Der Herbst ist mit die beste Zeit zum Karpfenangeln. Jesco Peschutter gibt Euch fünf Tipps, mit denen Ihr jetzt richtig ernten könnt.

Jesco mit einem Brett von Schuppenkarpfen. Wegen solcher Fische liebt er das Angeln im Herbst

Jesco mit einem Brett von Schuppenkarpfen. Wegen solcher Fische liebt er das Angeln im Herbst

Tipp 1: Folge dem Wind beim Karpfenangeln

Im Herbst gilt es, den optimalen Platz für die Session zu finden. Am besten richtet Ihr Euch nach dem Wind. Bläst dieser auflandig, seid Ihr oft schon an der richtigen Stelle. Denn mit dem Wind wird Nahrung an das Ufer gedrückt – und die Karpfen folgen automatisch. Außerdem macht das aufgewühlte Wasser Spiegler und Schuppis aktiv und sie suchen vermehrt nach Fressbarem. Im Gegensatz zum Frühjahr, in dem Ihr noch flach gefischt habt, dürfen die Spots nun deutlich tiefer liegen. Wer in zwei bis fünf Metern angelt, hat beste Chancen auf einen guten Fang. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel und auch eine flachere Rute kann mal ablaufen. Abgestorbene Seerosen- und Krautfelder, Totholz und Kanten unter Wasser sind die Plätze, an denen Ihr Eure Rigs im Herbst präsentieren solltet.

Auflandiger Wind animiert die Karpfen zum Fressen

Auflandiger Wind animiert die Karpfen zum Fressen

Am besten bläst der Wind aus südwestlicher Richtung

Am besten bläst der Wind aus südwestlicher Richtung

Tipp 2: Gib Futter für die Fische

Der Winter steht vor der Tür und das wissen auch die Karpfen. Im Herbst fressen sie sich noch mal richtig rund. Spart deshalb nicht am Futter! Gerade an größeren Naturseen mit gutem Karpfenbestand und vielen Fischen zwischen 20 und 40 Pfund sind fünf bis zehn Kilo pro Tag schnell verputzt. Sind die Rüssler voll auf dem Platz, dürfen schon mal 15 Kilo per Kelle, Wurfrohr oder Boot an den Spots verteilt werden – vor allem, wenn sich Wasservögel, Weißfische oder Krebse ebenfalls an den Köstlichkeiten bedienen. An kleineren Gewässern mit nur wenigen Karpfen sollte die Futtermenge dementsprechend geringer ausfallen. Ich füttere gerne einen Mix aus Boilies und Tigernüssen. Andere Partikel und Pellets sind manchmal genauso gut. Aber Achtung: Pellets locken auch Brassen magisch an.

Wer sich einen Futterplatz anlegt, der kann nun im Herbst richtig ernten

Wer sich einen Futterplatz anlegt, der kann nun im Herbst richtig ernten

Jetzt darf es ruhig etwas mehr Futter sein für die Karpfen

Jetzt darf es ruhig etwas mehr Futter sein für die Karpfen

Tipp 3: Setze beim Angeln aufs Chod Rig

Ich setze gerne auf einfache Rigs beim Karpfenangeln. Ein No Knot Rig oder Line Aligner Rig ist immer top, wenn wir mit Bodenködern angeln. Da im Herbst aber oft abgestorbenes Kraut, kleine Äste und Blätter den Boden bedecken, verwende ich ein ebenfalls einfaches, aber höchst effektives Rig in dieser Jahreszeit: das Chod Rig. Mit diesem lassen sich Pop Ups schwebend über dem Unrat am Boden anbieten und dadurch bleibt die Hakenspitze immer frei, sodass sie gut im Karpfenmaul greifen kann. Weiße und pinke Pop Ups sind meine erste Wahl. Gerne dürft Ihr noch etwas Lockstoff auf den schwebenden Köder geben, sodass dieser von den Fischen viel schneller gefunden wird. Mit einem Pop Up-Durchmesser von 15 bis 16 Millimeter liegt Ihr oft goldrichtig.

Etwas Lockstoff auf dem Hakenköder erhöht die Attraktivität

Etwas Lockstoff auf dem Hakenköder erhöht die Attraktivität

Das Chod Rig ist eine gute Wahl, um über abgestorbenem Kraut auf Karpfen zu angeln

Das Chod Rig ist eine gute Wahl, um über abgestorbenem Kraut auf Karpfen zu angeln

Tipp 4: Pack die Tigernüsse aus für die Karpfen

Wie schon erwähnt, sind Tigernüsse neben Boilies die Hauptbestandteile in meinem Karpfenfutter. Sie bieten durch ihre unterschiedlichen Formen und Größen einen interessanten Futterplatz und halten Spiegler und Schuppis lange am Spot. Durch das Knackgeräusch beim Fressen werden andere Karpfen ebenfalls aufmerksam auf die Leckerbissen am Grund und der Futterneid sorgt für einen wahren Fressrausch. Aber nicht nur im Futter dürfen die schmackhaften Partikel nicht fehlen. An einem Line Aligner Rig angeboten, vorausgesetzt der Boden ist frei von Unrat, bescheren mir Tigernüsse gerade im Herbst immer wieder wahre Sternsunden. Eine größere Tigernuss oder zwei kleinere Nüsse solltet Ihr unbedingt einmal am Haar ausprobieren. Und das Schöne: Weißfische, Wasservögel und Krebse haben nur geringes Interesse an diesen Ködern, sodass nach einem Biss meist ein Karpfen am Haken hängt.

Tigernüsse sorgen für einen Futterplatz mit hoher Lockwirkung

Tigernüsse sorgen für einen Futterplatz mit hoher Lockwirkung

Auch als Hakenköder sind Tigernüsse top beim Karpfenangeln

Auch als Hakenköder sind Tigernüsse top beim Karpfenangeln

Tipp 5: Zieh Dich warm an am Wasser

Der Sommer ist vorbei und mit ihm auch die warmen, langen Sonnentage. Jetzt im Herbst wird es ungemütlicher und deutlich kälter. Regenschauer, Wind und kühle Nächte zeigen uns, dass es nicht mehr lange dauert, bis der Winter die Oberhand gewinnt. Frost gibt’s zwar selten, aber wir müssen uns auf einstellige Temperaturen in der Nacht einstellen. Den Karpfen ist dies egal, da die Wassertemperatur oft noch lange im angenehmen Bereich für die Fische liegt. Wenn Ihr aber bei einer Session friert oder durchnässt seid, kann dies schnell zum Abbruch der Tour führen. Nehmt deshalb ausreichend dicke und auch wasserdichte Kleidung mit, um der Kälte und Nässe zu trotzen. Eine warme Mahlzeit oder ein Heißgetränk sorgen genauso wie ein molliger Schlafsack für eine angenehme Zeit am Wasser.

Bei solchen Karpfen wird einem trotz kalter Temperaturen warm ums Herz. Jesco freut sich über diesen super Spiegelkarpfen aus dem Herbst

Bei solchen Karpfen wird einem trotz kalter Temperaturen warm ums Herz. Jesco freut sich über diesen super Spiegelkarpfen aus dem Herbst

Nach einer kühlen und nassen Herbstnacht erscheint die Sonne am Himmel

Nach einer kühlen und nassen Herbstnacht erscheint die Sonne am Himmel