Anglerboard Basics: Köderfische richtig einfrieren

Dieses Thema im Forum "Raubfischangeln und Forellenangeln" wurde erstellt von Christian.Siegler, 12. November 2018.

By Christian.Siegler on 12. November 2018 um 14:30 Uhr
  1. Christian.Siegler

    Christian.Siegler Administrator Mitarbeiter

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    Er ist der wahre Klassiker fürs Raubfischangeln: der Köderfisch. Schon unzählige Großhechte, kapitale Zander und Barsche gehen auf sein Konto. Wäre da nicht das Problem der Besorgung! Wir alle kennen das: Im Winter beißen die Räuber gut, die Köderfische aber nicht. Was tun? Ganz einfach. Im Sommer einen Vorrat an Köfis fangen und einfrieren. Dann klappt’s auch mit dem dicken Winterhecht. Doch beim fachgerechten Anlegen eines Köderfischvorrats gibt es einiges zu beachten!

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    Perfekter Köderfisch für die Winterangelei - jetzt schnell Versorgen!

    Nach dem Fangen kommt das Einfrieren! Und genau hierbei können viele Fehler passieren. Früher habe ich meine paar Köfis einfach in einen Plastikbeutel geworfen, diesen zugeknotet und in den Gefrierer gelegt. Wenn ich dann die kleinen Fischchen brauchte, musste der ganze Klumpen aufgetaut werden. So geht’s natürlich nicht! Hier zeige ich Euch, wie ich in vier Schritten meine Köfis einfriere:




    1. Sorgfältig Vorbereiten

    Trocknen.JPG
    Als erstes die Köfis waschen und trockenen


    Habe ich ein paar passende Köderfische gefangen, versuche ich diese so schnell wie möglich zu Versorgen. Vor dem eigentlichen Einfrieren säubere ich die Köfis mit frischem Wasser und tupfe diese anschließend mit Haushaltsrolle trocken. So sauber lassen sich unsere Köder bestens konservieren.

    2. Größen sortieren

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    Es macht Sinn, die Köderfische zu sortieren

    Jetzt sortiere ich die Köfis nach ihrer Größe. Schließlich bringt es nichts, wenn ich sieben Zentimeter kleine Barschköder mit 25 Zentimeter großen Hechtködern zusammen einfriere. Zwei bis vier gleichgroße Köderfische pro Beutel machen dabei deutlich mehr Sinn.

    3. Sicher Einschweißen

    Vakuum.JPG
    Ein günstiger Vakuumierer leistet beste Dienste

    Nun der wichtigste Schritt: das Einschweißen. Ich habe viel experimentiert: Köfis in Alufolie und extra Beutel, Köderfische in Zippbeutel oder Frischhaltefolie. Aber das Nonplusultra ist das Vakuumieren! Hier setzte ich auf ein Vakuumiergerät und stabile Beutel. Das alles muss nicht teuer sein. Mein Vakuumierer hat nur 25 Euro gekostet. Diesen verwende ich übrigens auch für meine Speisefische. Klar, so ein Gerät hält nicht mit einem Profi-Vakuumierer mit, aber für meine Zwecke reicht das völlig.


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    Gute Beutel sind Pflicht

    Bei den Beuteln setze ich allerdings auf Qualität! Die derben Wabenbeutel eigenen sich dafür hervorragend. Bitte verzichtet auf gewöhnliche (dünne) Beutel. Oft klappt damit der Vakuumierprozess nicht und die Beutel reißen zu schnell ein. Dadurch bekommen unsere Köder Gefrierbrand und werden nutzlos. Mit so einem Vakuumierer, den richtigen Beuteln und gut vorbereiteten und trocken getupften Köfis klappt das Einschweißen gut und wir können entspannt dem Winter entgegenfiebern.

    Perfekt.JPG
    Perfekt eingeschweißte Köfis


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    Der Vorrat ist gesichert und der Winter kann kommen

    4. Richtig Lagern

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    Die richtige Lagerung ist wichtig

    Der letzte Schritt ist die richtige Lagerung. Wie bereits erwähnt, müssen wir sehr darauf achten Gefrierbrand zu vermeiden. Dieser entsteht durch beschädigte Gefrierbeutel. So kommt Luft ans Eingefrorene und trocknet unsere Fische aus. Wir sollten unsere Köfis nun möglichst eben oder flach und ordentlich in der Truhe lagern.

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    Flach und ordentlich - so hat Gefrierbrand keine Chance

    Stopfen wir sie allerdings in die letzten Ecken unseres Frosters, legen sich die noch weichen Köder um das restliche Tiefkühlgut. Beim Herauszerren des Weihnachtsbratens, beschädigen wir möglicherweise so unseren Beutel der Köfis und zerstören die ganze Arbeit. Besser gesondert und ordentlich lagern, dann klappt’s auch mit dem kapitalen Winterhecht – oder wie letztens bei mir: mit einem schicken Spätherbst-Zander!
    Zander.JPG
    Der Lohn für die ganze Arbeit


    Ich hoffe, der Artikel hat Euch gefallen! Falls Ihr noch weitere Tipps dafür habt oder Fragen, dann schreibt mir einfach einen Kommentar unter den Artikel. Ich bin auf Euer Feedback gespannt!
     
    reticulatus, Dennis Knoll und Testudo gefällt das.

Kommentare

Dieses Thema im Forum "Raubfischangeln und Forellenangeln" wurde erstellt von Christian.Siegler, 12. November 2018.

    1. Christian.Siegler
      Christian.Siegler
      Naja, manchmal muss man doch einfach probieren, was geht und was nicht. Wenn man alles gleich verwirft, wäre wahrscheinlich auch keiner drauf gekommen, dass Hechte auf Metall-Löffel beißen. Warum sollten sie auch Metall fressen?
      Karpfen haben auch Zeit, in Salz eingegelgte Boilies zu probieren und fressen diese dann. Wie gesagt: Salz wird sogar als Lockstoff für Fische verwendet. Gesalzene Gummifische gibt es ja auch.
    2. Fischkopp 1961
      Fischkopp 1961
      Auftreiben....eben gerade beim DS eher von Vorteil!thumbsup
    3. Zander Jonny
      Zander Jonny
      Für Drachkovitch reichen mir eigentlich die normalen köfis aus. Habe letztens erst 6-7 Stunden mit 2 Rotaugen am drachkovitch geangelt, zwar ohne Fisch aber das werfen haben sie über die ganze Zeit ausgehalten. Außerdem geht auch viel an Bewegung beim köfi verloren wenn die durch Salzen fester werden .
      Testudo gefällt das.
    4. Tomasz
      Tomasz
      Ich habe zumindest in der Ostsee und in Norwegens Fjorden die Erfahrung gemacht, dass die Köderfische oder Teile davon umso besser fangen, je älter sie sind und bereits unfein riechen. Wir sind darauf gekommen, als wir keine frischen Köderfische bekommen konnten und schließlich die vom Vortag nehmen mussten. Als das überraschend gut geklappt hatte, haben wir dann tatsächlich ein Vergleichsfischen gemacht. Der Gammelköder war hier klar im Vorteil. Seit dem, fangen wir im Meer oder der Ostsee unsere Köder bereits am Vortag. Das klappt aber genauso mit eingefrorenen Fischen. Auch die lassen wir einen Tag aufgetaut liegen. Gerne auch so, dass sie leicht antrocknen um besser am Haken zu halten. Wenn das nicht klappt, werden sie am Haken fixiert. Gerade bei fetten Fischen, wie der Makrele, habe ich das Gefühl, dass diese nach einer gewissen Lagerungsdauer stärker ihr Fett/Öl abgeben und somit zusätzlich eine Duftspur legen.
      Wobei natürlich auch ganz frisch gefangene Köderfische, die unmittelbar nach dem Fang angeködert werden und eventuell auch noch etwas ausbluten sehr gut funktionieren. Allerdings lässt dieser Effekt relativ schnell nach.
      Ich schwöre auf Gammelfisch, habe es aber noch nicht auf unsere Süßwasserräuber probiert.

      Gruß

      Tomasz
    5. Christian.Siegler
      Christian.Siegler
      Das stimmt. Ist ein Argument!

      Echt spannend! Danke fürs Feedback. Ich probier das diesen Winter definitiv mal aus. Habe mir sowieso auf die Fahne geschrieben, jetzt mehr mit Köderfisch zu angeln... Das wird auf Hecht getestet!
    6. Mind
      Mind
      Wenn man die Köfis mit Salzlake einsalzt werden die richtig schön Zäh. Super für Drachko und Konsorten. Auch Sardinen und Co. werden damit angeblich relativ fest ausprobiert habe ich das aber selber noch nicht..
    7. Testudo
      Testudo
      Eingesalzene Köderfische passiv auf Hecht ausgelegt hat bei mir gut funktioniert. In Salz konservierte Rotaugen am Drachkovitch fand ich zu spröde.Sie werden zwar härter, aber meiner Meinung nach nicht stabiler. Sie haben nicht mehr die Geschmeidigkeit und gehen m.M.n. schneller kaputt.
    8. hanzz
      hanzz
      So ging es mir auch mit Salz-Ukels am Dropshot. Da gabs recht schnell einen Genickbruch und es hing nur noch der Kopf am Haken.
    9. reticulatus
      reticulatus
      Hi Leute,

      ich nutze seit Jahren eingefrorene Köderfische, meist Barsche , Kaulis und Mühlkoppen(Groppen), da diese bei mir zahlreich vorkommen und ich mit genau diesen Fischen die besten Ergebnisse erzielt habe, dort wo sie vorkommen sollen auch die massenhaft auftauchenden Grundelarten ware Topköder sein, auch die sind von der Konsistenz her gesehen wohl mehr als nur eine Alternative.

      1. Sie sind nach dem Auftauen von bester Konsistenz,

      2. halten allen Würfen stand,

      3. fangen vom Aal über den Barsch, Bach-,See- und Regenbogenforellen, auch Saiblinge, Hechte, Zander und vorallem Aalrutten(Trüschen)!

      Ebenso werden sie "portionsweise" mit einem Vacuumierer eingeschweißt, je nach Größe 2-5 Stück, und wandern dann in den Gefrierschrank in das Fach "Futter" das komplett meinen Angelködern und dem Schlangenfutter vorbehalten ist!

      Wer keinen Vacuumierer hat, kann seine Köfis auch Glasieren, das heißt, friert sie normal ein und im eingefrorenen Zustand im Wasserbad kurz tauchen, wieder in die Gefriere und diesen Vorgang mehrmals wiederholen, bis der Köfi komplett mit einer Eisschicht überzogen ist, anstatt tauchen, geht auch eine Sprühflasche, ein Einvacuumieren ist danach nicht mehr nötig, da die Köfis durch die Eisschicht keinen Gefrierbrand bekommen können!
      Das funktioniert auch mit allen anderen angelködern, die eingefroren werden!

      Gesalzene Köderfische sind zwar etwas fester, durch die Austrocknung allerdings auch "brüchiger".
      hanzz und Testudo gefällt das.
    10. Christian.Siegler
      Christian.Siegler
      Grundeln sind super Köderfische. Als das mit der GRundelinvasion am Main so langsam los ging, wollte keiner so richtig glauben, dass die als Köfis taugen. Ich auch nicht.
      Als dann aber ein Kumpel mit ner Grundel einen fetten Zander beim Nachtansitz erwischte, waren alle Zweifel verflogen...

      Das Glasieren hört sich recht aufwändig an... Aber ok, wenn man keinen Vakuumierer parat hat, ist es eine Notlösung.
    11. reticulatus
      reticulatus

      Weniger Aufwand, wie mancher denkt, liest sich nur sehr aufwändig.
      5 Minuten wird wohl jeder mal übrig haben, wenn man den sonstigen Zeitaufwand für seine Leidenschaft Angeln betrachtet, sind 5 Minuten ein-bis zweimal am Tag und das 2-3Tage in Folge nichts!
    12. Christian.Siegler
      Christian.Siegler
      Da ist was dran...
    13. knutwuchtig
      knutwuchtig
      glasieren ist gar nicht so aufwändig , wie man meint. viele tauchen die gefrorenen köder.
      einfacher und schneller geht es , wenn man sie mit einem feinen wassernebel besprüht.
      dazu reicht eigentlich eine leere saubere flasche eines fensterreinigers oder ähnliches .
      der feine sprüh nebel friert sofort an. wem die glasur zu dünn ist besprüht man sie ein zweites mal
      und man kann sie anschließend verpacken und wieder einfrieren .

      zum glasieren müssen die fische nicht einmal vollständig durchgefroren sein. es reicht , wenn sie so weit runter gekühlt sind , das der feinen nebel sich als eisschicht niederschlägt. das verringert evtl dann die vorbereitungszeit. wichtig ist , das beim runterkühlen bzw anfrieren die fische einzeln auf einem rost oder platte liegen und sich nicht berühren
      viel mehr platz nehmen solche glasierten fische nicht weg .

      wer keinen vacuumierer hat , braucht eigentlich nur einen eimer wasser. man taucht die fast geschlossene tüte mit gefriergut langsam in das wasser , bis zum tütenrand.
      der wasserdruck sorgt dafür, das die luft entweicht . anschießend restluft kurz absaugen oder sofort die tüte verschließen .
      versucht es mal .ein test wird euch überzeugen.natürlich ist ein vacuumierer besser .
      Zuletzt bearbeitet: 17. November 2018
      hanzz und Tobias85 gefällt das.
    14. Tobias85
      Tobias85
      Großartiger Tipp, Danke! :)
    15. rolfmoeller
      rolfmoeller
      und immer schön kennzeichnen auf den Tüten wo die Köfis gefangen wurden.
      Nur nicht verwechseln und ne Wasserpest auslösen.

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