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Alt 11.09.2017, 08:17   #1
Thomas9904
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Standard Berlins "Ausbrecherkönig" beim Schwarzangeln erwischt

Redaktionell



Berlins "Ausbrecherkönig" beim Schwarzangeln erwischt


Bei manchen Meldungen, auch wenn ich weiss, dass man das nicht sollte, muss ich dann dennoch schmunzeln.

So wie im Fall des von der BZ geschilderten Falles um den Berliner "Ausbrecherkönig" Ekke Lehmann, der 33 seiner 71 Lebensjahre im Gefängnis verbrachte.

Dabei war er elfmal ausgebrochen.

Nun stand er erneut vor Gericht - wegen Schwarzangeln!

Zitat:
Im Nordhafen in Wedding mündet die Panke in den Spandauer Schifffahrtskanal. Ein Eldorado, von Weißfischen bis Zander und Aal.
Hier warf Ekke Lehman am 08. April 2017 seine Rute aus. „Er saß klassisch auf einem Angelstuhl, eine Friedfischangel mit Madenköder im Wasser“, erinnert sich vor dem Amtsgericht Tiergarten der Polizeibeamte (44), der ihn kontrollierte. „Angelkarte hatte er, aber keinen Fischereischein.
Er hatte zwar wohl Fischereischein und Jahreskarte - aber aus Polen..

Das Bußgeld wollte er nicht bezahlten, also kam er mit seinem Einspruch vor Gericht.

Da scheint es recht rustikal und uneinsichtig zugegangen zu sein.

Zitat:
„Bei uns war er nie“, sagt die Dame vom Fischereiamt Berlin. Ekke Lehmann: „Ick als armer Rentner mit 301 Euro, wovon denn? Ick habe schon in Polen bezahlt!“ Der Richter: „Warum angeln Sie aber in Berlin?“ Lehmann rotzig: „Um mir von meine Mordgedanken abzulenken, kann die Gesellschaft doch zufrieden sein!“ Der Richter: „Muss aber alles seine Ordnung haben.“ Lehmann, wütend: „Nüscht zahl ick! Verhängen Se doch Erzwingungshaft, ick hatte schon 33 Jahre Knast!“ Der Richter, sanft: „Nun mal von Mann zu Mann, ziehen Sie den Einspruch zurück, seien Sie doch vernünftig.“ Lehmann lächelt: „Na jut.“ Stürzt aus dem Saal und ruft: „Aber heute Abend bin ick wieder am Kanal!“ Dann braust er mit seinem Moped davon, Fluppe im Mund.
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Augenscheinlich wusste er ja, dass man Schein und Karte braucht - er hatte ja die polnischen Exemplare dabei.

Wie man dabei dann auf die Idee kommt, deutsche Polizei oder Behörden würden bei uns polnische Angelscheine bei deutschen Bürgern akzeptieren, erschliesst sich mir nicht.

Ebensowenig, wieso er dann nicht gleich komplett (ganz ohne Scheine) schwarz geangelt hat. Und warum er die polnischen Papiere kaufte? Was sollte das bringen?

Auch wenn man bei der Sache vielleicht schmunzeln muss, eines sollte man nicht vergessen:
Hier hat immerhin die Polizei kontrolliert und ist eingeschritten.

Man hört von vielen Gewässern ja immer wieder, wenn Aufseher kontrollieren und Polizei dann um Hilfe bitten, dass das oft nicht klappt.

Ob das alles besser wird, weil jetzt vor der Wahl von allen Parteien neue Beamte bei der Polizei versprochen werden?

Oder bleibt Schwarzangeln, Fischdiebstahl und Fischwilderei weiterhin ein Kavaliersdelikt, bei dem auch viele Verfahren eingestellt werden?

Ich bin bekanntermaßen für eine größtmögliche Freiheit beim Angeln für Angler, wenn es um Dinge geht wie zurücksetzen, Köder und Methoden etc.

Sich aber gültige Papiere zu holen, das ist selbst in meinen Augen etwas, das man sicher von allen verlangen kann, die angeln wollen...

Auch wenn das in Bürokrateutonien mit seinen zig unterschiedlichen Gesetzen, Verordnungen und Regeln vor Ort kompliziert geregelt ist.

So kompliziert, dass man statt dessen keinen, oder - wie hier - einen polnischen Schein nutzt, isses nun auch wirklich nicht

Thomas Finkbeiner
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