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Alt 14.09.2017, 09:17   #1
Thomas9904
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Standard Bundesamt für Risikobewertung (BfF) warnt vor Verzehr von Plötzen/Rotaugen!



Bundesamt für Risikobewertung (BfF) warnt vor Verzehr von Plötzen/Rotaugen!


WIZE.live berichtet, dass das Bundesamt für Risikobewertung (BfF) vor Verzehr von Plötzen/Rotaugen warnt:
https://wize.life/themen/kategorie/b...toedlich-enden

Hintergrund ist, dass in Spanien und Deutschland MEHRERE HUMANE Fälle von Botulismuserkrankungen gemeldet wurden, die auf den Verzehr von gesalzenen und getrockneten Plötzen zurückzuführen waren.

Der Keim kommt weltweit im Erdboden und in küstennahen Gewässern vor, wodurch er auch von Plötzen aufgenommen werden kann.


Zitat:
Die in Europa weit verbreitete und auch im Brackwasser der Ostsee lebende Plötze kann das Bakterium Clostridium (C.) botulinum und Botulinum-Neurotoxine enthalten, ohne dass der Fisch erkennbar verdorben ist.
„Es besteht deshalb das Risiko, dass Verbraucherinnen und Verbraucher, die gesalzene und getrocknete Plötze ohne ausreichende Erhitzung verzehren, an Botulismus erkranken“, so BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel.
Vor allem nicht sauber ausgenommene Fische wären betroffen und/oder wenn Innereien mit verzehrt werden würden..

Hier handelt es sich also um Fische, die nicht erhitzt wurden bei der Zubereitung wie bei gesalzenen und getrockneten Fischen, die hier explizit erwähnt werden.

Dass hier explizit Plötzen erwähnt werden und keine anderen Fischarten, liegt wohl daran, dass gerade Plötzen gewerblich gesalzen und getrocknet in Verkehr gebracht werden.

In wie weit andere Fischarten betroffen sein können, auch aus anderen Gewässern, kann man nur mutmaßen, allerdings scheint eine entsprechende Gefahr durchaus gegeben:
Zitat:
2. Von Gram (2001)66 zusammengestellte Daten zeigen, dass in 86-100 % der in Dänemark und vor der Küste Skandinaviens entnommenen Sedimentproben solche Sporen gefunden wurden und dass die in diversen Studien ermittelten Prävalenzen in verschiedenen Fischarten zwischen 0 % und 100 % lagen.
Die in diesen Studien ermittelten Konzentration an C. botulinum Typ E lagen im Bereich von 1-5300 MPN (most probable number) pro Kilogramm Fisch66.
Die Tipps die das Bundesamt gibt, sind sicher auch für Angler daher beachtenswert:
http://www.bfr.bund.de/cm/343/botuli...e-ploetzen.pdf

Da gehts wohl zuerst um gewerbliche Verarbeitung, das dürfte aber auch nicht schaden, wenn Angler das beachten:
Zitat:
1. Frische Plötzen bei Temperaturen von ≤3 °C lagern
2. Plötzen, die durch Salzen und Trocknen haltbar gemacht werden sollen, zeitnah nach dem Fang sorgfältig und vollständig ausnehmen; danach innen und außen gründlich waschen
3. Plötzen, die über mehrere Tage gesalzen werden, vorsichtshalber zusätzlich kühlen
4. Plötzen, die mehrere Tage bei Temperaturen oberhalb von 8 °C getrocknet werden sollen, vorher ausreichend salzen, um eine Vermehrung von C. botulinum Typ E während der Trocknung durch Senkung der Wasseraktivität auf einen aW-Wert von ≤0,97 auszuschließen
5. Gesalzene und getrocknete Plötzen vor der Abgabe an Verbraucherinnen und Verbraucher ausreichend stabilisieren (aW-Wert im Zentrum der dicksten Stelle des Fisches ≤0,85), um auch eine Vermehrung von anderen bakteriellen Toxinbildnern, insbesondere Staphylococcus aureus, während der ungekühlten Lagerung zu verhindern

6. Gesalzene und getrocknete Plötzen nur nach ausreichender Erhitzung verzehren (z. B. mindestens zehn Minuten auf mindestens 85 °C Kerntemperatur erhitzen)
7. Keine Innereien von nicht ausreichend erhitzten Plötzen verzehren
Insgesamt scheint die Gefahr gegeben und real, aber auf Grund dessen, dass wohl nicht all zu viel solcher Produkte gewerblich vertrieben werden, für die Gesamtbevölkerung nicht all zu hoch sein.





Da Angler aber durchaus häufiger Fischarten fangen und verzehren die da betroffen sein könnten und auch in Zubereitungsformen mit nicht ausreichender Erhitzung, sind hier zuallermindest sauberes ausnehmen und auswaschen sowie schnelle Kühlung des Fanges anzuraten.

Thomas Finkbeiner
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