Aller-Fische in Gefahr: Zwei Arten drohen zu verschwinden

Anglerboard Redaktion

Administrator
Teammitglied
In der Aller leben 37 nachgewiesene Fischarten, doch Zährte und Karausche gelten als vom Aussterben bedroht.

Karausche.jpg

Besonders die Karausche steht unter Druck – die Fischart gilt in der Aller als vom Aussterben bedroht (Bild @pixabay)

An der Aller in Verden gibt es eine bemerkenswerte Fischvielfalt zu entdecken: Rund 40 Fischarten kommen im Fluss vor, 37 davon werden jetzt auf neuen Infotafeln vorgestellt. Sportfischer, Stadt Verden und der Anglerverband Niedersachsen wollen damit zeigen, was sich unter der Wasseroberfläche des Flusses abspielt. Doch die Tafeln machen auch deutlich, wie unterschiedlich es um die einzelnen Arten steht.

Zährte und Karausche vom Aussterben bedroht​

Mehrere Aller-Fische gelten als gefährdet. Die Zährte und die Karausche werden sogar als vom Aussterben bedroht eingestuft. Stark gefährdet ist zudem die Meerforelle. Auf der Vorwarnliste stehen unter anderem Steinbeißer, Koppe, Hecht, Hasel, Bachforelle und Kaulbarsch.

Streit um Steinschüttungen​

Die Sportfischer sehen eine mögliche Gefahr in der Entfernung von Steinschüttungen und anderen Strukturen im Fluss. Wolfgang Kracht warnt davor, dass dadurch Lebensräume verloren gehen könnten. Auch Dr. Rainer Becker sieht Buhnen, Kolke, flache Bereiche und Schüttsteine als wichtigen Bestandteil der vielfältigen Gewässerstruktur. Gerade die Steinschüttungen spielen laut Becker eine wichtige Rolle für die Schwarzmundgrundel. Die gebietsfremde Fischart nutzt diese Bereiche als Lebensraum und dient wiederum Raubfischen als Nahrung.

Grundeln als Nahrung für Raubfische​

Die Entwicklung der Schwarzmundgrundel zeigt, wie komplex das Ökosystem Aller ist. Nach ihrer Ankunft aus Osteuropa habe sich die Art zunächst stark vermehrt, anschließend sei der Bestand zurückgegangen. Inzwischen nehme er wieder zu. Die Sportfischer beobachten gleichzeitig eine positive Entwicklung beim Aalbestand und führen dies unter anderem auf Besatzmaßnahmen und das größere Nahrungsangebot zurück. Grundeln seien inzwischen eine wichtige Beute für Raubfische.

Renaturierung sorgt für Diskussionen​

Die Frage, welche Strukturen im Zuge der Renaturierung erhalten oder entfernt werden sollten, ist deshalb umstritten. Die Stadt Verden verweist auf unterschiedliche Einschätzungen unter Experten. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, müsse vor Ort entschieden werden. Die neuen Tafeln liefern derweil einen Überblick über die Fischwelt der Aller – und machen sichtbar, wie viele Arten auf geeignete Lebensräume im Fluss angewiesen sind.



Quelle: www.kreiszeitung.de
 
Zurück
Oben