Pilker sind beim Meeresangeln unverzichtbar und gehören auf jeder Norwegenreise ins Gepäck. Doch die Auswahl an Modellen und Formen ist riesig. Wir stellen Euch die wichtigsten Pilker-Typen vor und zeigen, welche Pilker Ihr in Norwegen wirklich braucht – und worauf es bei Auswahl und Einsatz ankommt.

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Pilker gehen immer

Norwegen. Weite Fjorde. Salziges Wasser. Und die Aussicht auf mächtige Fische. Es ist dieser Moment, auf den ich mich monatelang gefreut habe: Endlich am ersten Spot dieser Norwegenreise angekommen. Rute geschnappt, Köder eingehängt – los geht’s! Köder? Ja, fast immer fällt in solchen Situationen meine Wahl auf den guten alten Pilker – nicht immer derselbe, aber der Klassiker unter den Meeresangelködern fängt einfach alles. Gerade zu Beginn eines Angeltages ist der Pilker meine erste Wahl: Ich finde schnell heraus, ob Futterfisch da ist, kann verschiedene Tiefen absuchen und habe jederzeit die Chance, einen dicken Dorsch, kräftigen Köhler oder anderen Räuber zu fangen.

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Pilker sind der Nummer eins Köder beim Meeresangeln in Norwegen

Aber welcher Pilker ist der richtige? Denn die „heißen Eisen“ für kalte Fjorde unterscheiden sich in Farbe, Form und Gewicht – und damit auch in ihren Eigenschaften. Ein Überblick hilft bei der Auswahl.

Fängiges Metall: So funktionieren Pilker

Pilker bestehen in der Regel aus schweren, salzwasserresistenten Metallen und sind am Ende mit einem Drilling ausgestattet. Aufgrund der hohen Materialdichte kam lange Zeit vor allem Blei zum Einsatz. Inzwischen wird dieses jedoch zunehmend durch Stahl und andere umweltfreundlichere Materialien ersetzt.

Eine einfache Faustregel hilft bei der Auswahl: Je flacher oder gebogener ein Pilker, desto mehr Aktion – je kompakter, desto schneller sinkend. Hier gilt es, den richtigen Kompromiss aus Aktion und Gewicht zu finden – abhängig von Driftgeschwindigkeit, Angeltiefe und Zielfisch.

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Assist-Haken sind eine gute Alternative zu Drillingen an Speed-Pilkern

Daraus folgt: Wer tief fischen muss oder bei starker Drift unterwegs ist, braucht andere Pilker als bei ruhigem oder flacherem Wasser. Dabei gilt stets die Devise: So schwer wie nötig, so leicht wie möglich! Wer die Eigenheiten der unterschiedlichen Formen kennt und gezielt einsetzt, erhöht seine Chancen. Wir stellen Euch die wichtigsten Formen und ihre Einsatzgebiete vor.

Taumelpilker: die Allrounder

In den goldenen Zeiten der Hochseeangelei auf der Ostsee entstanden zahlreiche Pilkermodelle, die genau auf die Anforderungen dieser Ära zugeschnitten waren. Die Köder mussten nicht nur weit fliegen, sondern sich auch verführerisch über den Grund führen lassen. So wurden echte Klassiker geboren: Modelle mit Namen wie „Danmark“ oder aus dem Hause Eisele der „Select“, sind bis heute vielen Meeresanglern ein Begriff. Diese „Eisen“ machen mit dem passenden Gewicht auch in Norwegen eine gute Figur.


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Klassische Pilker besitzen oft eine taumelnde Aktion in der Absinkphase

Typisch für viele dieser Pilker: eine asymmetrische Form oder ein s-förmig gebogener Körper. Genau das verleiht ihnen in der Absinkphase eine taumelnde oder flatternde Aktion. Perfekt für mittlere Tiefen und wenig Drift. Tipp: Bei zu hektischem Pilken neigen diese Modelle zum Überschlagen. Besser gleichmäßig und rhythmisch führen!

Einsatztipps

  • starke Aktion
  • langsam sinkend
  • bis mittlere Tiefen
  • wenig bis moderate Drift

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Eine gute Wahl für den ersten Stopp: Klassische Pilker fangen nahezu alle Fischarten – Timo fing diesen Köhler damit

Tropfen- & Stabpilker: die Tiefenjäger

Wer bei starker Drift oder großer Tiefe angelt, braucht Köder mit wenig Widerstand. Tropfenpilker und Stabpilker sind genau dafür gemacht. Ihre Form ist schlank-schmal und auf schnelle Sinkgeschwindigkeit ausgelegt – sie gleiten pfeilschnell durch die Wassersäule. Tropfenpilker sind kopflastig mit einem dickeren Ende und spitz zulaufender Form. Bekannte Beispiele für die Kategorie sind „Riffpilker“, „S-Jigger“, „Kiel“ oder „Pearl-Select.


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Echte Tiefenjäger sinken besonders schnell und zeigen kaum Köderspiel

Sie gleiten pfeilschnell durch die Wassersäule bis zum Grund – ein entscheidender Vorteil, wenn kleine Hotspots wie Steinriffe oder Wracks gezielt beangelt werden sollen. Die Eigenaktion von Tropfen- und Stabpilkern geht gegen null. Dafür bieten sie minimalen Wasserwiderstand und lassen sich auch im hohen Tempo wieder einholen. Tipp: Auch ohne Haken eignen sie sich hervorragend als Gewicht an Naturködermontagen.

Einsatztipps

  • schnell sinkend
  • wenig Aktion
  • viel Drift
  • große Tiefen
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Die Köder – hier eine S-Jigger-Form – eignen sich perfekt zum Pilken in großen Tiefen

Bananenpilker: der Klassiker

Kaum ein Norwegenangler kennt ihn nicht: den Bananenpilker, besser bekannt als „Svenskepilk“ von Sølvkroken. Mit seiner langgezogenen, dreieckig gebogenen Form erinnert er nicht nur optisch an eine Banane – auch unter Wasser sorgt diese spezielle Silhouette für ordentlich Bewegung. Beim Ablassen gleitet der Köder in sanften Bögen von links nach rechts in die Tiefe. Viele Hersteller haben heute Varianten dieses Klassikers im Programm.


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Bananenpilker sind echte Klassiker – sie gehören in jede Reisetasche

Erhältlich ist der Bananenpilker in unterschiedlichsten Gewichtsklassen: von leichten 75 Gramm bis hin zu wahren Schwergewichten mit über einem Kilo. Das Gewicht richtet sich dabei nach der zu beangelnden Wassertiefe. Auch in Sachen Führung ist der „Svenskepilk“ flexibel: Mit kurzen Pilkbewegungen lässt sich punktgenau ein Hotspot abfischen, während lange, ausladende Züge größere Bereiche abdecken. Pilkpausen oder einfaches Halten sind eine gute Abwechslung. Ideal ist dieses Modell bei wenig bis mittlere Drift und in Tiefen bis etwa 100 Meter. Kein Wunder also, dass der Bananenpilker aus den Pilkerkisten vieler Meeresangler nicht wegzudenken ist.

Einsatztipps

  • langsam sinkend
  • viel Aktion
  • wenig bis mittlere Drift
  • bis rund 100 Meter Tiefe
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Dorsche lieben die starke Aktion der Pilker

Slow & Speed Jigs: moderne Pilkerformen

Ursprünglich aus der tropischen Fischerei stammend, haben sich Speed- und Slow Jigs längst auch in Norwegen etabliert – als spannende Alternativen zum klassischen Pilker. Speed Jigs sind schlank, symmetrisch und fürs schnelle Absinken und zügige Führung durchs Mittelwasser konzipiert – perfekt für aktive Räuber wie Köhler. Slow Jigs hingegen entfalten ihre Wirkung beim Absinken. Ihre asymmetrische, gebogene Form sorgt für ein taumelndes Spiel, das gerade träge Räuber am Grund überzeugt – ideal für Dorsch oder Leng in tiefem Wasser. Beide Jig-Varianten kommen meist ohne Drilling aus. Stattdessen sitzen ein oder zwei Assist-Haken am Kopf des Köders – das reduziert Fehlbisse und hält sicher im Drill. Ob schnell oder langsam: Diese modernen Pilker bringen frischen Wind ins Meeresangeln und lohnen sich nicht nur bei schwierigen Bedingungen.


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Slow- und Speed-Pilker unterscheiden sich in Form und Aktion

Einsatztipps
  • schnell sinkend (Speed Jig) | langsam sinkend (Slow Jig)
  • wenig Aktion beim Ablassen (Speed Jig) | viel Aktion (Slow Jig)
  • für Freiwasserräuber (Speed Jig) | für Grundfische (Slow Jig)
  • schnell sinkend (Speed Jig) | langsam sinkend (Slow Jig)

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Der Spitzkopfpilker rotiert beim Hochpumpen durch seine Schwanzflosse

Sonderformen: mehr als nur „Bleifische“

Wer bis hierher aufmerksam gelesen hat, erkennt schnell: Pilker lassen sich nur schwer in eine Schublade stecken. Viele moderne Modelle kombinieren verschiedene Eigenschaften – oder bringen Extras mit, die zusätzlichen Reiz erzeugen. So gibt es zum Beispiel zwei- oder mehrteilige Pilker, Modelle mit Löchern, hohle Ausführungen für Fischfetzen oder Pilker mit integrierten Gummi-Makks und Rasseln – der Variantenreichtum ist groß.


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Neben klassischen Modellen gibt es auch Sonderformen wie geteilte Pilker oder Lochpilker, die innen mit Fischfetzen bestückt werden können

Auch Seewolfklopfer zählen im weiteren Sinne dazu zu Pilkerformen. Statt eines Drillings sind sie mit ein oder zwei Einzelhaken an kurzen Mundschnüren ausgestattet – oft garniert mit Lockperlen und Gummi-Oktopussen.

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Eine besondere Pilkerform: der Seewolfklopfer

Fängig mit Naturköder: noch mehr Reiz

Wer den Haken des Pilkers mit Fischfetzen oder sogar einem halben oder ganzen toten Köderfisch garniert, erhöht die Fängigkeit – besonders dann, wenn auch andere Räuber wie Seewolf, Rotbarsch, Lumb und Leng auf dem Fangzettel stehen. Ideal sind dafür schnell sinkende Pilker, denn die zusätzliche Garnierung dämpft das Köderspiel ohnehin. Langsame Pilkbewegungen oder einfaches Halten am Grund reichen dann oft aus, um die Räuber zum Anbiss zu verleiten.


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Fischfetzen am Pilker locken viele verschiedene Arten an

Hakenaufhängung: weniger Aussteiger im Drill

Standardmäßig sind Pilker mit einem Drilling am Sprengring ausgestattet. Das ist für den Normalfall auch absolut ausreichend. Gelegentlich drehen sich die Fische aber wie wild um die eigene Achse und hebeln den Haken s heraus. Die Lösung: Einen starken Tönnchen- oder Kugellagerwirbel zwischen Pilker und Drilling schalten. Das verhindert das Verdrehen und reduziert Fischverluste deutlich.


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Ein Wirbel zwischen Pilker und Drillingen minimiert Aussteiger im Drill