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Hecht auf Spinnerbait aus der norwegischen Glomma

Steckbrief

Wesentlichste Merkmale: Lang gestreckter, walzenförmiger und seitlich nur mäßig abgeflachter Körper (stromlinienförmig). Relativ langer Kopf mit einem entenschnabelähnlichen und oberständigen Maul; große und weit nach hinten verlagerte Rücken- und Afterflosse. Olivgrüne Färbung und weißer Bauch, die Zeichnung auf dem Körper ist sehr unterschiedlich. Großes Maul mit in mehreren Reihen angeordneten spitzen und scharfen Zähnen.

Lebensräume: Die Verbreitung des Hechtes erstreckt sich über Nordasien und Europa (nicht auf der Iberischen Halbinsel), in Nordamerika gibt es noch eine weitere verwandte Art, den Muskie. In Europa existiert nur eine Art dieser Fischfamilie.
Der Hecht kommt in allen Gewässern Mitteleuropas vor, die dem Raubfisch genügend Lebensmöglichkeiten bieten. Bei ausreichendem Nahrungsangebot ist er ein Standortfisch und zeigt ein ausgeprägtes Territorialverhalten, bei geringem Nahrungsangebot wandert er aber auch im Gewässer umher. Der bevorzugte Lebensraum des Hechtes liegt in den vegetationsreichen Uferzonen stehender oder langsam fließender Gewässer. Hier lauert er zwischen den Wasserpflanzen, unter Uferböschungen oder in versunken Bäumen/Ästen auf Beute, zu der er aus seinem Unterstand schießt. Hechte gibt es auch in schwach salzigen Bodden an der Ostseeküste (vor allem Deutschland, Polen und Schweden) und anderen Brackwassern.

Nahrung: In der Jugend tierisches Plankton und Fischbrut, später Fische aller Art, Frösche, Vögel und sogar kleine Säugetiere; ernährt sich auch kannibalisch von eigenen Artgenossen.

Größe: Die Durchschnittsgrößen liegen bei 50 bis 100 Zentimeter, Längen bis 150 (Weibchen) und 137 Zentimetern (Männchen) oder Gewichte von bis zu 28,4 Kilo sind möglich.

Alter: bis zu 15 Jahre. Maximales Alter 30 Jahre.

Mindestmaß und Schonzeit: Sie sind je nach Bundesland unterschiedlich. Infos findet Ihr auf den Internetseite der Landesverbände.

Laichzeit: Fortpflanzung im Frühjahr. Meist März und April ab einer Wassertemperatur von fünf Grad. Uferzonen oder überschwemmte Wiesen suchen die Fische zum Laichen auf und legen die an Wasserpflanzen heftenden Eier ab (20.000 bis 40.000 pro kg Körpergewicht). Die nach 10 bis 30 Tagen schlüpfenden Larven bleiben die ersten Tage an Pflanzenstängeln oder Substrat mittels Kopfdrüse haften. Als Jungfischchen ernähren sie sich von Kleinkrebsen, aber nach vier bis fünf Wochen, mit einer Länge von circa fünf Zentimetern, erfolgt die Umstellung auf Fisch als Hauptnahrung. Geschlechtsreif wird der Milchner nach rund zwei Jahren, die Rogner nach rund vier Jahren.

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Seerosen sind immer ein Hotspot

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Zwischen dem Kraut lauern die "Entenschnäbel"


Tipps zum Hecht-Angeln

- Hechte sind meist standorttreu und ziehen wenig umher. Sie stehen dort, wo sich Unterstände befinden. Zum Beispiel im Schilf, dichten Kraut, zwischen versunkenen Bäumen, Geäst oder unter Steganlagen. Wer hier seinen Köder präsentiert, ist an der richtigen Stelle.
- Hechte schlagen gerne aus der Deckung zu. Gerade bei klarem Wasser. Ein Angriff kann auch aus der Tiefe erfolgen. Zum Beispiel an sogenannten Barschbergen oder an Plateaus. Außerdem an Scharkanten beim Übergang vom Flachen ins Tiefe.
- Chancen auf Hechte bestehen den ganzen Tag. Es gibt aber immer wieder Beißphasen, wo die Räuber besonders aktiv sind.
- Eine Topzeit ist direkt nach der Schonzeit (je nach Bundesland ab Anfang Mai). Die Hechte sind hungrig vom Laichgeschäft und ziehen auf der Suche nach Beute recht weit umher. Ebenfalls super ist der Oktober. Jetzt fressen sich die Räuber ihren Winterspeck an.
- An Gewässern, an denen viel mit Wobbler, Jerks, Gummifisch und anderen Kunstködern geangelt wird, solltet Ihr es unbedingt mal mit Köderfischen versuchen. Im Winter trumpfen besonders duftende Meeresfische wie Hering oder Makrele auf.
- Bei den Ködern orientiert Euch am aktuellen Nahrungsangebot der Hechte. Im Mai und Juni laichen die Weißfische. Passende Dekors sind dann Euer Ass in der Box. Im Juli und August jagen die Hechte häufig in der Morgen- oder Abenddämmerung ihre Beute an der Oberfläche. Nun bietet Jerkbaits oder Schwimm-Wobbler an.
- Fischöl auf Natur- oder Duftsprays auf Kunstködern locken die Hechte
- Hechte sind nicht besonders vorfachscheu.

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Knalliger Hecht-Streamer mit Tungsten-Kopf auf Krauthaken

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Krautköder und Wobbler für die Räuber

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Kräftige Spinnrute, Stationärrolle und Hecht aus dem Unterwasserdschungel an der Geflochtenen

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Aus dem ufernahen Wasser schoss dieser aus dem Grün und schnappte sich die Fliege


Geeignete Angelmethoden:
Spinn- und Schleppangeln sowie Fliegenfischen und der Einsatz von Naturködern.

Geräteempfehlung: Fliegenrute #10 zwischen 8 und 9 Fuß, Sink Tip-, Floating oder auch Sink-Schnur, bissfestes Vorfach.
Spinnrute zwischen 1,80 und 3 Meter – je nach Einsatzort – mit einem Wurfgewicht von 60 bis 250 Gramm. Abhängig davon ist, ob Ihr vom Ufer oder Boot fischt und kleinere Kunstköder wie Spinner, Wobbler oder Jerks werft oder Swimbaits . Außerdem spielt auch eine Rolle, wo Ihr fischt. So muss die Rute für das Angeln in Wasserpflanzen deutlich straffer sein, als beim Werfen im Freiwasser.
Naturköderruten in Längen zwischen 3,30 und 3,60 Meter und einem Wurfgewicht zwischen 80 und 120 Gramm sind ideal.
Bei den Rollen kommen je nach Angelart und Vorliebe Stationär- und Multirolle unter die Rute.
Bei der Schnur wählt Ihr beim Spinnfischen eine 0,18er bis 0,22er Geflochtene. Genauso beim Naturköderangeln. Hier könnt Ihr jedoch auch Mono nutzen. Mit 0,30 bis 0,45 Millimeter seid Ihr auf der sicheren Seite.
Hotspots: Insel Møn/DK, Schären bei Stockholm/S, Kubbitzer und Greifswalder Bodden sowie der Strelasund. Müritz, Möhne, Bigge und Edersee. Und natürlich viele Gewässer in den Niederlanden.

Beste Fangzeit: Mai bis Dezember

Küchentipp/Zubereitung: Hechtklöße oder Hechtfrikadellen

Weitere Informationen: Die Zeitspanne der Hechtattacke liegt bei weniger als 0,1 Sekunden. Die durchschnittliche Beschleunigung während des gesamten Angriffs beträgt etwas mehr als 25 m/s (Harper & Blake, 1991). Die extrem weit hinten liegende Rückenflosse und die große Schwanzflosse verleihen dem Hecht eine großes Beschleunigungsvermögen.
Der Hecht lauert im Versteck seiner Beute auf und schlägt blitzschnell zu. Dabei verlässt er sich auf sein hervorragendes Sehvermögen, im trüberen Wasser auch auf seinen Geruchssinn. Die Beute wird meist quer gepackt, gedreht und mit dem Kopf voran geschluckt. Bei den Zahnplatten am Gaumen und den vielen anderen Zähnen ist der sicherer Halt des Opfers kein Problem.

Andere Namen:

Frankreich: Brochet

Italien: Luccio

England: Pike

Spanien: Lucio

Portugal: Lucio

Niederlande: Snoek

Luxemburg: Hiecht

Norwegen: Gjedde

Dänemark: Gedde

Schweden: Gädda

Estland: Haug

Lettland: Lidaka

Litauen: Lydeka

Polen: Szczupak pospolity

Finnland: Hauki

Ungarn: Csuka