Erst 20, dann 18, jetzt 15 und bald 10 Kilo? Die norwegische Regierung verschärft die Regeln für die Fischausfuhr durch Touristen. Für viele Norwegen-Angler ist das auch ein Grund für einen Angelurlaub im Norden. Wir geben einen Überblick über die aktuellen Regelungen und lassen zudem Reiseveranstalter und Gerätehersteller zu Wort kommen.
Eine atemberaubende Landschaft macht den Angelurlaub in Norwegen für Touristen unvergesslich
Die Aufschreie bei Norwegen-Anglern sind groß. Auch unter Angelreiseveranstaltern herrscht eine gewisse Nervosität. Die zentrale Frage lautet: Wohin entwickelt sich der Angelurlaub in Norwegen?
Bereits im Jahr 2025 beschloss die norwegische Regierung neue Bestimmungen für die Ausfuhr von Fisch durch Touristen. Dazu zählen verpflichtende tägliche Fangmeldungen für Angelcamps und Tourismusanbieter, ein Mindestalter von zwölf Jahren für die Nutzung der Exportquote sowie eine verschärfte Dokumentationspflicht bei der Ausfuhr. Seit Beginn dieses Jahres 2026 sind die bereits beschlossenen Gesetzesverschärfungen in Kraft. Touristen dürfen seit dem 1. Januar 2026 zweimal pro Jahr jeweils 15 Kilo Fisch aus Norwegen ausführen.
Bleiben die Filetierhäuser in Zukunft leer?
Im kommenden Jahr wird diese Ausfuhrmenge nochmals reduziert: Dann sind pro Ausreise nur noch 10 Kilo erlaubt. Ziel der Maßnahmen ist es laut Marianne Sivertsen Næss, Ministerin für Fischerei und Ozeane, eine nachhaltige und zukunftsfähige touristische Fischereiwirtschaft zu gewährleisten. Damit sollen die Fischbestände langfristig geschont werden. Gleichzeitig will die Regierung die Fangquoten von Angeltouristen besser kontrollieren, illegalen Fischschmuggel eindämmen und den Angeltourismus insgesamt nachhaltiger gestalten.
Mehr als Fisch!
Wohin geht die Reise für die norwegischen Angel-Camps?
Wir dürfen gespannt sein, welche weiteren Maßnahmen künftig auf Angeltouristen in Norwegen zukommen. Verschiedene Vorschläge werden derzeit in Arbeitsgruppen der norwegischen Fischereidirektion diskutiert. Beispielsweise liegen auch Ideen für weitere Fangbeschränkungen oder die Einführung eines Touristenfischerei-scheins, wie es ihn in anderen Ländern bereits gibt, auf dem Tisch. Beschlossen sind diese Vorschläge zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht.
Norwegen-Angler haben individuelle Gründe, warum sie eine Reise in den Norden unternehmen. Für den einen spielt die Ausfuhrquote eine größere Rolle, für einen anderen steht das Erlebnis Norwegen mit seiner oftmals unberührten Natur und den Weiten der Fjorde im Mittelpunkt.
Wie viel Kilo Fisch dürfen Urlauber bald aus Norwegen noch ausführen?
Alternativen wie Reisen nach Island in die Westfjorde oder nach Norddänemark gibt es durchaus und sie bieten im Vergleich zu Norwegen ein völlig anderes Erlebnis. Bei der Reiseentscheidung sollte daher eine zentrale Frage im Vordergrund stehen: nicht, wo man am meisten Fisch bekommt, sondern vielmehr, was man von seiner Reise erwartet.
DIE MEINUNGEN
„Alles in allem sind und bleiben wir zuversichtlich“
Lennart Lau von Angelreisen Teltow (Foto: https://www.angelreisen-teltow.de/)
„Es war zu erwarten, dass sich die Ausfuhrquote ändern würde. Nach der Veröffentlichung der Reglementierungen für 2026 und 2027 herrschte bei unseren Kunden zunächst großer Aufruhr. Viele Anfragen und Gespräche drehten sich um dieses Thema. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch Akzeptanz. Momentan erhalten wir unterschiedliche Reaktionen in unseren Beratungsgesprächen. Einige Gruppen planen künftig nur noch eine Norwegen-Reise pro Jahr, andere verlagern ihren Fokus auf das gezielte Angeln bestimmter Fischarten. Außerdem gibt es auch die Norwegen-Freunde, die sich bei ihrer Buchungsentscheidung von dem Thema nicht beeinflussen lassen. Wir von Angelreisen Teltow spüren bei den Buchungen für 2026 keinen Unterschied zu 2024 oder 2025. Auch für 2027 erkennen wir – Stand jetzt – noch keine Veränderungen. Gleichwohl beobachten wir ein Umdenken bei den Anglern. Es wird stärker darüber nachgedacht, woraus ein Angelurlaub in Norwegen bestehen soll. Für viele ist dieser mehr als nur Angeln. Er ist Zeit mit Freunden, das Sammeln von unvergesslichen Momenten, Ruhe und Erholung in einer wunderschönen Natur und vieles mehr – alles in allem sind und bleiben wir zuversichtlich.“
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„Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass die Behörden die 10-Kilo-Grenze noch einmal überdenken“
Stine S. Haldorsen (Geschäftsführerin) von Din Tur AS (Foto: https://www.dintur.no/de/)
„Wir als Din Tur teilen die Sorgen vieler Angler über die geplante Reduzierung der Ausfuhrquote auf 10 Kilo. Wir finden, dass eine Quote von 15 Kilo fairer wäre: Sie würde den Bedürfnissen der Gäste, der Camps und den Zielen einer nachhaltigen Nutzung der Meeresressourcen besser gerecht werden. Din Tur arbeitet deshalb aktiv daran, Lösungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Meeresressourcen mit stabilen und vorhersehbaren Rahmenbedingungen für den Angeltourismus in Norwegen bis 2027 den Behörden und Entscheidungsträgern aufzuzeigen.
Als einer der größten Akteure im Bereich des Fischereitourismus, mit mehr als 100 Angelcamps in unserem Portfolio, verspüren wir eine besondere Verantwortung und möchten stellvertretend als gemeinsame Stimme dafür auftreten. Gerade für Camps in Küstenregionen mit wenigen alternativen Einnahmequellen sind verlässliche Regeln entscheidend. Viele dieser Betriebe sind kapitalintensiv aufgebaut und auf stabile Rahmenbedingungen angewiesen. Kurzfristige Änderungen sowie neue Regelungen können wirtschaftlichen Druck erzeugen. Stabilität ist deshalb wichtig – für Investitionen, Arbeitsplätze und das langfristige Bestehen der Camps.
Wie das tatsächliche Ergebnis aussehen wird, ist natürlich eine politische Frage. Aber wir geben nicht auf – wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass die Behörden die 10-Kilo-Grenze noch einmal überdenken, bevor sie in Kraft tritt.“
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„Die priorisierte Variante, […], wäre […] 15 Kilo pro Person pro Jahr.“
Frank Brodrecht von Kingfisher Reisen (Foto: https://www.kingfisher-angelreisen.de/)
„Die Diskussionen und Pläne zur Fischausfuhr haben bei unseren Partnern in Norwegen und auch bei unseren Gästen für erhebliche Verunsicherung gesorgt. Dabei sind es weniger die derzeitigen Bestimmungen mit einer Reduzierung der Fischausfuhr auf 15 Kilo, sondern die darüber hinaus geplanten weiterführenden Beschränkungen, die ab 2027 in Kraft treten sollen, die auf großen Widerstand stoßen. In diesem Frühjahr sind weitere Treffen und Anhörungen geplant, bei dem die NHO Reiseliv (Anm.: Norwegian Hospitality Association), Behördenvertreter und einige unserer Partner in Norwegen zusammenkommen und noch einmal die Pläne für 2027 diskutieren. Die priorisierte Variante, mit der die meisten Vertreter der Branche – uns eingeschlossen – leben könnten, wäre die Festlegung auf eine einmalige Ausfuhr von 15 Kilo pro Person pro Jahr. Sollte die Reduzierung auf 10 Kilo Fischausfuhr verabschiedet werden, rechnen wir mit deutlichen Umsatzeinbußen in Norwegen.“
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„Für mich wiegt das Erlebnis Norwegen mehr als das Filet in der Kühlbox“
Michael Eisele von Eisele Sea Fishing (Foto: https://launch.m-eisele.net/)
„Die neuen norwegischen Ausfuhrregelungen für Touristen verunsichern unsere Kunden. Ziel ist es, den ‚Kühltruhentourismus‘ einzudämmen und die Bestände zu schonen – ein Anliegen, das jedem Norwegen-Angler wichtig sein sollte. Ob die Regelungen tatsächlich greifen und die angepeilten Ziele erreichen, bleibt abzuwarten. Zudem sind wir als Touristen zu Gast in Norwegen und haben die geltenden Regeln zu befolgen. Verantwortungsbewusste Angler wissen um die sinnvolle Fischverwertung und kommen auch mit 10 oder 15 Kilo aus. Im Vordergrund steht das Erlebnis Angeln in Norwegen: Natur, großartige Fische und immer noch ausreichend Fisch für zu Hause. Die neuen Regeln werfen aber auch Fragen auf, beispielsweise bei einer schnell erreichten Quote oder dem Fang eines kapitalen Einzelfisches – Antworten werden sich auch hier finden. Wären 10 Kilo Ausfuhrquote von Anfang an erlaubt gewesen, wäre die Diskussion deutlich ruhiger verlaufen. Wer aufgrund der Bestimmungen nicht mehr nach Norwegen reisen möchte, muss dies für sich selbst entscheiden. Für mich wiegt das Erlebnis Norwegen mehr als das Filet in der Kühlbox.“
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„Norwegen ist mehr als Fangzahlen“
Lars Duziack von Onken Tours (Foto: https://onkentours.de/)
„Fangquoten sollten aktuell ruhig und differenziert betrachtet werden. Es gibt keinen einfachen, pauschalen Lösungsweg. Unsere Stammkunden bei Onken Tours bleiben uns auch bei möglichen Reduzierungen auf 15 oder 10 Kilo treu. Das zeigt: Angeln in Norwegen bedeutet für viele längst mehr als reine Fangmengen. Gerade in Romsdal stehen Natur, Erlebnis und gemeinsame Zeit im Vordergrund – das spüren wir in Buchungen und Gesprächen mit unseren Gästen. Die geplanten Änderungen sind kein Angriff auf den Angeltourismus, sondern eine Reaktion auf Missbrauch durch wenige. Auch in Norwegen selbst gibt es zwei Lager: Befürworter der Maßnahmen und jene, die eine Existenzgefahr für Angelcamps sehen. Pauschale Fangquoten sind zwar leicht umzusetzen, aber nicht zwangsläufig zielführend. Sinnvoller wären differenzierte Regelungen nach Fischarten sowie eine bessere Nutzung digitaler Fangdaten. Wir befürworten Regulierung und Nachhaltigkeit – aber bitte datenbasiert und mit Augenmaß. Norwegen ist mehr als Fangzahlen und genau das vermitteln wir unseren Gästen.“
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„Wer bereit ist, findet weiterhin ein unvergleichliches Angelparadies“
Björn Otto von Angelreisen Halver (Foto: https://angelreisen-halver.de/)
„Aus dem täglichen Geschäft merken wir: Viele Angler sind frustriert. Sie fühlen sich zu Unrecht für den Fischrückgang in Norwegen verantwortlich gemacht, der auch auf die Berufsfischerei und den Klimawandel zurückgeht. Die Mehrheit der Norwegenangler sind vernünftige Leute. Hier hat die norwegische Regierung eine Chance verpasst, eine wirklich ressourcenschonende Regelung zu schaffen, die auch den Fischschmuggel effektiv eindämmt. In Nordnorwegen wird es wohl Buchungsrückgänge geben; manche Unterkünfte stehen bereits zum Verkauf. Für Mittelnorwegen spüren wir das bislang kaum, aber die Unzufriedenheit der Kunden ist spürbar.
Alternativen zu Norwegen gibt es kaum: Island hat zu geringe Kapazitäten, Ostsee und Dänemark bieten längst nicht das gleiche Erlebnis. Norwegen bedeutet mehr als Angeln – es ist auch Zeit mit Freunden und vieles mehr. Ein Umdenken ist nötig: selektiv und gezielt auf Arten angeln statt auf Masse. Wer dazu bereit ist, findet weiterhin ein unvergleichliches Angelparadies.“
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„Wer Norwegen liebt, wird dieses wunderbare Land weiterhin besuchen“
Sebastian Boch von Ferienhäuser Boch (Foto: https://www.ferienhaeuser-boch.de/)
„Natürlich erreichen uns viele Fragen zu den neuen Ausfuhrbestimmungen. Manche ärgern sich darüber, anderen ist es gleichgültig – doch Veränderungen werden oft zunächst skeptisch betrachtet. Am Ende findet jeder seinen Weg, sich damit zu arrangieren. Ich bin überzeugt, dass sich künftig nicht allzu viel ändern wird und der Angeltourismus weitgehend so bestehen bleibt, wie wir ihn kennen. Wer Norwegen liebt, wird dieses wunderbare Land weiterhin besuchen und für Erstbesucher gibt es keine Änderung. Vielleicht zieht es sogar neue Gäste in den „kalten“ Norden, die – auch mit Blick auf den Klimawandel – ihren Angelurlaub in Norwegen verbringen. Natürlich ist es schön, am Ende des Urlaubs selbst gefangene Fische mit nach Hause zu nehmen. Für die meisten Norwegenfahrer ist das jedoch nicht das eigentliche Ziel der Reise. Beim Angeln geht es vor allem darum, Zeit mit Freunden oder der Familie zu verbringen, den Alltag hinter sich zu lassen, zu entschleunigen und Natur sowie Stille zu genießen. Wenn dann noch der eine oder andere kapitale Fisch im Boot landet, ist das Abenteuer perfekt. Angeln in Norwegen ist weit mehr als die Frage, ob man 10 oder 15 Kilogramm Fisch ausführen darf – es ist eine Leidenschaft, die wir lieben und leben.“
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AKTUELLE REGELN (Stand 16. Februar 2026)
2026:
Erlaubte Ausfuhrmenge: 15 Kilo Fisch, max. zweimal pro Jahr
Ab 2027:
Erlaubte Ausfuhrmenge: 10 Kilo Fisch, max. zweimal pro Jahr
Hinweis: Gilt für ganze Fische, Filets und verarbeitete Fischprodukte.
Weitere und aktuelle Infos findet Ihr auf der Homepage vom Fiskeridirektoratet:
https://www.fiskeridir.no/turistfiske
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DEINE MEINUNG ZÄHLT!
Diskutiere mit Gleichgesinnten zum Thema im ANGLERBOARD.
Einfach QR-Code scannen und direkt mitreden.
https://www.anglerboard.de/threads/angeln-in-norwegen-neue-regeln.362944/
Eine atemberaubende Landschaft macht den Angelurlaub in Norwegen für Touristen unvergesslich
Die Aufschreie bei Norwegen-Anglern sind groß. Auch unter Angelreiseveranstaltern herrscht eine gewisse Nervosität. Die zentrale Frage lautet: Wohin entwickelt sich der Angelurlaub in Norwegen?
Bereits im Jahr 2025 beschloss die norwegische Regierung neue Bestimmungen für die Ausfuhr von Fisch durch Touristen. Dazu zählen verpflichtende tägliche Fangmeldungen für Angelcamps und Tourismusanbieter, ein Mindestalter von zwölf Jahren für die Nutzung der Exportquote sowie eine verschärfte Dokumentationspflicht bei der Ausfuhr. Seit Beginn dieses Jahres 2026 sind die bereits beschlossenen Gesetzesverschärfungen in Kraft. Touristen dürfen seit dem 1. Januar 2026 zweimal pro Jahr jeweils 15 Kilo Fisch aus Norwegen ausführen.
Bleiben die Filetierhäuser in Zukunft leer?
Im kommenden Jahr wird diese Ausfuhrmenge nochmals reduziert: Dann sind pro Ausreise nur noch 10 Kilo erlaubt. Ziel der Maßnahmen ist es laut Marianne Sivertsen Næss, Ministerin für Fischerei und Ozeane, eine nachhaltige und zukunftsfähige touristische Fischereiwirtschaft zu gewährleisten. Damit sollen die Fischbestände langfristig geschont werden. Gleichzeitig will die Regierung die Fangquoten von Angeltouristen besser kontrollieren, illegalen Fischschmuggel eindämmen und den Angeltourismus insgesamt nachhaltiger gestalten.
Mehr als Fisch!
Wohin geht die Reise für die norwegischen Angel-Camps?
Wir dürfen gespannt sein, welche weiteren Maßnahmen künftig auf Angeltouristen in Norwegen zukommen. Verschiedene Vorschläge werden derzeit in Arbeitsgruppen der norwegischen Fischereidirektion diskutiert. Beispielsweise liegen auch Ideen für weitere Fangbeschränkungen oder die Einführung eines Touristenfischerei-scheins, wie es ihn in anderen Ländern bereits gibt, auf dem Tisch. Beschlossen sind diese Vorschläge zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht.
Norwegen-Angler haben individuelle Gründe, warum sie eine Reise in den Norden unternehmen. Für den einen spielt die Ausfuhrquote eine größere Rolle, für einen anderen steht das Erlebnis Norwegen mit seiner oftmals unberührten Natur und den Weiten der Fjorde im Mittelpunkt.
Wie viel Kilo Fisch dürfen Urlauber bald aus Norwegen noch ausführen?
Alternativen wie Reisen nach Island in die Westfjorde oder nach Norddänemark gibt es durchaus und sie bieten im Vergleich zu Norwegen ein völlig anderes Erlebnis. Bei der Reiseentscheidung sollte daher eine zentrale Frage im Vordergrund stehen: nicht, wo man am meisten Fisch bekommt, sondern vielmehr, was man von seiner Reise erwartet.
DIE MEINUNGEN
„Alles in allem sind und bleiben wir zuversichtlich“
Lennart Lau von Angelreisen Teltow (Foto: https://www.angelreisen-teltow.de/)
„Es war zu erwarten, dass sich die Ausfuhrquote ändern würde. Nach der Veröffentlichung der Reglementierungen für 2026 und 2027 herrschte bei unseren Kunden zunächst großer Aufruhr. Viele Anfragen und Gespräche drehten sich um dieses Thema. Mit der Zeit entwickelte sich jedoch Akzeptanz. Momentan erhalten wir unterschiedliche Reaktionen in unseren Beratungsgesprächen. Einige Gruppen planen künftig nur noch eine Norwegen-Reise pro Jahr, andere verlagern ihren Fokus auf das gezielte Angeln bestimmter Fischarten. Außerdem gibt es auch die Norwegen-Freunde, die sich bei ihrer Buchungsentscheidung von dem Thema nicht beeinflussen lassen. Wir von Angelreisen Teltow spüren bei den Buchungen für 2026 keinen Unterschied zu 2024 oder 2025. Auch für 2027 erkennen wir – Stand jetzt – noch keine Veränderungen. Gleichwohl beobachten wir ein Umdenken bei den Anglern. Es wird stärker darüber nachgedacht, woraus ein Angelurlaub in Norwegen bestehen soll. Für viele ist dieser mehr als nur Angeln. Er ist Zeit mit Freunden, das Sammeln von unvergesslichen Momenten, Ruhe und Erholung in einer wunderschönen Natur und vieles mehr – alles in allem sind und bleiben wir zuversichtlich.“
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„Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass die Behörden die 10-Kilo-Grenze noch einmal überdenken“
Stine S. Haldorsen (Geschäftsführerin) von Din Tur AS (Foto: https://www.dintur.no/de/)
„Wir als Din Tur teilen die Sorgen vieler Angler über die geplante Reduzierung der Ausfuhrquote auf 10 Kilo. Wir finden, dass eine Quote von 15 Kilo fairer wäre: Sie würde den Bedürfnissen der Gäste, der Camps und den Zielen einer nachhaltigen Nutzung der Meeresressourcen besser gerecht werden. Din Tur arbeitet deshalb aktiv daran, Lösungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Meeresressourcen mit stabilen und vorhersehbaren Rahmenbedingungen für den Angeltourismus in Norwegen bis 2027 den Behörden und Entscheidungsträgern aufzuzeigen.
Als einer der größten Akteure im Bereich des Fischereitourismus, mit mehr als 100 Angelcamps in unserem Portfolio, verspüren wir eine besondere Verantwortung und möchten stellvertretend als gemeinsame Stimme dafür auftreten. Gerade für Camps in Küstenregionen mit wenigen alternativen Einnahmequellen sind verlässliche Regeln entscheidend. Viele dieser Betriebe sind kapitalintensiv aufgebaut und auf stabile Rahmenbedingungen angewiesen. Kurzfristige Änderungen sowie neue Regelungen können wirtschaftlichen Druck erzeugen. Stabilität ist deshalb wichtig – für Investitionen, Arbeitsplätze und das langfristige Bestehen der Camps.
Wie das tatsächliche Ergebnis aussehen wird, ist natürlich eine politische Frage. Aber wir geben nicht auf – wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass die Behörden die 10-Kilo-Grenze noch einmal überdenken, bevor sie in Kraft tritt.“
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„Die priorisierte Variante, […], wäre […] 15 Kilo pro Person pro Jahr.“
Frank Brodrecht von Kingfisher Reisen (Foto: https://www.kingfisher-angelreisen.de/)
„Die Diskussionen und Pläne zur Fischausfuhr haben bei unseren Partnern in Norwegen und auch bei unseren Gästen für erhebliche Verunsicherung gesorgt. Dabei sind es weniger die derzeitigen Bestimmungen mit einer Reduzierung der Fischausfuhr auf 15 Kilo, sondern die darüber hinaus geplanten weiterführenden Beschränkungen, die ab 2027 in Kraft treten sollen, die auf großen Widerstand stoßen. In diesem Frühjahr sind weitere Treffen und Anhörungen geplant, bei dem die NHO Reiseliv (Anm.: Norwegian Hospitality Association), Behördenvertreter und einige unserer Partner in Norwegen zusammenkommen und noch einmal die Pläne für 2027 diskutieren. Die priorisierte Variante, mit der die meisten Vertreter der Branche – uns eingeschlossen – leben könnten, wäre die Festlegung auf eine einmalige Ausfuhr von 15 Kilo pro Person pro Jahr. Sollte die Reduzierung auf 10 Kilo Fischausfuhr verabschiedet werden, rechnen wir mit deutlichen Umsatzeinbußen in Norwegen.“
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„Für mich wiegt das Erlebnis Norwegen mehr als das Filet in der Kühlbox“
Michael Eisele von Eisele Sea Fishing (Foto: https://launch.m-eisele.net/)
„Die neuen norwegischen Ausfuhrregelungen für Touristen verunsichern unsere Kunden. Ziel ist es, den ‚Kühltruhentourismus‘ einzudämmen und die Bestände zu schonen – ein Anliegen, das jedem Norwegen-Angler wichtig sein sollte. Ob die Regelungen tatsächlich greifen und die angepeilten Ziele erreichen, bleibt abzuwarten. Zudem sind wir als Touristen zu Gast in Norwegen und haben die geltenden Regeln zu befolgen. Verantwortungsbewusste Angler wissen um die sinnvolle Fischverwertung und kommen auch mit 10 oder 15 Kilo aus. Im Vordergrund steht das Erlebnis Angeln in Norwegen: Natur, großartige Fische und immer noch ausreichend Fisch für zu Hause. Die neuen Regeln werfen aber auch Fragen auf, beispielsweise bei einer schnell erreichten Quote oder dem Fang eines kapitalen Einzelfisches – Antworten werden sich auch hier finden. Wären 10 Kilo Ausfuhrquote von Anfang an erlaubt gewesen, wäre die Diskussion deutlich ruhiger verlaufen. Wer aufgrund der Bestimmungen nicht mehr nach Norwegen reisen möchte, muss dies für sich selbst entscheiden. Für mich wiegt das Erlebnis Norwegen mehr als das Filet in der Kühlbox.“
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„Norwegen ist mehr als Fangzahlen“
Lars Duziack von Onken Tours (Foto: https://onkentours.de/)
„Fangquoten sollten aktuell ruhig und differenziert betrachtet werden. Es gibt keinen einfachen, pauschalen Lösungsweg. Unsere Stammkunden bei Onken Tours bleiben uns auch bei möglichen Reduzierungen auf 15 oder 10 Kilo treu. Das zeigt: Angeln in Norwegen bedeutet für viele längst mehr als reine Fangmengen. Gerade in Romsdal stehen Natur, Erlebnis und gemeinsame Zeit im Vordergrund – das spüren wir in Buchungen und Gesprächen mit unseren Gästen. Die geplanten Änderungen sind kein Angriff auf den Angeltourismus, sondern eine Reaktion auf Missbrauch durch wenige. Auch in Norwegen selbst gibt es zwei Lager: Befürworter der Maßnahmen und jene, die eine Existenzgefahr für Angelcamps sehen. Pauschale Fangquoten sind zwar leicht umzusetzen, aber nicht zwangsläufig zielführend. Sinnvoller wären differenzierte Regelungen nach Fischarten sowie eine bessere Nutzung digitaler Fangdaten. Wir befürworten Regulierung und Nachhaltigkeit – aber bitte datenbasiert und mit Augenmaß. Norwegen ist mehr als Fangzahlen und genau das vermitteln wir unseren Gästen.“
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„Wer bereit ist, findet weiterhin ein unvergleichliches Angelparadies“
Björn Otto von Angelreisen Halver (Foto: https://angelreisen-halver.de/)
„Aus dem täglichen Geschäft merken wir: Viele Angler sind frustriert. Sie fühlen sich zu Unrecht für den Fischrückgang in Norwegen verantwortlich gemacht, der auch auf die Berufsfischerei und den Klimawandel zurückgeht. Die Mehrheit der Norwegenangler sind vernünftige Leute. Hier hat die norwegische Regierung eine Chance verpasst, eine wirklich ressourcenschonende Regelung zu schaffen, die auch den Fischschmuggel effektiv eindämmt. In Nordnorwegen wird es wohl Buchungsrückgänge geben; manche Unterkünfte stehen bereits zum Verkauf. Für Mittelnorwegen spüren wir das bislang kaum, aber die Unzufriedenheit der Kunden ist spürbar.
Alternativen zu Norwegen gibt es kaum: Island hat zu geringe Kapazitäten, Ostsee und Dänemark bieten längst nicht das gleiche Erlebnis. Norwegen bedeutet mehr als Angeln – es ist auch Zeit mit Freunden und vieles mehr. Ein Umdenken ist nötig: selektiv und gezielt auf Arten angeln statt auf Masse. Wer dazu bereit ist, findet weiterhin ein unvergleichliches Angelparadies.“
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„Wer Norwegen liebt, wird dieses wunderbare Land weiterhin besuchen“
Sebastian Boch von Ferienhäuser Boch (Foto: https://www.ferienhaeuser-boch.de/)
„Natürlich erreichen uns viele Fragen zu den neuen Ausfuhrbestimmungen. Manche ärgern sich darüber, anderen ist es gleichgültig – doch Veränderungen werden oft zunächst skeptisch betrachtet. Am Ende findet jeder seinen Weg, sich damit zu arrangieren. Ich bin überzeugt, dass sich künftig nicht allzu viel ändern wird und der Angeltourismus weitgehend so bestehen bleibt, wie wir ihn kennen. Wer Norwegen liebt, wird dieses wunderbare Land weiterhin besuchen und für Erstbesucher gibt es keine Änderung. Vielleicht zieht es sogar neue Gäste in den „kalten“ Norden, die – auch mit Blick auf den Klimawandel – ihren Angelurlaub in Norwegen verbringen. Natürlich ist es schön, am Ende des Urlaubs selbst gefangene Fische mit nach Hause zu nehmen. Für die meisten Norwegenfahrer ist das jedoch nicht das eigentliche Ziel der Reise. Beim Angeln geht es vor allem darum, Zeit mit Freunden oder der Familie zu verbringen, den Alltag hinter sich zu lassen, zu entschleunigen und Natur sowie Stille zu genießen. Wenn dann noch der eine oder andere kapitale Fisch im Boot landet, ist das Abenteuer perfekt. Angeln in Norwegen ist weit mehr als die Frage, ob man 10 oder 15 Kilogramm Fisch ausführen darf – es ist eine Leidenschaft, die wir lieben und leben.“
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AKTUELLE REGELN (Stand 16. Februar 2026)
2026:
Erlaubte Ausfuhrmenge: 15 Kilo Fisch, max. zweimal pro Jahr
Ab 2027:
Erlaubte Ausfuhrmenge: 10 Kilo Fisch, max. zweimal pro Jahr
Hinweis: Gilt für ganze Fische, Filets und verarbeitete Fischprodukte.
Weitere und aktuelle Infos findet Ihr auf der Homepage vom Fiskeridirektoratet:
https://www.fiskeridir.no/turistfiske
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https://www.anglerboard.de/threads/angeln-in-norwegen-neue-regeln.362944/