Aalmafia ?

Knispel

In der Alters - Ruhephase
Habe eben gelesen, das in England sogenannte Aalpatrolien eingesetzt werden, weil das illegale Abfischen von Glasaalen dort mittlerweile kriminell - agressive Formen angenommen hat. Kein wunder von z.Z. 500 € das Kilo. Auch der Vertriebsweg interessiert diese Patrolien, man nimmt an, das ein reger Schwarzmarkt zu "Festlands" - Europäern existiert, welcher mafiös organisiert ist....heftig soetwas.
 
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Das kann ich mir gut vorstellen, dass manche versuchen damit Profit zu machen. Ich habe
die Tage eine Preisliste für Fischbesatz für den Verein zu Gesicht bekommen, da möchte der Fischverkäufer schon 1000 Euro für das Kilo Glasaal. Da ist Besatz bald nicht mehr bezahlbar!
 
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Bald nicht mehr?
Bei 1000 Euro pro Kilo?
Ich würde sagen, dann ist er es schon lange nicht mehr!
 
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Onkel Petrus schrieb:
Bald nicht mehr?
Bei 1000 Euro pro Kilo?
Ich würde sagen, dann ist er es schon lange nicht mehr!

Nun ja, teilweise hast Du schon recht, aber irgendwie muss ja etwas für die Arterhaltung getan werden. Wenn es sich die kleinen Vereine nicht mehr leisten können, manch grosse schaffen das noch so eben, die Frage ist halt, wie lange noch. LEIDER!!!
 
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C.K. schrieb:
Nun ja, teilweise hast Du schon recht, aber irgendwie muss ja etwas für die Arterhaltung getan werden. Wenn es sich die kleinen Vereine nicht mehr leisten können, manch grosse schaffen das noch so eben, die Frage ist halt, wie lange noch. LEIDER!!!

Ich finde Deine Antwort unqualifiziert. Dir ist doch wohl klar, dass für die Arterhaltung des Aales das beste ist, man lässt die Glasaale ganz in Ruhe....
 
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Bevor Du solche Aussagen vom Stapel lässt, solltest Du erst die Hintergründe kennen warum hier Aal besetzt wird und das mit Unterstützung vom Landesfischereiverband.
 
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Wenn ich Dir zu nahe getreten bin, sorry, wollte ich nicht. Wollte keinen beleidigen. Das die Landesfischereiverbände soetwas unterstützen ist mir klar, ( war selber ca. 10 Jahre Landesverbandsgewässerwart und weiss aus eigener Erfahrung was da so ab geht ) . Nur finde ich es schon seltsam, dass heute Fische gekauft werden, die irgentwo im Atlantik abgefischt werden , aber von selber kommen würden, aber ist ja egal. Als ich noch in Amt und Würden war, hatte ich mich immer für die Fischabwanderung stark gemacht, alle anderen riefen nur nach Aufstiegshilfen, an die abwandernden Fische wurde überhaupt nicht gedacht. Auch vom einschränken der Berufs und Nebenerwerbsfischerei in den Flußmündungen ( nach skandinavischen Beispiel ) wollte man nichts hören, kostet ja Wählerstimmen. Bin aber leider immer auf taube Ohren gestoßen, Wasserkraft und Wahlergebnissen ist halt Politisch wirksamer als so ein paar Fische....und da es ja, wie in der neusten Fischwaid ( dieses VdsF - Infoblatt ) zu lesen ist, in NRW mit den Lachsen nicht so klappt wie angenommmen ( es haben wie immer Berufs und Nebenerwerbsfischer sowie die Angler schuld, die betreiben nämlich, wie zulesen, Raubbau an den Beständen, steht da wirklich ) kann man ja mal Aale kaufen und sich an der Preistreiberei beteiligen frei nach dem Motto : Hauptsache wir bekommen Brut, ob in anderen Flüssen der natürliche Aufstieg versiegt, ist doch egal....die sind weit weg. M.E. sollte alle Energie in die künstliche Vermehrung dieser Fischart gesetzt werden ( unter Laborbedingungen klappt da ja schon, nur am Futter hapert es ), denn hat sich der Glasaalfang von alleine erledigt und die Bestände würden sich eventuell erholen , wenn es nicht bereits zuspät ist.
 
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Das ist eine vernünftige Grundlage um sauber diskutieren zu können.

Folgende Hintergründe sprechen aber für einen Besatz bei uns:

Wir hatten hier bei uns fast einen 100%tigen Befall vom Schwimmblasenwurm, der die Rückkehr der Aale zum Laichgewässer unmöglich macht. Selbst wenn sie ankommen, gelingt der Druckausgleich nicht mehr, sprich sie kommen nicht auf tiefe.

Soweit ich das weiss, kehren die Jungaale zu den ehemaligen Standplätzen der Eltern zurück. Wenn keine Eltern laichen, kommt halt nichts zurück.
Klar, man kann jetzt sagen, die eingesetzten Aale werden dann auch abwandern, was sicherlich auch stimmen mag, aber ein kleiner Teil macht sich die Mühe halt nicht und bleibt. Das zeigt bei uns die E-Fischerei die zur Kontrolle des Bestandes durchgeführt wird.

M.E. sollte alle Energie in die künstliche Vermehrung dieser Fischart gesetzt werden ( unter Laborbedingungen klappt da ja schon
Das soll zwar klappen, soweit ich allerdings informiert bin, werden nur Hybriden
erzeugt, die sich nicht weiter fortpflanzen können.
 
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Eure neu besetzten Fische werden warscheinlich auch von Anguillica crassus befallen werden. Soweit ich weiss, siedelt sich der Parasit als Zwischenwirt in einer Kleinkrebsart an, der dem Aal als Nahrung dient. Selbst Glasaale werden bereits in den Flußmündungen befallen, obwohl sie noch keine ausgebildete Schwimmblase besitzen, der Parasit kapselt sich einfach ein und wartet bis diese ausgebildet ist. Nach neusten niedreländischen studien soll aber unser Aal mitlerweile langsam eine gewisse Resistenz entwickeln. Die Schwimmblasen der Fische werden aber, wie du richtig sagtes, in der Art geschädigt, das sie ganz oder teilweise ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Bei uns in den flüssen und Seen ist das nicht sonderlich schlimm, aber im freien Ozean ist dieses für den Aal der sichere Tot.
 
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C.K. schrieb:
Das soll zwar klappen, soweit ich allerdings informiert bin, werden nur Hybriden
erzeugt, die sich nicht weiter fortpflanzen können.

Kann ich nicht sagen, soweit ich weiss, sind die Fische zwar geschlüpft, kamen aber über das Dottersackstadium nicht hinaus, da es am Futter haperte, man weiss heute noch nicht, was die kleinen Larven fressen. Prof. Schreckenbach meint, dass es noch mindestens 5 Jahre dauern wird, bis man dieses Problem im Griff hat. Auch sind die Aallarven noch "Geschlechtslos" ihr Geschlecht entwickelt sich nach Tesch erst sehr viel später, quasi auf "Abruf" d.h. welches Geschlecht gerade gebraucht wird. Tesch hat auch festgestellt, das der Aal im fortgeschrittenen Stadium sein geschlecht jederzeit noch "ändern" kann, eben je nach "Bedarf". Ich finde soetwas Fazinierend. Aber es währe ja auch egal, wenn diese "erzeugten" Fische nur für die Ernährung ( Glasaal in Öl und Räucheraal ) erzeugt würden, würde sich der allgemeine Glasaalfang nicht mehr lohnen und die "Naturaal"bestände würden sich m.E. wieder aufbauen können, wenn man denn auch noch zu den Hauptabwanderzeiten der Fische die Turbinen der Wasserkraftwerke nach französischen und niederländischen Beispiel abstellen würde um so besser.
 
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Parasit als Zwischenwirt in einer Kleinkrebsart
Der Zwischenwirt soll der Kaulbarsch sein, das wurde damals auf einer Fortbildung für Gewässerwarte propagiert.

Selbst Glasaale werden bereits in den Flußmündungen befallen,
Nein, im Brackwasser hat der Schwimmblasenwurm keinerlei Überlebenschancen, er verträgt das Salz nicht. Daher sollen die Küstennahen Bereiche auch keinerlei Befall haben.

unser Aal mitlerweile langsam eine gewisse Resistenz entwickeln.
Für uns hier leider viel zu spät.

Stadium sein geschlecht jederzeit noch "ändern" kann, eben je nach "Bedarf". Ich finde soetwas Fazinierend. Aber es währe ja auch egal, wenn diese "erzeugten" Fische nur für die Ernährung ( Glasaal in Öl und Räucheraal ) erzeugt würden, würde sich der allgemeine Glasaalfang nicht mehr lohnen und die "Naturaal"bestände würden sich m.E. wieder aufbauen können, wenn man denn auch noch zu den Hauptabwanderzeiten der Fische die Turbinen der Wasserkraftwerke nach französischen und niederländischen Beispiel abstellen würde um so besser.
Hier habe ich so ein ziemliches gespaltenes Verhältnis.
Auf der einen Seite sehe ich das wie Du, dass die natürlichen Bestände geschont werden.
Auf der anderen Seite werden sich sicherlich Vereine finden, die diese Hybriden aussetzen werden, um sie als reinen Fangfisch an der Angel zu verwerten.
Da die Reviere sowieso schon ziemlich verbaut sind, werden vieleicht die natürlichen Arten weiter bedrängt, weil nun noch Fische die Nahrung streitig machen, die sich dann noch nicht mal vermehren können.
 
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