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Alt 23.10.2017, 16:35   #1
Thomas9904
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Standard Erste Fischotterentnahme in Österreich

Redaktionell



Erste Fischotterentnahme in Österreich


Spendensammlende Schützer "laufen Amok" - derAngelhaken.at bringt Fakten

Angelhaken.at ging aus einer Vereinszeitschrift vom Arbeiterfischereiverein Graz hervor.

Der Chefredakteur Markus Griesangerl befasst sich neben anglerischen Themen auch mit angelpolitischen. Bezüglich den österreichischen Fischereiverbänden hat er eine ähnliche Einstellung wie ich bei den deutschen...

Auch zu den Verbänden der spendensammelnden Schützerindustrie, die so gerne jede Art einseitig schützen, mittels derer sich gut Spenden sammeln lassen - wie hier den Fischotter - ist er durchaus mit meiner Einstellung auf gleicher Linie.

Hier hat er die Reaktion der spendensammelnden Schützer auf erste Entnahme eines Fischotters mittels Falle und Tötung, nachdem der Niederösterreichische Landtag den uneingeschränkten Schutz des Fischotters auf Landesebene gelockert hatte, zum Anlass genommen, um einmal Fakten und Zahlen zu sammeln und darzustellen.

Ich bedanke mich bei Herrn Griesangerl , dass wir nicht nur per Link auf den Artikel hinweisen dürfen, sondern diesen auch im Wortlaut und mit Bildern bei uns nachfolgend veröffentlichen dürfen.

Lesenswert!

Quelle:
http://www.derangelhaken.at/
http://www.derangelhaken.at/fischott...n-oesterreich/

---------------------------------------------------

Von Markus Griesangerl, Chefredakteur

FISCHOTTER: ERSTE ENTNAHME IN ÖSTERREICH


Fischotter werden mehr – Fische weniger. Wissenschaftlich belegt! Nach Bescheid des Niederösterreichischen Landtages erfolgte letztes Wochenende der erste Fallenfang in Österreich.

Angelhaken-Leser wissen mehr! Wir haben bereits im November 2015 darüber berichtet, dass der Niederösterreichische Landtag den uneingeschränkten Schutz des Fischotters auf Landesebene gelockert hat. Genau jener Beschluss, auf dem der kürzlich durchgeführte Fang und die Entnahme eines männlichen Fischotters in Niederösterreich erfolgte. Diese Maßnahme hat jedoch sofort einige Organisationen auf den Plan gerufen, massiv die Protestkeule zu schwingen. Konkret haben WWF und Ökobüro (Letztere bezeichnen sich auch als „Allianz der Umweltbewegung“) über den staatlichen Rundfunk eine Meldung veröffentlichen lassen, in dem der Fang und die Tötung dieses Fischotters im Waldviertel heftig kritisiert und sogar als rechtswidrig befunden wird. Der Staatsfunk ORF schreibt in diesem sehr einseitigen Bericht – zu dem ausschließlich WWF und Ökobüro befragt wurden: „Die Grundlagen und Daten, auf denen der Tötungsbescheid beruht, sind nicht ausreichend“, sagt auch Thomas Alge, Geschäftsführer von Ökobüro – Allianz der Umweltbewegung. „Wir wurden im Verfahren zum Erlass des Bescheides rechtlich nicht gehört. Das widerspricht eindeutig dem Europarecht. Der Bescheid ist deshalb von Rechtswidrigkeit bedroht.“

Folgende Fotos wurden nördlich von Graz an der Mur aufgenommen in einem Bereich, der enorm unter der Prädatorenbelastung leidet. Alle Fotos entstanden im Umkreis von 50 Metern, jedoch fanden sich frische Trittsiegel, Fraßstellen und Losungen auf mehr als 700 Metern zu Hauf:



Tja, hätte der Herr Alge doch einfach nur schon im Mai 2016 den Angelhaken gelesen. Damals haben wir bereits Daten und Zahlen in der Studie „Entwicklung des Fischbestandes in einem Forellenbach unter dem Einfluss von Fischottern am Beispiel der Laming (Mürz) Grundlagen & Bestandsentwicklung (2007 – 2014“)“, kurz „Lamingbericht“ (http://www.derangelhaken.at/fischott...en-fluss-leer/), veröffentlicht. Darin wird dem obersteirischen Fluss „Laming“ bereits im Jahr 2015 nach einer sieben Jahre andauernden wissenschaftlichen Studie („Lamingbericht„) ein katastrophales Zeugnis ausgestellt.

Rückgang um 95%
Die durchschnittliche Biomasse der Laming insgesamt ist von rund 100 kg/ha (2007) auf ca. 5 kg/ha (2014) gesunken. Die Individuenzahlen sind ebenfalls von rund 4.000 Tieren/ha auf unter 200 Tiere/ha gesunken. Dies entspricht einem Rückgang von jeweils rund 95 %. HIER zum referenzierenden Artikel:
http://www.derangelhaken.at/fischott...en-fluss-leer/

Auch die Situation an der weststeirischen Kainach ist nach wie vor schlichtweg katastrophal. Neben Fischotter sind auch größere Kormoran-Populationen sowie ein geplantes Wasserkraftwerk Gefahr für die aquatische Lebewelt. Der Fischereisachverständige Gert Richter schildert die Situation (http://www.derangelhaken.at/fischott...her-politik/):
„Wir verzeichnen aktuell 15 Kilogramm Fisch-Biomasse pro Hektar Wasserfläche, 2008 waren es noch 635 Kilo. Zu Beginn des Jahres wurden über drei Monate lang täglich zwischen 50 und 80 Kormorane gezählt, das ist für einen Kleinfluss wie die Kainach eine enorme Belastung.“

All das können oder wollen WWF und Ökobüro nicht gelten lassen. Der Fischotter ist gralsgleich unantastbar. Es darf keine Kritik geben und alle Belege über Vorkommen und damit einhergehenden Rückgängen bzw. Verschwinden von Fischpopulationen werden konsequent beiseite geschoben. Hingegen wird öffentlichkeitswirksam die bereits genannte Protestkeule geschwungen, mit kräftiger Unterstützung der großteils ahnungslosen Medien. Beweise gäbe es freilich genug! Ob sich der Vorstoß der Niederösterreichischen Landesregierung zur konsequenten Entnahme der Fischotter auch auf die restlichen Bundesländer ausbreitet, wird man noch sehen. Im Sinne der Fische und anderer Wasserlebewesen, wie zum Beispiel dem hoch gefährdeten Steinkrebs oder Edelkrebs, wäre dies in jedem Fall wünschenswert.


Fischotter-Verbreitung im zeitlichen Ablauf illustriert mit Originalkartenmaterial aus den Jahren jeweiligen Erhebungsjahren.

Markus Griesangerl, Chefredakteur
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 23.10.2017, 16:50   #2
Naturliebhaber
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Standard AW: Erste Fischotterentnahme in Österreich

Wie sieht denn die Population der Fischotter pro km2 in den als von ihm besiedelt gekennzeichneten Gebieten aus? In der betreffenden Karte steht leider nicht, was die einzelnen Farben bedeuten.

Wir haben bei uns in Aisch, Regnitz etc. auch Populationszusammenbrüche, ohne dass es dort Fischotter gibt. Stichworte Kormoran, Nährstoffmangel durch Klärung und nicht zu vergessen Wels.
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Alt 23.10.2017, 17:39   #3
Franz_16
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Standard AW: Erste Fischotterentnahme in Österreich

Bislang kannte ich Fischotter nur aus Skandinavien.

Seit diesem Winter habe ich sie jetzt auch direkt vor der Haustüre.

Sieht dann so aus, wenn die "zuschlagen":




Wie man sieht, schrecken die auch vor Fischen mit mehreren Kilo Gewicht nicht zurück.

Die Zahlen aus dem Artikel zum Flüsschen Laming beruhigen mich ehrlich gesagt nicht gerade....

Gerade die Kombination aus mehreren Prädatoren kann in kleinen Flüssen offensichtlich fast zum Totalverlust der Fischfauna führen.
__________________
Gruß Franz
Franz_16 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 18:35   #4
Naturliebhaber
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Standard AW: Erste Fischotterentnahme in Österreich

Zitat:
Zitat von Franz_16 Beitrag anzeigen
Bislang kannte ich Fischotter nur aus Skandinavien.

Seit diesem Winter habe ich sie jetzt auch direkt vor der Haustüre.

Sieht dann so aus, wenn die "zuschlagen":




Wie man sieht, schrecken die auch vor Fischen mit mehreren Kilo Gewicht nicht zurück.

Die Zahlen aus dem Artikel zum Flüsschen Laming beruhigen mich ehrlich gesagt nicht gerade....

Gerade die Kombination aus mehreren Prädatoren kann in kleinen Flüssen offensichtlich fast zum Totalverlust der Fischfauna führen.
Die von dir oben verlinkten Bilder kenne ich im Winter von mittelfränkischen Weihern auch. Sind da aber keine Fischotter, sondern ist der Mink. Wurde mehrfach mit aufgestellten Wildkameras dokumentiert.

Die Fischotter-Problematik (Wiedereinbürgerung vs. Schädling) ist ja nicht wirklich otterspezifisch. Sie trifft genau so auf Biber und Wölfe zu. Schwieriges Feld, in dem schwer ein Kompromiss zwischen den Beteiligten zu finden ist.
Naturliebhaber ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 18:38   #5
Taxidermist
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Standard AW: Erste Fischotterentnahme in Österreich

Die "Entnahme" eines einzelnen Fischotters ändert gar nichts an der Gesamtsituation an diesem Gewässer!
Der Platz wird in kürzester Zeit wieder besetzt, wahrscheinlich noch in diesem Winter, wenn die Otter zur Paarung übergehen und die männlichen Tiere weite Wanderungen unternehmen, um unbesetzte Reviere und Weibchen zu finden.
Den Hauptanteil am Fischrückgang wird ohnehin auf das Konto des Kormorans gehen und da ist es tatsächlich höchste Zeit, auf europäischer Ebene, eine Regulation zu anzugehen!
Hier wurde doch nur ein Sündenbock, äh Otter, gesucht und gefunden!

Nachtrag:
Ich habe jetzt mal hochgerechnet, was die erwähnten 50-80 Kormorane, sich so innerhalb von 3 Monaten reinziehen.
Wobei ich zur Freude aller Kormoranfreunde nur mal von 50 Vögeln, mit einem Tagesbedarf von 300gr. Fisch, ausgehe.
Eine 500gr. Tagesration, ist da allerdings im Winter wahrscheinlicher!
Egal, dass ergibt 1350Kg Fisch, die in 3 Monaten sicher in 50 Kormoranhälsen verschwinden, in einem 24Km langen Bergbach, der insgesamt nur etwa 4To. Fischbestand hat!
Da könnten ganze Rudel von Fischottern von leben und zwar ganzjährig!

Jürgen
__________________
In der lebendigen Natur geschieht nichts, was nicht in Verbindung mit dem Ganzen steht. Goethe

Geändert von Taxidermist (23.10.2017 um 19:02 Uhr) Grund: Nachtrag
Taxidermist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 18:53   #6
Thomas9904
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Standard AW: Erste Fischotterentnahme in Österreich

Viele Jäger sind halt des Hasen Tod..
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 23.10.2017, 19:00   #7
Naturliebhaber
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Standard AW: Erste Fischotterentnahme in Österreich

Zitat:
Zitat von Thomas9904 Beitrag anzeigen
Viele Jäger sind halt des Hasen Tod..
Der Fischotter kann in kleinen Flüssen zum Problem werden. Bereits in mittleren Gewässern heißt das Hauptproblem aber Kormoran. Und ganz wichtig: Nährstoffmangel!
Naturliebhaber ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 19:05   #8
Thomas9904
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Standard AW: Erste Fischotterentnahme in Österreich

Auch in Bayern sollen insbesondere Fischzüchter da immer wieder Probleme haben.
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 19:11   #9
Lajos1
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Standard AW: Erste Fischotterentnahme in Österreich

Zitat:
Zitat von Thomas9904 Beitrag anzeigen
Viele Jäger sind halt des Hasen Tod..
Hallo,

ja, da ist richtig. In dem Tal in Österreich, in welches ich seit 30 Jahren zum Angeln hinfahre, tauchten die ersten Otter so Anfang/Mitte der 1990er Jahre auf. Die wurden bejagt, zwar nicht erlaubt, juckte aber die Österreicher nicht.
Es hieß dann halt: oben bei...... wurden letzte Woche drei Otter "derführt" (schriftdeutsch: überfahren) und jeder wusste, was gemeint war.

Petri Heil

Lajos
Lajos1 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 19:31   #10
fishhawk
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Standard AW: Erste Fischotterentnahme in Österreich

Zitat:
Wie man sieht, schrecken die auch vor Fischen mit mehreren Kilo Gewicht nicht zurück
Wenn ich mich nicht irre, hab ich gelesen, dass Fischotter in England in manchen Flüssen fast den gesamten Großbarbenbestand dezimert haben und auch der eine oder andere Großkarpfen aus Syndikatsgewässern soll ihnen wohl schon zum Opfer gefallen sein.

Wenn also der Kormoran die kleine bis mittlere Fischpopulation dezimiert und der Fischotter dann die großen Exemplare, bleibt evtl. nicht mehr so viel übrig???

Zitat:
Wie sieht denn die Population der Fischotter pro km2 in den als von ihm besiedelt gekennzeichneten Gebieten aus?
Bei den Engländern soll auch die Otterdichte nach der Wiederansiedlung auch um ein vielfaches dichter geworden sein als in Schottland, wo sie nie verschwunden waren.

Das geht hat oft von einem Extrem ins andere.

Meiner Meinung nach, müsste in jeder Kulturlandschaft der Mensch ausgleichend eingreifen, wenn eine Tier- oder Pflanzenart zu Lasten anderer überhand nimmt.

Über das wann und wie sind dann die verschiedenen Lager natürlich unterschiedlicher Ansicht. Und Fische haben auch keinen Kindchenfaktor zu bieten, wie z.B. Otter oder Biber.
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