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Alt 06.10.2017, 20:34   #34
Franz_16
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Standard AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest

Zitat:
@Franz
Welche alternative Bepflanzung schwebt dir denn vor auf den Äckern, die aktuell für den Maisanbau verwendet werden?

So ganz redlich ist der Maiseinwand per se nicht, denn Massentierhaltung und zig Anwendungsszenarien in der Industrie sorgen für deutlich mehr Anbaufläche des angeblichen Flachwurzlers - was er übrigens, zumindest verglichen mit herkömmlichem Getreide, gar nicht ist.
@Frühling
Ich habe keine allumfassende Lösung parat. Ich denke die gibt es auch nicht.

Eine alternative Flächennutzung ist aktuell ohnehin illusorisch.

Das Thema hat sich bis auf Weiteres erstmal erledigt - solange die zugesagte Einspeisevergütung noch läuft - laufen auch die Anlagen mit sämtlichen Folgen. Dennoch haben zumindest die Biogas-Produzenten stark den Eindruck, dass Biogas politisch nicht mehr gewollt ist. Sobald die EEG-Förderungen weg sind wird bei Anlagen die keine gute Zusatzvermarktung haben (Fernwärme etc.) wohl der Schlüssel umgedreht werden.

Die Einnahmen aus Biogas verschwinden dann, dann müssen aus den Flächen wieder anderweitig Erträge erwirtschaftet werden. Und "Wildblumen" werden das wohl nicht sein - da bin ich relativ sicher

Bezüglich des Maisanbaus speziell für Biogasanlagen gibt es übrigens Zahlen. In Bayern sind es ca. 25% (130.000ha) der Maisanbaufläche die für Biogas verwendet werden (Quelle: Lfl Bayern). Bundesweit spricht man von bis zu 37%. (Quelle: Deutsches Maiskommitee)

Und ja, auch Getrede wurzelt flach ebenso wie Mais. Der kleine Vorteil den Getreide bietet ist die engere Bepflanzung. Insgesamt wird also mehr Boden von Wurzeln gehalten als beim Mais. Zu Ausschwemmungen kann es aber natürlich auch bei Getreidefeldern kommen, keine Frage.

Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang ist die zunehmende Verdichtung der Böden. Dadurch dass immer größere Flächen bewirtschaftet werden müssen, kommen stetig schwerere Maschinen zum Einsatz welche die Böden nicht unerheblich verdichten. Das widerum führt dazu dass die Böden nicht mehr soviel Wasser aufnehmen und es schneller zu Ausschwemmungen kommt.

Was bleibt also?
Ackerflächen ausbaggern, fluten und sibirische Störe besetzen
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Gruß Franz
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