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Alt 14.01.2011, 09:45   #1
Thomas9904
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Standard Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Wir haben den folgenden 5 Parteien/Fraktionen angelpolitische Fragen geschickt.

CDU
SPD
FDP
Grüne
Die Linke

Sobald Antworten eintreffen, werden wir diese hier veröffentlichen.

Selbstverständlich kann der angelpolitische Aspekt nur ein - aber nicht das alleinige - Entscheidungskriterium bei einer Wahl sein.

Wenn aber jemand noch eine Entscheidungshilfe zur Wahl braucht, kann dies dann durchaus eine Rolle spielen.

Unser Anschreiben/Fragen:
Zitat:
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Zuge der in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen wollen wir Ihnen die Gelegenheit geben, den laut Allensbach ca. fünf Millionen anglerisch interessierten Bürgern ihre Politik rund ums Angeln nahe zu bringen. Als populärstes Medium für Angler mit ca. 1,5 Mio. Besuchern und ca. 15 Mio. Seitenaufrufen monatlich bieten wier Ihnen da die geeignete Plattform zur Darstellung Ihrer angelpolitischen Ansichten.

Zwar ist das Fischereirecht nach der Föderalismusreform Ländersache. Es gibt aber ebenso Bundesgesetze, welche die Angler und das Angeln betreffen, als da wären das Bundesartenschutz-, Bundesnaturschutz- und das Bundestierschutzgesetz.

Wir würden gerne von Ihnen wissen, inwieweit in Ihrer Partei länderübergreifend in den zuständigen Gremien daran gearbeitet wird, diese Bundesgesetze anglerfreundlich und bundesweit möglichst einheitlich durchzusetzen.

Ein Beispiel dazu ist das Töten von Fischen, für das laut Bundestierschutzgesetz ein sinnvoller Grund vorliegen muss. Im Gegensatz dazu gibt es z. B. in Bayern ein Landesfischereigesetz, welches das Töten eines jeden gefangenen Fisches außerhalb von Schonzeit, Schonmaß oder Hegeregelungen vorschreibt, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, inwieweit der Angler den gefangenen Fisch auch sinnvoll verwerten kann.

Regelungen dieser Art setzen Angler einer für sie nicht aufhebbaren Rechtsunsicherheit aus und widersprechen auch dem anglerischen Anspruch, verantwortungsvoll und schonend mit Leben umzugehen.

Wir plädieren dafür die verantwortliche Entscheidungsfreiheit beim einzelnen Angler zu belassen und das sinnlose Töten von Fischen nicht als zwingende Vorschrift zu handhaben. Deshalb schlagen wir vor, folgende Formulierung in alle Landesfischereigesetze bzw. die entsprechenden Verordnungen aufzunehmen:
„Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“

Ein weiterer grundsätzlicher Punkt, der Angler interessiert, ist die gleichwertige Berücksichtigung ihrer Interessen in Bezug auf die Nutzung der Gewässer. So gibt es in einigen Bundesländern Gesetze und Verordnungen, welche die Angler im Gegensatz zum Rest der Bevölkerung unangemessen einschränken. Als Beispiel sei hier das gesetzliche Nachtangelverbot in Baden-Württemberg genannt.
Sollte ein Gewässer so schutzbedürftig sein, dass man Anglern verbieten muss, dort nachts anwesend zu sein, muss dies natürlich auch für alle anderen Bürger gelten, vom Vogelbeobachter über den Jäger bis hin zum normalen, erholungssuchenden Bürger.

Daher hier unsere Fragen:
1.: Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?

2.: Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngegmäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben:
„Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“

3.: Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?

Mit freundlichen Grüßen, Thomas Finkbeiner
Die Antworten



Die Antworten:
Zuerst kam die SPD

Zitat:
Zitat von SPD
Antworten der SPD-Fraktion im Landtag von Sachsen – Anhalt auf die Wahlprüfsteine des Anglerboards


1.: Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?

Zwischen der SPD-Bundestagsfraktion und den SPD-Landtagsfraktionen finden in den jeweiligen Politikbereichen regelmäßig Beratungen statt, um möglichst gemeinsame Positionen zu finden. Da das Fischereirecht weitestgehend Ländersache ist und auch sehr unterschiedlich gehandhabt wird, gestaltet sich die Verständigung auf eine einheitliche Gesetzgebung schwierig.

Grundsätzlich ist eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise in rechtlichen Fragen anzustreben, um für die Bürgerinnen und Bürger ein hohes Maß an Rechtssicherheit auch über die Grenzen der Bundesländer hinweg zu schaffen. Im Fischereirecht gehen die rechtlichen Vorgaben der Länder allerdings sehr weit auseinander. So gibt es zum Beispiel Länder, die einen Touristenangelschein vorsehen, welcher von anderen Ländern strikt abgelehnt wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass es in absehbarer Zeit zu einer Vereinheitlichung der landesrechtlichen Regelungen im Fischereirecht kommt, obwohl dies zweifellos zu begrüßen wäre.

Auf Landesebene setzt sich die SPD in Sachsen-Anhalt dafür ein, dass sich die Anglerverbände in ihren vielfältigen Funktionen (z.B. Naturschutz, Jugendarbeit, Sport) positiv entwickeln können. So haben wir zum Beispiel mit der vor kurzem verabschiedeten Novelle des Fischereigesetzes den Einstieg in die Angelfischerei erleichtert und die Zuständigkeiten für den Jugendfischereischein auf die Verbände übertragen. Auch wurden die Angler hinsichtlich der Befahrungsrechte im Rahmen ihrer Fischereiausübung den Jägern gleichgestellt.


2.: Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngegmäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben: „Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“
Die landesrechtlichen Regelungen in Sachsen-Anhalt beinhalten, dass ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen ist. An dieser Regelung soll zwingend festgehalten werden.


3.: Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?
Angler sind in Sachsen-Anhalt gegenüber anderen Bürgern hinsichtlich der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche keinesfalls schlechter gestellt. Vielmehr genießen sie im Rahmen der Fischereiausübung Betretungs- und Befahrungsrechte, um an die Gewässer zu gelangen.

Elmar Heisterkamp

Büroleiter der Fraktionsvorsitzenden

SPD-Fraktion im Landtag

von Sachsen-Anhalt
Man muss ja immer aufpassen was vor einer Wahl gesagt und nach eine Wahl getan wird, aber diese Aussagen kann man durchaus mal in Gänze als anglerfreundlich bezeichnen.



Und auch die Linke hat geantwortet:
Zitat:
Zitat von Die Linke
1. Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?
Antwort:
Wie Sie im Vorwort zu Ihren Fragen selbst hervorgehoben haben, ist das Fischereirecht nach dem Föderalismusprinzip Ländersache. In Abwägung der konkreten Angelegenheit und Situation ist dies nicht nur nachteilig. Dennoch können wir uns vorstellen, dass z. B. die Schaffung eines einheitlichen Bundesfischereigesetzes untersetzt mit einer Landesfischereiordnung den Interessen der Angler und dem Streben nach weniger Bürokratie entsprechen könnte. In diesem Zusammenhang denken wir an einen einheitlichen Bundesfischereischein, der in allen Bundesländern als Sachkundenachweis anerkannt ist. Auch der Zugang zum Angelsport könnte über einen solchen Weg über Ländergrenzen hinweg geregelt werden. Dies könnte u.a. vorteilhafte Auswirkungen auf eine Belebung des Tourismus in den Tagebaunachfolgelandschaften Sachsen-Anhalts haben, in denen es inzwischen zahlreiche Gewässer gibt.
Im Bemühen, bundesweite Regelungen zu schaffen, sehen wir uns aber auch in der Verantwortung, darauf zu achten, dass die in einzelnen Bundesländern ggf. bestehenden fortschrittlichen Regelungen zur Ausübung der Fischerei und des Angelsports nicht unerlaufen werden. Dabei haben wir die Bundesartenschutz-, Bundesnaturschutz- und die Bundestierschutzgesetzgebung nicht unbeachtet zu lassen.


2. Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngemäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben:
"Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen."

Antwort:
Die Frage, ob ein Fisch aufgrund seiner Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung zurückgesetzt werden soll oder darf, ist in Sachsen-Anhalt im Sinne Ihrer Anfrage bereits geklärt.
Trotzdem möchten wir darauf verweisen, dass Ihre vorgeschlagene Formulierung für eine etwaige Landesverordnung sehr unglücklich bzw. missverständlich ist. Indem sie einerseits von „keiner sinnvollen Verwertung“ sprechen, könnte andererseits die Forderung nach einem unverzüglichen und unversehrten Zurücksetzen als billige Entsorgung verstanden bzw. ausgelegt werden.
Hinzufügen möchten wir, dass wir uns ausdrücklich von der Praxis so genannter „Fotoangler“ distanzieren.


3. Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?
Antwort:
Ja, Sie dürfen davon ausgehen, dass DIE LINKE sich dafür einsetzt, dass die Anglerinnen und Angler nicht schlechter als alle anderen Nutzerinnen und Nutzer der Gewässer und Uferbereiche gestellt sind. Dabei gehen wir von der Erfahrung aus, dass die Anglerinnen und Angler grundsätzlich einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur pflegen und nachgewiesenermaßen stets auch ihren spezifischen Beitrag zur Pflege und zum Erhalt der natürlichen Umwelt und der Artenvielfalt geleistet haben und leisten.
Uns ist bekannt, dass in Sachsen-Anhalt das Feld- und Forstordnungsgesetz (FFOG) unter den Anglerinnen und Anglern immer wieder für Diskussionen sorgt, weil es die Zugänglichkeit zu den Gewässern erschwert und von Region zu Region mitunter unterschiedlich ausgelegt wird. DIE LINKE denkt darüber nach, dieses Gesetz ggf. auf den Prüfstand zu stellen, um künftig weitere Konflikte auszuschließen.
Auch hier scheint die Partei "Die Linke" wie in anderen Ländern sehr anglerfreundlich zu sein und auch - nicht selbtverständlich in der Politik - relativ kompetent, wenn es um Fragen des Angelns geht.

So, hier nun auch die Antwort der CDU:

Zitat:
Zitat von CDU
Wahlprüfsteine Anglerboard. de

1. Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?
Selbstverständlich steht die CDU von Sachsen-Anhalt in ständigem Kontakt zu anderen CDU-Landesverbänden. Regelmäßig stattfindende Gesprächsrunden bieten eine Plattform um sich über Themen, wie beispielsweise der Fischereiwirtschaft auszutauschen. Das Fischereirecht ist allerdings Ländersache. In Sachsen-Anhalt haben wir auch nach der Novellierung des Fischereigesetzes im vergangenen Jahr ein anglerfreundliches Gesetz.

2. Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngemäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben:
„Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“

In der Fischereiordnung des Landes Sachsen-Anhalt ist dies bereits vorgesehen und geregelt.

3. Wird sich Ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?
Mit dem Feld- und Forstordnungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt gibt es eine Regelung, die die Interessen insbesondere der Angler hinreichend beachtet. Angler sind in Sachsen-Anhalt bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche nicht schlechter als alle anderen Bürger gestellt.
Leider wird auch hier - wie bei velen anderen Parteien - zuerst auf den Föderalismus verwiesen.

Obwohl gerade wie bei der Frage des zurücksetzens von Fischens ein Bundesgesetz betroffen ist.

Und wenn man so mitkriegt, was die Behörden vor Ort in Sachsen-Anhalt wegen des betretens bundes/landeseigener Gelände an Gewässern veranstalten, kann man angesichts dieser Aussagen vielleicht die CDU dazu bringen, auch hier Angler nicht zu benachteiligen.
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 15.01.2011, 08:48   #2
Thomas9904
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Standard AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Wir werden eingehende Antworten sowohl hier im Forum veröffentlichen wie auch im Magazin zusammen stellen.
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Alt 15.01.2011, 09:02   #3
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Standard AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Die erste "Antwort" kam schon:
Eine Abwesenheitsnotiz von "Die Linke"

Ohne jeden Inhalt in der Mail, nur im Betreff steht eben "Abwesenheitsnotiz"..
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.2011, 09:05   #4
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Standard AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Gerade ne PN bekommen wegen der PLZ-Einsortierung, dass Sachsen-Anhalt auch stark im 3er PLZ verteten ist, daher kopiere ich das auch nich dahin..
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Alt 05.02.2011, 07:38   #5
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Standard AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Zuerst kam die SPD

Zitat:
Zitat von SPD
Antworten der SPD-Fraktion im Landtag von Sachsen – Anhalt auf die Wahlprüfsteine des Anglerboards


1.: Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?

Zwischen der SPD-Bundestagsfraktion und den SPD-Landtagsfraktionen finden in den jeweiligen Politikbereichen regelmäßig Beratungen statt, um möglichst gemeinsame Positionen zu finden. Da das Fischereirecht weitestgehend Ländersache ist und auch sehr unterschiedlich gehandhabt wird, gestaltet sich die Verständigung auf eine einheitliche Gesetzgebung schwierig.

Grundsätzlich ist eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise in rechtlichen Fragen anzustreben, um für die Bürgerinnen und Bürger ein hohes Maß an Rechtssicherheit auch über die Grenzen der Bundesländer hinweg zu schaffen. Im Fischereirecht gehen die rechtlichen Vorgaben der Länder allerdings sehr weit auseinander. So gibt es zum Beispiel Länder, die einen Touristenangelschein vorsehen, welcher von anderen Ländern strikt abgelehnt wird. Es ist nicht davon auszugehen, dass es in absehbarer Zeit zu einer Vereinheitlichung der landesrechtlichen Regelungen im Fischereirecht kommt, obwohl dies zweifellos zu begrüßen wäre.

Auf Landesebene setzt sich die SPD in Sachsen-Anhalt dafür ein, dass sich die Anglerverbände in ihren vielfältigen Funktionen (z.B. Naturschutz, Jugendarbeit, Sport) positiv entwickeln können. So haben wir zum Beispiel mit der vor kurzem verabschiedeten Novelle des Fischereigesetzes den Einstieg in die Angelfischerei erleichtert und die Zuständigkeiten für den Jugendfischereischein auf die Verbände übertragen. Auch wurden die Angler hinsichtlich der Befahrungsrechte im Rahmen ihrer Fischereiausübung den Jägern gleichgestellt.


2.: Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngegmäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben: „Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen.“
Die landesrechtlichen Regelungen in Sachsen-Anhalt beinhalten, dass ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen ist. An dieser Regelung soll zwingend festgehalten werden.


3.: Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?
Angler sind in Sachsen-Anhalt gegenüber anderen Bürgern hinsichtlich der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche keinesfalls schlechter gestellt. Vielmehr genießen sie im Rahmen der Fischereiausübung Betretungs- und Befahrungsrechte, um an die Gewässer zu gelangen.

Elmar Heisterkamp

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Man muss ja immer aufpassen was vor einer Wahl gesagt und nach eine Wahl getan wird, aber diese Aussagen kann man durchaus mal in Gänze als anglerfreundlich bezeichnen.
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Alt 05.02.2011, 07:38   #6
Thomas9904
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Standard AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Und auch die Linke hat geantwortet:
Zitat:
Zitat von Die Linke
1. Arbeitet Ihre Partei in ihren Gremien länderübergreifend an einer anglerfreundlichen Umsetzung von Bundesgesetzen?
Antwort:
Wie Sie im Vorwort zu Ihren Fragen selbst hervorgehoben haben, ist das Fischereirecht nach dem Föderalismusprinzip Ländersache. In Abwägung der konkreten Angelegenheit und Situation ist dies nicht nur nachteilig. Dennoch können wir uns vorstellen, dass z. B. die Schaffung eines einheitlichen Bundesfischereigesetzes untersetzt mit einer Landesfischereiordnung den Interessen der Angler und dem Streben nach weniger Bürokratie entsprechen könnte. In diesem Zusammenhang denken wir an einen einheitlichen Bundesfischereischein, der in allen Bundesländern als Sachkundenachweis anerkannt ist. Auch der Zugang zum Angelsport könnte über einen solchen Weg über Ländergrenzen hinweg geregelt werden. Dies könnte u.a. vorteilhafte Auswirkungen auf eine Belebung des Tourismus in den Tagebaunachfolgelandschaften Sachsen-Anhalts haben, in denen es inzwischen zahlreiche Gewässer gibt.
Im Bemühen, bundesweite Regelungen zu schaffen, sehen wir uns aber auch in der Verantwortung, darauf zu achten, dass die in einzelnen Bundesländern ggf. bestehenden fortschrittlichen Regelungen zur Ausübung der Fischerei und des Angelsports nicht unerlaufen werden. Dabei haben wir die Bundesartenschutz-, Bundesnaturschutz- und die Bundestierschutzgesetzgebung nicht unbeachtet zu lassen.


2. Strebt Ihre Fraktion/Partei an, den folgenden Passus (oder einen sinngemäß ähnlichen) auch im Landesfischereigesetz/Verordnungen bei Ihnen im Land festzuschreiben:
"Ein gefangener Fisch, der aufgrund von Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung keiner sinnvollen Verwertung zugeführt werden kann, ist unverzüglich und unversehrt zurückzusetzen."

Antwort:
Die Frage, ob ein Fisch aufgrund seiner Größe oder Art unter Beachtung der Hegeregelung zurückgesetzt werden soll oder darf, ist in Sachsen-Anhalt im Sinne Ihrer Anfrage bereits geklärt.
Trotzdem möchten wir darauf verweisen, dass Ihre vorgeschlagene Formulierung für eine etwaige Landesverordnung sehr unglücklich bzw. missverständlich ist. Indem sie einerseits von „keiner sinnvollen Verwertung“ sprechen, könnte andererseits die Forderung nach einem unverzüglichen und unversehrten Zurücksetzen als billige Entsorgung verstanden bzw. ausgelegt werden.
Hinzufügen möchten wir, dass wir uns ausdrücklich von der Praxis so genannter „Fotoangler“ distanzieren.


3. Wird sich ihre Fraktion/Partei dafür einsetzen, Angler nicht schlechter als alle anderen Bürger bei der Nutzung der Gewässer und Uferbereiche zu stellen?
Antwort:
Ja, Sie dürfen davon ausgehen, dass DIE LINKE sich dafür einsetzt, dass die Anglerinnen und Angler nicht schlechter als alle anderen Nutzerinnen und Nutzer der Gewässer und Uferbereiche gestellt sind. Dabei gehen wir von der Erfahrung aus, dass die Anglerinnen und Angler grundsätzlich einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur pflegen und nachgewiesenermaßen stets auch ihren spezifischen Beitrag zur Pflege und zum Erhalt der natürlichen Umwelt und der Artenvielfalt geleistet haben und leisten.
Uns ist bekannt, dass in Sachsen-Anhalt das Feld- und Forstordnungsgesetz (FFOG) unter den Anglerinnen und Anglern immer wieder für Diskussionen sorgt, weil es die Zugänglichkeit zu den Gewässern erschwert und von Region zu Region mitunter unterschiedlich ausgelegt wird. DIE LINKE denkt darüber nach, dieses Gesetz ggf. auf den Prüfstand zu stellen, um künftig weitere Konflikte auszuschließen.
Auch hier scheint die Partei "Die Linke" wie in anderen Ländern sehr anglerfreundlich zu sein und auch - nicht selbtverständlich in der Politik - relativ kompetent, wenn es um Fragen des Angelns geht.
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 05.02.2011, 08:09   #7
Schutenpiet
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Standard AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Mit Verlaub: Die regierungstauglichkeit an angelpolitischen Fragen aufzuhängen finde ich absolut albern bei den Problemen, die es in der Zukunft zu bewältigen gibt. Das Board sollte die Politik aus dem Spiel lassen. Das ist meine Meinung als aktiver Kommunalpolitiker der CDU.Die Menschen sollten statt in Foren zu palavern lieber vor Ort mitarbeiten und Verantwortung übernehmen.Dann bleibt zwar weniger zeit zum Angeln, aber man bestimmt Entscheidungen selbst mit.
mfg
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Alt 05.02.2011, 08:24   #8
Thomas9904
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Standard AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Vollkommen richtig!!
Deswegen steht das doch klar oben drüber:
Zitat:
Selbstverständlich kann der angelpolitische Aspekt nur ein - aber nicht das alleinige - Entscheidungskriterium bei einer Wahl sein.

Wenn aber jemand noch eine Entscheidungshilfe zur Wahl braucht, kann dies dann durchaus eine Rolle spielen.
Solange aber z. B. CDU, FDP und Grüne bis jetzt da komplett anglerfeindlich und realitätsfern agieren (Beispiel B-W: Angler sind so gefährlich, die darf man nachts nicht angeln lassen), ist es gut wenn man sehen kann, dass es zumindest angelpolitisch (und NUR!! darum gehts hier ja) auch anglerfreundliche Alternativen gibt.

Es ist ja schon bezeichnend, dass weder von CDU, FDP noch Grünen hier in Sachsen Anhalt überhaupt erst eine Antwort kam...
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Alt 05.02.2011, 09:24   #9
Schutenpiet
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Standard AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Wenn ich durch Verzicht aufs Angeln verhindern könnte, dass die SED Nachfolger gewählt werden, würde ich morgen damit aufhören. Ein markantes Zeichen extremer Parteien ist es schon immer gewesen, durch "Brot und Spiele"-Programmen von den tatsächlichen Absichten, Unfähigkeiten und Problemen abzulenken. Nach dem Motto : Allen das Gleiche und mir das Meiste oder : was Deins ist, ist meins... und was meins ist, geht Dich überhaupt nichts an.
Macht Eure Wahlentscheidung lieber an der Entwicklung unseres Landes und der Tatsache der erfolgreichen Friedenserhaltung fest.
Das ist auch unter Vernachlässigung der Angler und Jägeraspekte recht gut 60 Jahre lang ohne die Linke und Rechte gelungen.

Piet
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Alt 05.02.2011, 09:29   #10
Thomas9904
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Standard AW: Wahlprüfstein zur Landtagswahl: Sachsen-Anhalt

Zitat:
Macht Eure Wahlentscheidung lieber an der Entwicklung unseres Landes und der Tatsache der erfolgreichen Friedenserhaltung fest.
Da es hier ein Anglerforum ist, geht es logischerweise hier auch NUR! um Politik rund ums Angeln (und in den Regeln steht ja klar drin, dass andere politische Themen hier nichts zu suchen haben).

Daher zurück zum angelpolitischen:
In Sachsen Anhalt kann man feststellen, dass sowohl Die Linke wie auch die SPD relativ anglerfreundliche Aussagen machen.

Während sich in Sachsen Anhalt bis jetzt weder CDU, FDP noch Grüne überhaupt erst um Anfragen von Anglern kümmern - auch das ist neben dem angelpolitischen eine deutliche allgemeinpolitische Aussage, wie ernst Parteien Bürger nehmen....
Thomas9904 ist offline   Mit Zitat antworten
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