verspätung ein. Jedenfalls wollte ich dem mal ein wenig auf den Grund gehen oder besser gesagt auf einen Ausguckberg sprinten. Mit 412 m habe ich mir den relativ leichtesten ausgesucht, den für alte Leute :vik:, nämlich den Nupen.

Tja, querfeldein mit 7 kg Gepäck habe ich immerhin ein reichliches Stündchen gebraucht, um selbstredend ziemlich fettisch oben anzukommen, nur, um festzustellen, dass der Wetterbericht sich wohl gewaltig geirrt haben muss und von (Mitternachts)Sonne war vor lauter Wolken natürlich weit und breit nichts zu sehen...

Oben auf dem Gipfel ein permanentes Sturmgeheule bei gefühlten +2 Grad und handfeste Standschwierigkeiten mit unkontrollierbaren Seitwärtsbewegungen wie sonst nur von den Wetterfuzzies auf dem Harzer Brocken überliefert. |rolleyes

Anstieg vorbei an Original-Krüppelbirken
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Höhenwindbarometer: Wolkenpilz über den Gipfeln von Grytoy
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surprise, surprise...

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Nupen Endstation

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Tschau Debilofant #h
 
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Nicht ein Fischbild,aber das ist durch deine Schreibweise und die Naturaufnahmen so was von egal !!!!!!!!!!!!!
Ich hab mich selten so unterhalten gefühlt #6.
 
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Mach einfach so weiter! Fische gibts überall zu sehen, deine Bilder nicht!
Falls du noch einen Geheimtipp hast, was Nordnorwegen um diese Zeit betrifft, dann bitte schieß los. Wir sind ab Freitag Richtung Loppa unterwegs.
 
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@ Maddin, René und Ossipeter: Thanx! Ganz ohne abgelichtete Flossen bzw. Bellys werde ich wohl nicht auskommen und andernfalls hier wohl auch nicht ungeschoren davon bzw. raus kommen. ;)

Für Loppa kann ich direkt nichts sagen, weil ich selbst noch nicht da (ich denke mal Tverfjord) war. Allerdings war ich ja schon mal "gleich um die Ecke", nämlich Mitte August 2004 in Skjervoy. Womöglich lassen sich die damals gewonnenen Erkenntnisse im Ansatz vorsichtig verallgemeinern. Den kleinen Exkurs schaffe ich aber voraussichtlich erst übermorgen, mal schauen.

So, weiter gehts mit dem...

3. Angeltag:

Die Wetterfrösche hatten weiterhin das bereits für den Vortag verkündete Kaiserwetter versprochen, also vielleicht klappt es ja zumindest mit dem Wetter im 2. Anlauf. Beim Blick aus dem Schlafzimmer konnte ich zu Tagesbeginn jedenfalls schon mal ein halbes Pfund mehr Sonnenstrahlen auf dem Nontind unterhalb der unverändert präsenten Wolkendecke ausmachen.

Morgenritual: Lagepeilung vom Schlafzimmerfenster aus
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Zunächst gings bei schon merklich abgeflautem Wind noch einmal in den Kvaefjord, weil so richtig zutraulich empfanden wir die Wetterprognose noch immer nicht. Es waren aber immerhin schon viele kleine Wolkenfenster unterwegs, durch die dann immer wieder die Sonne sich für einen kurzen Moment durchmogelte. Ringsrum huschten dann viele leuchtend gelbgrüne Flecken über die Fjordhänge, was im Kontrast zu den noch immer dunklen Wolken farbenprächtig anzuschauen war.

Hinaus aufs Wasser
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As the shadow does the light
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Spotlight

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Zur Mittagsstunde dann Erleichterung auf den Booten, weil mit gut eintägiger Verspätung bekamen wir nun unsere Wetterbesserung serviert. Also, Hebel auf den Tisch und an Grytoy vorbei in den Übergangsbereich zum Andfjorden gedüst.

Verspätetes Eintreffen der Schönwetterlieferung
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Dort standen dann deutlich größere Seelachsschwärme und schon die erste Drift brachte ein paar gute Dorsche von 10-15 Pfund. Bereits ab ca. 70/80 m blieben bei Volker sogar regelmäßig gute Rotbarsche von 3-4 Pfund am nebenher mitgefischten Beifänger hängen. Nicht so jedoch bei mir, denn bei mir blieb von den roten Brüdern keiner hängen, so sehr sie auch den angebotenen 3-Pfund-Seelachs kneifen und zwacken mochten. :)

Dafür hatte ich an diesem Nachmittag immer wieder unfreiwillig mit nimmersatten Lumbs zu tun, die mehrfach in Größen zwischen 5 und ca. 12 Pfund schon dann auf den Seelachs einhämmerten, wenn man nach dem Ablassen auch nur kurz den Boden berührt hatte... :( Am späten Nachmittag bekam ich dann nach einem weiteren Köderablassen direkt nach dem Aufschlagen des Seelachses wieder sofort eine Attacke und grämte mich schon über den nächsten Lumb, aber mit einem Mal kam für einen kurzen Moment Druck auf die Rute.... Sofort hellwach hab´ ich mit der Rutenspitze dem Zug gen Wasseroberfläche noch etwas nachgegeben und bin in Position gegangen, doch nach einer guten Sekunde war der Zug auch schon wieder weg... Unmittelbar darauf folgte dann in der Rutenspitze nur noch typisches Nicken der Marke Lumb und mein dann sicherheitshalber dennoch gesetzter Anhieb ging ins Leere. Die Köderkontrolle gab jedoch hinreichend Anlass zum Ärgern, denn es fehlte aufgrund des kurzen zwischenzeitlichen Zuges fein säuberlich abgetrennt die komplette hintere Hälfte vom Seelachs, wie durchgeschnitten... :c Tja, hinterher ist man immer "schlauer". Doch selbst wenn ich denn nicht von einem weiteren postwendenden Lumbalarm ausgegangen wäre, hätte ich wohl sofort beim ersten leichten Zug durchziehen müssen, was man jedoch bei einem Buttbiss am (größeren) Naturköder gerade nicht machen sollte, eigentlich... Immerhin, ich hatte den ersten unübersehbaren Kontakt zu einem mutmaßlich sehr anständigen Flachmann.

Zum Abend war dann so ziemlich Ententeich auf dem Wasser eingekehrt, weshalb der Angeltag mit Rotbarschstandfischen ausklang, die in bester Beißlaune waren und wiederum in guten Größen bis zu strammen 4 Pfund ins Boot kamen.

Tschau Debilofant #h
 
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