2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Wir waren am Wochenende mal wieder an unserem Hausbach unterwegs. Ich stand im Wasser, als ich durch meine Polbrille ca. einen Meter vor mir etwas rundes halb aus dem Sand ragen sah, ca. 20 cm Durchmesser, dunkle Farbe. Das Ding sah aus wie eine Teller- oder Panzermine (obwohl ich in natura noch nier eine gesehen habe, aber so stelle ich sie mir vor). Nachdem ich vorsichtig aus dem Wasser gegangen bin und ich mich mit meinem Kunpel beraten hatte, haben wir (wahrscheinlich unvorsichtiger Weise) unter Zuhilfenahme eines ca. 5m langen Astes das Ding aus dem Sand gehoben.

Da es in der Strömung davontrieb, gingen wir davon aus, daß es kein Kampfmittel sein konnte. Bei näherer Betrachtung stellte es sich als mit Algen besetztes Rad einer Gartenliege raus.

Hört sich vielleicht alles ein bißchen lächerlich an, aber meine Frage ist: Weiß jemand, ob Bäche und Flüße nach Kriegsende systematisch von Restbeständen des zweiten Weltkrieges befreit wurden? Es ist ja nicht unwahrscheinlich, dort noch etwas zu finden, wenn man bedenkt, in welchem Maße Hamburg bombardiert wurde und wie oft hier bei Bauarbeiten, alles gesperrt werden muß, weil mal wieder ne Fliegerbombe gefunden wird.

By the way: Als ich im letzten Sommer einen Tauchgang vor Heiligenhafen unternahm, um über das Jahr hängengebliebene Spinköder rauszuholen, fand ich ca. 30m vor der Küste etwas, was ich für ein Tischbein aus angerostetem Metall hielt und was sich beim Herausziehen als Munitinonsrest (ca. 40 cm Länge) erwies. Das Ding wurde später von Fachleuten geborgen. Habe leider nie erfahren, ob es sich um ein Kriegsüberbleibsel handelte oder um Ü-Mun aus Putlos.

Wer weiß was oder hat Erfahrungen ähnlicher Art gemacht?
 

polli

Member
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Ob systematish Bäche von WK-2 überbleibseln bereinigt wurde halte ich für ausgeschlossen.
Grund: Zu teuer.
Zudem noch nicht mal alle "außeraquatische" Reste entsorgt sind: Bei uns in der Pfalz sind noch WK-2 Kriegsflugzeugabstürze belegt, zum Teil aber noch nicht geborgen.
Wahrscheinlich halte ich aber, dass private Schatzsucher vieles geborgen haben: So war ich dabei wie ein solcher Schatzsucher in einem angrenzenden Bach Munition aus dem 70/71 er Krieg geborgen hatte: Kugeln und eine Bajonette. Der 70/71 er Krieg hatte bei uns (Grenzreigion Elsass/Pfalz) sehr stark getobt....
Ich glaube deshalb dass gerade in/um unsere Bachläufe noch einiges herumliegt.
 

Uwe_H

Longhorn
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Im Rhein bei Ludwigshafen Mannheim wird immer mal wieder eine Fliegerbombe vom WK2 gefunden. Besonders aktiv waren die Jungs vom Kampfmittelräumdienst vor zwei Jahren im Jahrhundertsommer, der Rhein hatte so wenig Pegel, dass ziemlich viele Bomben entdeckt wurden!!!
Das wird sich wohl auch nicht vermeiden lassen, ab und an über solche Dinge zu stolpern!!!
 

angeltreff

hat keinen Titel
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Die Möglichkeit, über derartige Überreste zu stolpern - und damit auch Gefahr - besteht immer. Es ist aber alles eine Frage der Wahrscheinlichkeit, im "kriegsunversehrtem" Gebiet dürfte die Gefahr bei Null liegen. Dort wo aber Kämpfe tobten, wie hier in der Eifel (Hürtgenwald) liegt die Munition teilweise nur von einer dünnen Grasschicht bedeckt mehr oder weniger offen. Die "Schatzsucher" sieht man laufend, die lassen aber verständlicherweise die Munition liegen.
 

tomkat

Member
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

vor 2 oder drei jahren konnte man in mannheim haufenweise munition aus dem rhein in mannheim holen , der pegel war durch die hitze ziemlich unten und so konnte man dort einige kriegsreste finden.........
 
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Moinmoin.
Der Thread ist zwar etwas älter... aber das Thema ist aktuell.
Nein es gab keine Kampfmittelräumung in Flüßen und Bächen...
Einige WK2 Minenfelder sind auch noch nicht vollständig geräumt.
Der Kampfmittelräumdienst hat zuviel zu tun...

Wenn ihr Munition (egal welcher Art )findet, meldet dieses sofort bei der Polizei!! Die Beamten sind sehr freundlich, sie tun auch Schwarzangler nix, falls diese Fundmunition melden!
Größter Fehler: Die Lage der Dinger verändert... Es gibt phosphorbomben, so groß wie Kugelschreiber sind. Wenn Phosphor mit Sauerstoff in Verbindung kommt, fängt er sofort an zu brennen...mit Wasser kann man ihn nicht löschen...Der brennt runter bis auf die Knochen!!
Einige Sprengstoffe gehen chemische Verbindungen ein, bei denen Nitro-Glycerin entstehen kann....
Eine Lageveränderung kann zur Beerdigung führen...
Falls ihr etwas am Wasser findet, das gefährlich sein könnte bzw. nicht kennt-- lieber Vorsicht walten lassen und Polizei rufen!!
 
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Das Zeug ist echt SAU GEFÄHRLICH ich kann meinem Vorschreiber nur beipflichten:
Ein bekannter von mir har mal was gefunden und dann auch ausm wasser genommen (wir warne zu dritt) und der Dritte im Bunde (ehemaliger Kampfmittelräumdienstler) meinte, er solle das sofort so weit wie möglich wegwerfen.
Ende vom Lied: Schwein gehabt wir konnten noch ganze 4 sekunden rennen.
Darum merket euch, Kinder: Phosphor verschwindet nich!

Mal nebenbei:
Was habt ihr schon so alles gefunden?
 

Franky D

Active Member
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

bei uns is letzten sommer in der nähe des Flusses auch ne alte phosphor granta hochgegeangen hatte keine fremdeinwirkung
 
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Ja die dinger gehen auch einfach hoch, wenn die Hülle durchrostet.....

EDIT: Juhuuuu mein 100ster Beitrag!
 

Flala - Flifi

Flachland - Fliegenfischer
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Moin!

Bei uns in der Ilmenau zwischen Uelzen und Jastorf wurden vor einigen Jahren bei sommerlichem Niedrigwasser größere Mengen Raketen für die sogenannten "Stalinorgeln" der deutschen Wehrmacht gefunden. Diese wurden vermutlich beim fluchtartigen Rückzug einfach dort abgekippt, um Gewicht zu sparen.
Der Kampfmittelräumdienst war mehrere Tage mit der Bergung und Nachsuche beschäftigt.
Wenn ich überlege, dass ich dort Jahrelang am und im Wasser unterwegs war, wird mir doch etwas mulmig.

Gruß,

Martin
 

LocalPower

Rutenzerlatscher
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Moin!
Bei uns in der Ilmenau zwischen Uelzen und Jastorf wurden vor einigen Jahren bei sommerlichem Niedrigwasser größere Mengen Raketen für die sogenannten "Stalinorgeln" der deutschen Wehrmacht gefunden.
Gruß,

Martin

Die sogenannten "Stalinorgeln" waren aber eigentlich Raketenwerfer für Katjuscha-Raketen der Roten Armee. ;)
Die Deutschen besaßen aber auch Werfer der verschiedensten Art. (sog. Nebelwerfer, Werfer 41, Werfer 42 usw.)
 

duck_68

Active Member
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Vor kurzem war im Fernsehen ein interessanter Bericht über Bernsteinsucher auf Rügen. Dort wurde berichtet, dass es immer wieder zu Funden von Phosphor Stücken kommt, die im Wasser relativ ungefährlich sind, aber an der Luft binnen Sekunden anfengen zu Brennen. Ein "Bersteinfinder" kam dabei mit Verbrennungen an den Beinen und Händen noch recht glimpflich davon, nur weil er geistesgegenwärtig in die Ostsee gesprungen ist! Diese Phosphorstücke sehen Bernstein zum Verwechseln ähnlich!

Gruß
Martin
 

Gardenfly

Active Member
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Bei Kriegsende haben die Wehrmachtssoldaten eigentlich jedes Gewässer genutzt um ihre Waffen los zu werden, gerade am Brücken kann noch eine Menge liegen und wegen der Wertarbeit auch noch explosionsfähig.
Nach dem Krieg haben die Besatzer (hier die Engländer) auch alles Eingesammelte so Entsorgt, bzw versucht mit Granaten Fische zu fangen.
 

nemles

Master of Desaster
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Vor kurzem war im Fernsehen ein interessanter Bericht über Bernsteinsucher auf Rügen. Dort wurde berichtet, dass es immer wieder zu Funden von Phosphor Stücken kommt, die im Wasser relativ ungefährlich sind, aber an der Luft binnen Sekunden anfengen zu Brennen. Ein "Bersteinfinder" kam dabei mit Verbrennungen an den Beinen und Händen noch recht glimpflich davon, nur weil er geistesgegenwärtig in die Ostsee gesprungen ist! Diese Phosphorstücke sehen Bernstein zum Verwechseln ähnlich!

Gruß
Martin


Und nicht nur das, wir haben als Kinder und Jugendliche auf Rügen am liebsten nach einem schönen Nord-Ost-Sturm den Strand nach so genannten "Stangis" abgesucht. Das waren Stangen (sahen aus wie schwarz-graue Salzstangen) zwischen 3cm und evtl 15cm mit ca. 3mm Durchmesser. Die lagen sehr häfig zwischen den Steinen bei uns in Sassnitz in der Hafennähe. Wenn man die getrocknet hatte, konnte man die wie eine Minifackel anzünden. Und die brannten wie verrückt. Noch besser war, mehrere zu einem Bündel zu schnüren und dann ab damit.
Meine Eltern damals behaupteten das wären irgendwelche Teile von Zündvorrichtungen für ??? gewesen.
Im NO von Rügen soll sich ein großes Gebiet in der Ostsee befinden, wo kurz vor W2-Ende massiv Munition versenkt wurde. Und das wird nun ab und zu angespült.
 

Flala - Flifi

Flachland - Fliegenfischer
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Moin!

Bitte verzeiht die Unkenntnis eines Kriegsdienstverweigerers in Sachen Militärtechnik. Hochexplosiv war der Scheiß laut unserer Lokalzeitung jedenfalls...

Martin
 
AW: 2WK Kampfmittel in Bächen und Flüssen?

Nemles: N zünder von nem Gewehr ist das sicherlihc nicht.....klingt spontan nach Initialzünder für Leichte Sprengstoffe oder nach "Kanonenfutter" was heißt, dass man damit vielleicht irgendwelche großgeschosse logetreiben hat..
 
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