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Alt 19.04.2017, 06:44   #1
Thomas9904
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Standard Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Vorabveröffentlichung Mag Mai 2017




Eine kommentierende Zusammenfassung


Vor der Vorabbemerkung:
Ja, es ist wieder ein langer Text - sorry!
Es ist ein kompliziertes und vielschichtiges Thema mit vielen Facetten!
Die man erst mal erarbeiten, verstehen und zusammen stellen muss.
Um zu sehen, wie Politik, Wissenschaft und Sport- und Angelfischereiverbände im Rest-DAFV aus Interesse der EU-Fischerei (>Politik), Abhängigkeit von der Politik (>Wissenschaft) und schlichter Inkompetenz (> DAFV, LSFV-SH, LAV MeckPomm, DMV) hier die Interessen der Angler nicht beachtet oder aktiv verraten haben.

Vorabbemerkung:
Wenn ein Bayer, der CSU-Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (BMEL), über Dorsche und Baglimit parliert, sollte man denken, dass trotz bayerischer Herkunft und damit großer Entfernung von der Ostsee ein gewisser Sachverstand vorhanden ist - so als für das Baglimit zuständiger Minister.

Sein Ministerium war es ja, das in Europa dem Baglimit für Angler zustimmte und es so erst ermöglichte (gegen Deutschland geht da nix in der EU).

In einem Interview erklärte er nun, dass Fischer auch von Anglern profitieren würden, da sie diese zum Angeln rausfahren würden, und daher das Baglimit für Angler auch berechtigt sei...

Vielleicht erklärt mal irgendjemand diesem "kompetenten" Minister, dass die Fischer mit ihren Booten gar keine Angler fahren dürfen wegen der Zulassungen - die dürfen fischen aber eben weder Angler noch sonstige Passagiere raus fahren.
Dazu bräuchten sie eine Zulassung entweder als Fahrgastschiff (unmöglich bei Fischkuttern) oder als Sportfischerfahrzeug (quasi auch unmöglich inzwischen nach geltendem Recht).

Genauso übel hier auch 2 Reden aus dem Landtag von MeckPomm aktuell zum Thema (damits nicht die CSU alleine trifft - die sind alle anglerfeindlich!), die mit falschen, verfälschten oder falsch interpretierten Fakten nur so um sich schmeissen:
Dr. Wolfgang Weiß (Die Linke):
https://www.youtube.com/watch?v=bZkp...ature=youtu.be

Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus(SPD)
https://www.youtube.com/watch?v=xyfC...ature=youtu.be


Wie Angler noch weiter verarscht wurden von der Bundesregierung, den Behörden aber auch den Verbänden der organisierten Sport- und Angelfischerei im DAFV, das ist nachfolgend aufgelistet.

Wie auf viel zu dünner Datenlage Fakten behauptet werden und diese dann noch im politischen Sinne verdreht interpretiert werden, von Wissenschaft wie Verbänden.


85 Millionen für Forschungsschiff - 0 Mio. für Dorsch und Angler
Wie Dorsche und Angler "betrogen" wurden


(Fake?) Science:
Jeder Angler weiss:
Wo keine Fische sind, kann er keine fangen...
Auch wo wenig Fische sind wird er nie, wie mit einem Schleppnetz, alle noch wenigen vorhandenen fangen können. Immer nur die aktiven Fische werden Angler fangen können.

Die "Wissenschaft" aber, wie z. B. das Thünen Institut, haben unter anderem über "Befragungen" und "Schätzungen" Anglerfänge hochgerechnet (dabei auch mal in einer Befragung viele Bundesländer wie NRW aussen vor gelassen, obwohl die alleine ca. 12 % der Kutterangler stellen (nur 9 von 16 befragt)) und dann damit festgestellt, dass Angler immer gleich viel Dorsch fangen würden - egal wie viel da wäre....

Dass ganz einfache Aufzeichnungen wie von einem Travemünder Vereinsangelkutter über das ganze Jahr 2016 belegen, dass der Angler im Schnitt pro Angeltag nur 0,73 Dorsche gefangen hat (1226 Personen bei 116 Fahrten in 2016), das muss laut dieser "Wissenschaft(ler)" also ein Märchen sein.
Aber diesen Zahlen von richtigen angelnden Praktikern glaube ich persönlich eher als den "geschätzten/ertelefonierten/umgefragten" der "Wissenschaft".
Weil typisch vereinsdeutsch (alles geregelt), haben die auf dem Vereinskutter selbst die Heringe auf Touren einzeln gezählt (5.329)!

Dass diese aus den Praxiserfahrungen hunderttausender Angler anzweifelbare These des "immer gleichen Anglerfanges, unabhängig vom Bestand" vom Thünen Institut als Grundlage für einen BERECHNETEN Verzicht der Angler durch ein Baglimit hergenommen wurden, damit europäische Berufsfischer REAL mehr fangen können, ist dann aber nach Adam Riese schlicht ein Dorschvernichtungsprogramm!

Denn wenn ein Angler wie auf dem Vereinskutter 2016 im Schnitt nicht mal einen Dorsch pro Tag fängt, kann keine Rede davon sein, dass ein Baglimit von 5 Fischen auch nur einem Dorsch das Leben rettet..

Dafür wurden aber von den so nur "errechneten Minderfängen durch Baglimit von 900 t" den europäischen Berufsfischern über 2.300 t REALER Fang mehr zugestanden.

Und ich persönlich kenne die schwankenden Dorschbestände und damit massiv unterschiedliche Fänge der Angler sowie mir selber seit 1980 aus eigener Erfahrung, mit mindestens 4 Wellen in dieser Zeit.

2015 oder 2016-Jahrgang?
So oder so: Massenhaft Kleindorsch

Dass die gleichen Wissenschaftler, die den 2015er Jahrgang nirgends gefunden haben wollten, jetzt plötzlich Massen an Dorschen feststellen, die von der Größe her der 2015er Jahrgang sein könnten, den aber nun als "schnellwüchsigen" 2016er Jahrgang deklarieren, das mag so sein.
Für besonders wahrscheinlich halte ich es nicht.
Eher, dass dieses "Institut " lieber keine Fehler zugeben will, um nicht die Finanzierung zu gefährden (siehe weiter unten unter "Absurd")

Deutsche Fischerei und der Deutsche Fischerei-Verband haben diesen Unfug jedenfalls von Anfang an erkannt und sich - im Gegensatz zu den Verbänden der organisierten Sport- und Angelfischerei - gegen Beschränkungen für Angler und für andere Lösungen ausgesprochen.

Angler KÖNNEN kein Meer leerfangen - nicht ansatzweise!
Ob mit Pilker, Gummifisch, Watturm oder Schlepplöffel, Blinker oder Dorschfliege:
Angler können kein Meer leer fangen.

Zum einen wegen des Zeitfaktors (Anfahrt zu Fangplätzen, Rückfahrt etc.).

Zum zweiten aber vor allem dann wegen ineffektiver Methoden:
Selbst bei besten Beständen und Methoden sind Grenzen in der Zeit gesetzt. Angler sind eben nicht wie Fabrikschiffe rund um die Uhr im Einsatz, sondern bestenfalls täglich ein paar Stunden.

Und wegen der Selektion durch die Methode Angeln:
Dazu kommt, dass man nur aktive und/oder aggressive Fische überhaupt erwischen kann als Angler. Ein ruhender Fisch oder einer der nur am ziehen ist, ignoriert schlicht Angelköder.

Und es gibt inzwischen viele Angelvideos mit Unterwasserkameras, die klar zeigen, wie oft Dorsche "schwarmweise" hinter einem Köder herlaufen und wie lange es dauern kann, bis dann mal einer beisst.

Angeln ist also per se schon immer eine bestandsschonende Nutzungsmethode, da nie -
wie z. B. mit Schleppnetzen - ganze Schwärme auf einmal eliminiert werden können.

Und wenn weniger Fisch da ist, gibt es das "automatische Baglimit" für Angler:
Dann fangen Angler auch weniger - auch wenn das den Schätzungen und Vermutungen der "Wissenschaft" widerspricht, ist das klare Erfahrung jeden praktischen Dorschanglers. Je weniger Dorsch, desto schlechter die Fänge, desto weniger Angler kommen dann insgesamt auch zum Angeln auf Dorsch.

Da noch ein gesetzliches Baglimit oben drauf zu setzen ist schlicht böswillig und verkennt die Lage:
Angler akzeptieren jederzeit schlechte Fangtage auf Dorsch - die gab es selbst in guten Jahren.

Die Einbrüche bei den Umsätzen der Angelkutter seit Einführung Baglimit zeigen aber klar, dass nicht akzeptiert wird, wenn an einem der wenigen guten Tage dann das Angeln eingestellt werden MUSS.

Hier haben Politik und Wissenschaft komplett versagt und statt Lösungen nur sinnfreie Verbote gebracht, um die EU-Fischerei auf Dorsch in einem profitablen Fenster zu halten.


Politik:

Immer wieder wurde von der Politik das Märchen erzählt, man müsse den Dorsch schützen, der Bestand wäre am zusammen brechen.
Darauf fielen natürlich auch die naturschützenden Verbände der organisierten Sport- und Angelfischerei herein, insbesondere der DAFV, der LSFV-SH, der LAV-Mecklenburg Vorpommern und der DMV (siehe auch das PS dazu).

Selbst als dann die SPD-EU-Politikerin Rodust, Dr. Lemcke vom Kieler MELUR oder Dr. Zimmermann vom Thünen Institut ALLE sagten, schrieben oder veröffentlichten, dass der Dorsch SELBSTVERSTÄNDLICH NICHT vom Aussterben bedroht sei, sondern es letztlich am Ende ja nur darum gehe, ihn für die EU-Fischerei in einem profitablen REALEN Fenster durch den ja nur ERRECHNETEN Verzicht der Angler zu halten, gingen die Verbände NICHT ab von ihrer damals schon falschen UND ANGLERFEINDLICHEN Haltung.

Genauso wie Minister Schmidt (CSU) letztlich auch, weil Fischer ja Angler rausfahren und deswegen profitieren, müsse man Angler beschränken - fachlich schlicht Unfug und vollkommen inkompetent, wenn auf dieser Basis Beschränkungen für Angler getroffen wurden.


Realität:
Durch heraufsetzen der REALEN Quote Für die EU-Fischerei auf Grund nur ERRECHNETER, aber nicht REALER Minderfänge der Angler (s.o.) kommt nun also mehr Dorsch raus, als wenn die ursprüngliche Planung OHNE Einschränkung der Angler durchgeführt worden wäre.
Angler fangen gegen die Annahme von Thünen nicht mal ansatzweise das Baglimit.
Es gibt also keinen REALEN Minderfang durch das Baglimit, NUR den realen Minderfang durch weniger Dorsch - durch das Baglimit überlebt kein einziger Dorsch mehr als letztes Jahr!

Der REALE Mehrfang der EU-Fischerei auf Grund BERECHNETEN Minderfanges der Angler wird aber im vollen Umfange ausgefischt.

Das Baglimit in der jetzigen Form bedeutet daher, dass mehr Dorsch rauskommt als ohne das Baglimit!

Angler haben also mit ihrem erzwungenen Verzicht nicht den Dorsch, sondern die EU-Fischerei, vor allem die dänische (Quotenverteilung) geschützt!


Problem:
Der Angler kommt auch, wenn er schlechte Tage hat und nichts fängt - Aber kommt nicht mehr, wenn er nicht mehr fangen DARF!

Fischkuttern kann man für Minderfänge recht einfach Ausgleichzahlungen gewähren über die Bundesländer oder den Bund, gibt man ihnen alternative Beschäftigungsmöglichkeit für diese Zeit (z. B. Angler fahren, wenn die Bürokratie dazu entrümpelt würde...).

Beim Angeltourismus mit seinen vielfältigen Angeboten von Kuttern über Mietboote bis zu Angelgerätehändlern, Zimmervermieter, Hotels, Campingplätze ist eine ganze Region gerade durch den ausserhalb der touristischen Hauptsaison stattfindenden Dorschtourismus angewiesen, ist ein solcher finanzieller Ausgleich auf Grund der Vielfalt und mangelnder Möglichkeiten gar nicht erst möglich.

Während nach einer schwachen Phase jeder berufliche Dorschfischer wieder seine Quote ausfischen und weiter machen kann, ist ein Angelkutter, der wegfällt, auf Grund der Lizensierung als Sportfischerfahrzeug dann endgültig weg - eine neue wird er nie mehr bekommen, das dies Ausnahmeregeln waren.


Absurd:
85 Mio € für Wissenschaft - 0 € für Dorsche und Angler

Mit 85 Mio. könnte man siebeneinhalb Jahre lang allen EU-Fischern mit Quote Westdorsch einen kompletten Fangverzicht finanzieren.


Da bekommt das Thünen Institut alleine für 85 MILLIONEN EURO!!! vom Bund ein neues Forschungsschiff:
https://www.thuenen.de/de/infothek/p...eresforschung/

Mit vernünftigen Regeln (> einfachere und praxisnähere Sportfischerfahrzeugzulassung) könnte man davon auch locker ca. 20 - 40 Angelkutter finanzieren...

Wert des gesamten Westdorschfanges 2017 in ICES 22- 24 (wo Baglimit gilt)
Aktueller TAC 2017 für Westdorsch ALLER Länder mit Quote in ICES 22-24: > 5 597 t
(Zur Zeit nicht erzielbarer Preis) pro Kilo Dorsch für die Fischer: >>>>>>>> 2,00 Euro
Bei 2 Euro Einnahmen Fischerei alles EU-Länder mit Quote in ICES 22-24:> 11.194.000€

Man könnte also nur mit diesem Geld der Bundesregierung für die eh schon gepamperten Wissenschalter ALLE Berufsfischerei ALLER LÄNDER DER EU, die Quote auf diesen Dorsch hat [1], bei KOMPLETTEM Verzicht auf den Dorschfang für 7einhalb Jahre KOMPLETT BEZAHLT stilllegen!!!!!!!!!!!!!!!!!

Was 7einhalb Jahre bezahlter Verzicht auf berufliche Dorschfischerei für den Dorschbestand und den Angeltourismus bedeuten würden, brauche ich niemanden zu erklären.

Und ebenso klar ist, dass das "dank" der Beratung solcherart finanzierter "Wissenschaft" natürlich nie kommen wird. Denen sind die 85 Mio. für ihr Institut wichtiger als 85 Mio. für fast 8 Jahre Dorschfischereiverzicht!

Lieber schützt anscheinend die Regierung Wissenschaftler und baut denen Luxusdampfer!!

Statt Dorsche, Angler, Angeltourismus und die Menschen der Region an der Küste zu schützen und zu fördern!


Klar ist aber auch:
Es geht nicht darum, einfach die Fischer abzufinden.
Wie Angler und Angeltourismus gehören sie zur Küste und es müssen Bürokratiehindernisse abgebaut werden, um den Fischern in dieser Nichtfischzeit alternative Möglichkeiten bieten zu können.
Z. B. Ausfahrten für Angler, Schulungsfahrten für Schüler, Interessierte etc., Wachfahrten gegen Verschmutzung und Fischpiraterie etc..
Nur mit Einbindung der Fischerei und solchen Alternativen wird ein solcher Auskauf einvernehmlich sein, bis dann wieder reguläre Fischerei einsetzen kann.

Geld ist augenscheinlich da - der politische Wille definitiv NICHT!

Dass da "FakeScience"-Vorwürfe und "wes Brot ich ess"- Vorwürfe nicht ganz unberechtigt erscheinen, wenn Thünen, Geomar, Helmholtz und andere "wissenschaftliche" Institute eine Einbindung der Angler über Baglimit/berechnete Minderfänge zur Erhaltung der Dorschfischerei verlangen, ist sicher für viele nachvollziehbar.

Zum Vergleich:
Umsatz Angeltourismus pro Jahr nur an der Küste Deutschlands ca. 120 Millionen

Die Bezahlung von 85 Millionen Euro statt für einen Wissenschafts-Luxusdampfer (für daher unter Umständen willfährige Wissenschaftler) für siebeneinhalb Jahre Einstellung Dorschfischerei in Ices 22- 24 würde daher in der gleichen Zeit MINDESTENS 900 Millionen Euro Umsatz Angeltourismus ALLEINE IN DEUTSCHLAND generieren helfen!!

[1]TAC
Dänemark 2 444 t
Deutschland 1 194 t
Estland 54 t
Finnland 48 t
Lettland 202 t
Litauen 131 t
Polen 654 t
Schweden 870 t
Union 5 597 t

Wünsche:
Selbst mit einem Baglimit, das ja auch in anderen europäischen Ländern gilt, zieht der Angler in deutschen Gewässern auch wieder z. B. gegenüber Dänemark die "Arscx"-Karte:
In Schleswig Holstein MUSS z. B. jeder maßige Dorsch totgeschlagen werden - aus "Tierschutz"gründen.

Der Angler DARF SICH NICHT freiwillig ein höheres Schonmaß setzen (z. B. 45cm statt geltender 38 cm), er MUSS in Deutschland den 38 cm - Winzling um die Ecke bringen:
Aus "Tierschutz"gründen!


In Dänemark und anderen Ländern der EU wie der Welt ist zielgerichtetes Bewirtschaften durch zurücksetzen, freiwillig höheres Schonmaß etc. nicht nur kein Problem, sondern im Sinne positiven Bestandsmanagements erwünscht.
Hier macht man keinen individuellen Tierschutz ÜBER Natur- und Artenschutz, der dann wie in Schleswig Holstein noch den Bestand und am Ende die Art gefährdet!!

Dies muss auch in Deutschland möglich sein!
Dass Angler hier freiwillig durch ein persönliches höheres Schonmaß zum Bestandsmanagement beitragen und nicht durch falsch verstandenen Tierschutz von Parteien und Verbänden ausgebremst werden!

Freiwilliges erhöhtes Schonmaß und Zurücksetzen und Küchenfenster sind einfach die bessere Alternativen, die auch keinen Angler erschrecken im Gegensatz zum Baglimit, damit könnte man Angler mitnehmen.
Durch ständigen Zwang und neue Verbot aber niemals!!


Lösung:
Einfach und glasklar:
Weg mit Baglimit - sofort!!
Dafür das Erlauben eines freiwillig erhöhten Schonmaßes, was die Abschaffung des C+R-Verbotes bedingen würde.

Dann wäre auch ein Verzicht der Angler, in der Laichzeit tiefer als 20 m zu angeln, sicher kein Problem für Angelkutter, Kleinboote fahren in der Zeit wegen des Wetters eh kaum raus.

Auszahlen der EU-Fischer mit Dorschquote in ICES 22 - 24 für einen Fangverzicht für 2 Jahre und alternative Möglichkeiten durch Bürokratieabbau für diese Zeit.
Da Monitoring eh läuft, belaufen sich die Kosten dafür auf gerade mal auf 22 Millionen Euro.

Wollen Politik, "Wissenschaft" und Verbände wie bisher weiter auf ihre sture Verbotspolitik setzen, machen die sich alle sowohl mitschuldig am Niedergang der Dorschbestände wie auch am Verlust tausender Arbeitsplätze rund um den Angeltourismus zum Dorsch in den strukturschwachen Regionen der deutschen Ostseeküste..

Und das, nur weil sie keine 22 Mio Euro ausgeben wollen, während sie 85 Mio. für Wissenschaftsdampfer bezahlen können.

Ich kann Anglern und Angelverbänden da nur raten, zukünftig mehr als vorsichtig zu sein, wem man Daten geben will und welche.

Thomas Finkbeiner

PS - die dilettantischen Verbände der organisierten Sport- und Angelfischerei
Kommentar

Der DAFV schrieb im November letzten Jahres an die Staatssekretäre Flasbarth (BMUB) und Aeikens (BMEL) im Zuge der Ressortabstimmung zum Thema Dorsch:
Der DAFV ist sich bewusst, dass Freizeitfischer und Berufsfischer den Dorschbestand in der Ostsee nutzen.
Daher haben wir als DAFV von Anfang an unsere Bereitschaft erklärt, am Wiederaufbau des Dorschbestandes in der Ostsee mitzuwirken.

Man habe deswegen vorgeschlagen, Laichdorsche zu schonen und Schonmaß heraufzusetzen.
oder man wollte statt eines von der EU vorgegebenen persönlichen Limits für den Angler ein "Kutterlimit", was so eben rechtlich gar nicht möglich war, da die EU-Vorgabe direkt umzusetzen ist.

Da sieht man die Unfähigkeit des DAFV und der Landesverbände (speziell LSFV-SH, LAV-MeckPomm und DMV) welche diese Linie ausgaben und vertreten.

Denn diese Dinge von den Verbänden ins Spiel gebrachten Vorschläge müssten erst durch das EU-Parlament (wg. Zuständigkeit Länder) und können nicht wie das Baglimit vom der EU direkt beschlossen werden.
Das war also NIE eine Alternative, wenn die EU DIREKT 2017 handeln wollte.

Oder auf Deutsch:
Komplettes Politikversagen und Unkenntnis bei DAFV, LSFV-SH, LAV-MeckPomm und DMV in meinen Augen


Statt energisch gegen das Baglimit zu kämpfen, wird auf Feldern, welche nicht die EU direkt regeln kann, unnötig eine zweite Front aufgemacht mit freiwilligen, unnötigen, zusätzlichen (Baglimit war eh klar) Beschränkungen für Angler .

Was nun passieren kann:
Man bringt die Behörden auf dumme Ideen, so dass ZUSÄTZLICH zum Baglimit noch die Vorschläge der inkompetenten Verbände der organisierten Sport- und Angelfischerei oben drauf kommen.


Thomas Finkbeiner
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Alt 19.04.2017, 07:37   #2
Anglerdemo
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Standard AW: Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Danke für die Zusammenfassung der Fakten Thomas. Manche nennen das Politik, wir nennen das anglerfeindliche Politik! Leider wurden wir Angler tatsächlich von den Beteiligten über den Tisch gezogen. Dorschschutz ist mit den Regelungen nicht möglich und vermutlich auch nicht gewollt.

Zitat:
Zitat von Thomas9904 Beitrag anzeigen
Genauso übel hier auch 2 Reden aus dem Landtag von MeckPomm aktuell zum Thema (damits nicht die CSU alleine trifft - die sind alle anglerfeindlich!), die mit falschen, verfälschten oder falsch interpretierten Fakten nur so um sich schmeissen:
Dr. Wolfgang Weiß (Die Linke):
https://www.youtube.com/watch?v=bZkp...ature=youtu.be

Landwirtschaftsminister Dr. Backhaus(SPD)
https://www.youtube.com/watch?v=xyfC...ature=youtu.be
Zu diesen Beiträgen aus dem Landtag möchten wir von Anglerdemo gerne wie folgt Stellung beziehen:

Am 12.08.16 wurde auf einen Treffen in Kiel von Minister Habeck ein solidarischer Beitrag der Angler über 1.000 Tonnen gefordert. Dieses wurde von Dr. Bohn vom LSFV SH nach uns vorliegendem Schreiben in Aussicht gestellt.

Am 17.08.16 gab es einen Termin mit Dr. Zimmermann vom Thünen- Institut in Rostock. Hier wurde vom DAFV, LAV M-V und DMV ebenfalls ein freiwilliger Beitrag der Angler über 1.000 Tonnen zugesagt. Dieses sollte durch eine eine Erhöhung des Mindestmaß auf 45 cm und eine Schonzeit im Februar und März realisiert werden.

Um Schadenbegrenzung zu betrieben und die Diskussion offen zu halten, hat der Verband der Hochseeangelkutterbesitzer daraufhin am 19.08.16 ein Schreiben veröffentlicht. Hier wurden erstmalig Bedingungen für einen Beitrag der Angler eingefordert:

"Voraussetzungen für einen freiwilligen Beitrag der angeltouristischen Betriebe zur Stabilisierung des Dorsch-Bestandes:
· Der Beitrag der Angler dient ausschließlich zum beschleunigten Aufbau der Laicherbiomasse und nicht zur Erhöhung der Fangquote der Fischerei!
· Für alle wirtschaftlich Abhängigen muss es eine finanzielle Kompensation durch den Verdienstausfall geben.
· Die Maßnahmen betreffen sämtliche Angler in allen betroffenen EU-Staaten!
· Der Gesetzgeber sichert eine konsequente und gleichmäßige Kontrolle bei allen Marktteilnehmern zu. Es darf nicht passieren, dass aus Kapazitätsgründen nur die Kunden der Kutterfahrt kontrolliert werden."


Von diesen Forderungen wurde bei der Festlegung der Einschränkungen für Angler kein Punkt berücksichtigt, somit kann definitiv nicht von einer Zustimmung der Kapitäne der Hochseeangelkutter gesprochen werden! Insbesondere der Punkt, dass ein Verzicht ausschließlich die Zustimmung finden würde, wenn der Beitrag der Angler zum Aufbau des Bestandes und nicht zur Umverteilung genutzt werden, wurde nicht berücksichtigt und tut dem Angeltourismus doppelt weh.


Weiterhin gab es hierzu ein Schreiben vom 29.09.16 an Minister Schmidt. Hier hat man bereits auf die Folgen der vom DAFV und LAV MV ins Gespräch gebrachte Agenda 45-0-10 hingewiesen:

"Eine sechswöchige Schonzeit im Februar und März würde für die Hochseeangelbetriebe einen Verdienstausfall von rund 20-25% bedeuten und darüber hinaus die gesamte touristische Wertschöpfungskette schädigen. Eine Erhöhung des Mindestmaßes auf 45 cm (das Mindestmaß bei der gewerblichen Fischerei bleibt bei 35 cm) würde nach groben Schätzungen bei rund der Hälfte der Fahrgäste zu Nullfängen führen."

Des Weiteren stellen wir fest,
dass der von Frau MdEP Rodust eingerichtete „Runde Tisch zur Zukunft der Ostseefischerei“ in 2016 mehrmals ohne Beteiligung des Angeltourismus tagte. Der "Kompromiss" ist somit ohne Beteiligung des Angeltourismus oder der touristischen Verbände entstanden. Dieses wurde in einem Bericht der LN vom 27.09.16 bestätigt.
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Geändert von Anglerdemo (19.04.2017 um 08:37 Uhr)
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Alt 19.04.2017, 08:04   #3
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Standard AW: Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Danke für die Zusatzinfos - ich hätt noch viel mehr mit reinbringen können, was da alles passiert und wie das alles versaut wurde von Politik, Wissenschaft und Verbänden.

Ich bin mir aber sicher, dass das jetzt schon eigentlich zu viele Infos und zu viel Lesestoff ist..

Daher nochmal DANKE für die zusätzlichen Infos und Klarstellungen.
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Alt 19.04.2017, 08:37   #4
Thomas9904
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Standard AW: Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Nur um das nochmal klar zu machen, hier habe ich davon gesprochen dass die Bundesregierung ALLE EU-Fischer, die Quote am Dorsch in den Gebieten ICES 22-24 haben, ausbezahlen würde:
Zitat:
Zitat von Thomas9904 Beitrag anzeigen
Man könnte also nur mit diesem Geld der Bundesregierung für die eh schon gepamperten Wissenschalter ALLE Berufsfischerei ALLER LÄNDER DER EU, die Quote auf diesen Dorsch hat [1], bei KOMPLETTEM Verzicht auf den Dorschfang für 7einhalb Jahre KOMPLETT BEZAHLT stilllegen!!!!!!!!!!!!!!!!!

Was 7einhalb Jahre bezahlter Verzicht auf berufliche Dorschfischerei für den Dorschbestand und den Angeltourismus bedeuten würden, brauche ich niemanden zu erklären.
Würde man statt dessen jede beteiligte EU-Regierung nur ihren jeweiligen Landesanteil ausbezahlen lassen, wären das für Deutschland also NUR ca.:
2,4 Mio. €/Jahr


Dazu die 85 Mio. neuer Wissenschaftsluxuskutter ins Verhältnis gesetzt, könnte Deutschland also ca. 35 Jahre lang die deutschen Dorschfischer für ihre jetzige Dorsch-Quote ausbezahlen (bei vernünftiger Entbürokratisierung zur sinnvollen Weiterbeschäftigung, was Voraussetzung wäre!)!!!

Bei den jetzigen Zahlen des Angeltourismus (ca. 120 Mio. Umsatz/Jahr) in Deutschland würden dem Einsatz von ca. 2,4 Mio/Jahr (85 Mio insgesamt über 35 Jahre) dann entgegenstehen (ohne Steigerungen einzurechnen, die dann möglich wären):
ca. 4.200.000.000 € Umsatz Angeltourismus

Schon die Mehrwertsteuer aus diesen für Angler, Angeln und Angeltourismus eingesetzten
..85.000.000 € würde aus diesem Umsatz (4.2 Milliarden in 35 Jahren) ca. betragen:
650.000.000 €

Geändert von Thomas9904 (19.04.2017 um 08:54 Uhr) Grund: edit
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.04.2017, 17:03   #5
August
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Standard AW: Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Hmmmmmm ich sehe hier einen Rechenfehler Thomas also das Thünen institut hat 3 Schiffe nun stellt sich die Frage wie werden die laufenden kosten Bezahlt Staatskasse oder nur aus Forschungsgeldern Siehe hier https://www.thuenen.de/de/infrastruk...chungsschiffe/
August ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.04.2017, 17:46   #6
Thomas9904
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Standard AW: Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Dann würde der Vergleich noch mehr zu Ungunsten des Institutes ausfallen.

Ich habe bewusst zum verdeutlichen nur die 85 Mio. € des aktuellen Wissenschaftsluxuskutters-Neukaufes genommen als Vergleichsgröße, das ist schon schlimm genug...
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 19.04.2017, 21:11   #7
fischbär
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Standard AW: Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Ich gebe Dir Recht, dass so wie Du sie zitierst man eher abgeneigt wäre an der Sinnhaftigkeit und methodischen Korrektheit der Studie zu zweifeln. Natürlich können Angler nur aktive Fische fangen. Dass Angler immer gleich viel Fisch fangen, das können die Jungs mir gern mal im Winter am See erzählen.
Jetzt allerdings einen Vergleich zwischen Wissenschaftsfinanzierung und Angeln aufzumachen ist doch Unfug imho.
1. Das Geld für den Dampfer bleibt im Land und stellt im Prinzip nichts weiter dar, als eine Rückgabe von Steuermitteln an die Unternehmen und Bürger dar, die diese bezahlen.
2. Angeln ist privates Hobby, Dorschfang ist persönlicher Beruf aber Wissenschaftsförderung ist Staatsaufgabe. Niemand verlangt von Dir, dass Du privat Forschung finanzierst, Dein Geld darfst Du gern für Tackle ausgeben. Aber dass der Staat uns das Hobby finanziert, öhm, nunja. Du kannst Dir den Rest denken.
fischbär ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.04.2017, 21:22   #8
Thomas9904
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Standard AW: Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Angeltourismus Umsatz 120 Mio - das zum Thema privates Hobby...

4,2 Milliarden in 35 Jahren - alleine Umsatzsteuer macht nur das 10-fache des Forschungsdampfers aus- oder anders gesagt:
Ein Rückgang um 10 % beim Angeltourismus wäre damit ein Minusgeschäft für den Staat...

Dass Du als "Wissenschaftler" das u. U. anders interpretiert sehen willst, leuchtet mir schon ein..
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.04.2017, 21:48   #9
Flatfish86
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Standard AW: Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Naja, die hier und anderswo gerne genannten 120 mio. Umsatz stammen ja auch aus den Untersuchungen von Thünen. Die Quelle wird aber natürlich gerne unterschlagen, da man ja im gleichen Atemzug Daten von Thünen kritisiert. Aber so funktioniert Lobbyarbeit, ob nun von Verbänden oder hier im AB. Man muss nur immer im Hinterkopf behalten,wer welche Infos wie nutzt, um seine Interessen voran zu treiben.
Flatfish86 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.04.2017, 21:50   #10
Thomas9904
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Standard AW: Der Baglimit-"Betrug": 85 Mio. für Wissenschaft - 0 Euro für Dorsche und Angler

Vollkommen richtig!

Zahl vom Thünen, die ich für viel zu niedrig halte.

Wollt ich nicht unterschlagen, setzte ich als bekannt voraus ..

Aber da sind wir auch schon an objektiveren Zahlen dran..

Und ja, natürlich ist das irgendwie auch ne Art Lobbyarbeit - Verbände machen das ja nicht (bzw. wenn die Verbanditen das vernünftig begreifen und machen würden, müsst ich mich hier nicht so abzappeln) ;-))

Geändert von Thomas9904 (19.04.2017 um 21:53 Uhr) Grund: edit
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