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Alt 30.08.2017, 10:45   #41
Franz_16
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Standard AW: Ködertester gesucht: Balzer Shirasu Photo Print Shads

Der nächste, sehr ausführliche Testbericht . Diesmal von Jörg alias "renrök"!

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Test- und Erfahrungsbericht zu Balzer Shirasu Photo Print Shads von renrök

Bereits zwei Tage nachdem ich vom anglerboard die Mitteilung erhielt, dass ich als Tester ausgewählt wurde, bekam ich das Paket zugestellt.

Dafür ganz klar: Daumen hoch!

Schnell ausgepackt, das sah ja schon mal richtig gut aus:



Geliefert wurden die Shads in einer stabilen Kunststoffbox.

Zur Verfügung gestellt wurden je 4 Gummifische in 10cm, 13cm sowie 17cm.

Dazu gab es passende Jighaken:
Je 4 Haken in 10 Gramm für die 10 cm und 13 cm Version,
sowie 3 Haken in 20 Gramm für die 17 cm Shads.

Somit wurde alles zur Verfügung gestellt, um sofort loslegen zu können. Einfach klasse.

Der erste Eindruck beim Öffnen:

Wow! Sehen die geil aus!

Meine Tochter meinte: Der sieht ja aus wie ein echter Fisch.
Und damit hatte sie vollkommen recht.
Die Optik war wirklich überzeugend.
So hab ich das noch nicht gesehen. Sehr, sehr nah dran am Original.
Sämtliche Dekors sahen aus wie ihre natürlichen Vorbilder.

Auffällige Augen sowie hervorgehobene Brustflossen machen neben dem Fischmuster einen tollen und realistischen Eindruck.

Ob diese Detailtreue sein muss, soll jeder für sich selbst entscheiden.
Meiner Meinung nach kann es in klaren oder überfischten Gewässern durchaus das Detail sein, was den Fang ausmachen kann.

Persönlich bin ich nicht derjenige, der so ins Feine geht.
Aber warten wir mal ab.

Hinzu kommt laut Hersteller noch ein UV-reaktiver Bereich (Kopfbereich unten).


Was aber auch direkt auffiel:
Sie stinken!

Es kam ein starker chemischer Geruch aus Box.

Dies ist zwar oft auch bei anderen Gummiködern nicht anders, soll aber nicht unerwähnt bleiben.

Ob dies an dem Weichmacher an sich oder dem speziellen Herstellungsverfahren liegt, kann ich nicht sagen.

Also wurde die Box erstmal offen gelagert und die Shads gelüftet.
Dies ist meiner Meinung nach auch zwingend nötig, da der Geruch schon ziemlich stark ist.

Schauen wir uns die zur Verfügung gestellten Testobjekte erstmal näher an.

4 Modelle in 10 cm Länge


4 Modelle in 13 cm Länge


4 Modelle in 17 cm Länge



Mit den Dekoren:
Weißfisch (Rotauge)
Gründling
Bachforelle
Regenbogenforelle
Barsch
Hecht
sollten die wichtigsten Beutefische abgedeckt sein, die den Räubern in Ihrem Lebensraum vors hungrige Maul schwimmen.

Neben den zur Verfügung gestellten Längen in 10cm, 13cm und 17cm wird auch noch ein Modell in 23cm im Handel angeboten.
Dieses war aber nicht Umfang der Testmodelle.

Hier mal im direkten Größenvergleich:


Sehen wir sie uns unter UV-Licht an:



Nach heutigem Wissenstand geht man von einem UV-Sehvermögen bei Fischen aus.
Also durchaus ein Detail, was stechen kann.

Ich musste sie natürlich auch auf die Waage legen.

Dabei stellte ich fest, dass die

10 cm Shads zwischen 6g und 7g wiegen,


12 cm Shads zwischen 12g und 14g wiegen,


17 cm Shads zwischen 35g und 37g wiegen.



Also nur minimale Abweichungen.
Wenn ich jetzt mal beispielhaft den 17cm Shad als Hechtköder nehme und ihn an einem 20 Gramm Kopf montiere, komme ich auf ein Ködergewicht von 56 Gramm.

Also alles im Rahmen, wie es sein soll.

Was ebenfalls sofort auffällt: Die Gummimischung macht einen wertigen Eindruck.
Die Shads sind flexibel aber dabei nicht schwabbelig.

Insgesamt fühlt sich der Shad stabil und haltbar an.
Hoffentlich kann er dies im Paxistest mit Hecht- und Zanderzähnen unter Beweis stellen.

Was die Langlebigkeit der Fischdekore angeht, kann im Testzeitraum von gut 5 Wochen kein Aussage kräftiges Ergebnis zu Stande kommen.
Bin aber wirklich mal gespannt, wie die Details nach einem Jahr intensiver Nutzung aussehen.

Ebenso habe ich mich nicht getraut, die Shads mit Gummiködern anderer Hersteller zusammen zu lagern.
Weiß nicht, ob sie sich untereinander verstehen.
Einfach probieren und eventuell Totalverluste durch Aufweichen der Gummis zu riskieren, wollte ich nicht.
Hierzu wäre es schön, wenn Balzer etwas zu diesem Thema sagen könnte.

Ebenso wie zur Salzwasserverträglichkeit.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass der Weißfisch gut als Hering durchgehen könnte.
Werde das nächstes Jahr in Norwegen testen.


Nachdem die Shads nun trocken begutachtet wurden, musste ich natürlich am selben Abend sofort los.
Wie heißt es so schön: Nur ein nasser Köder fängt.

Also zog es mich an die Ruhr bei Arnsberg.

Hier zeigten sich die Forellen nach der grandiosen Maifliegenzeit aktuell ziemlich zickig.
Was lag also näher, als den bewährten Wobblern und Spinnern mal eine Pause zu gönnen, und das 10 cm Testmodell zu versuchen.

Ich entschied mich für das Hechtdekor.
Warum? Kann ich nicht sagen, war ne reine Bauchentscheidung.

Der befischte Bereich weicht an dieser Stelle von dem typischen Flußbett der Ruhr ab.
Beding durch einen Zulauf befindet sich eine etwa 2 Meter tiefe Rinne in der Flußmitte.
Hier habe ich schon des Öfteren Forellen fangen können.
Beim nächtlichen Aalangeln hat es mir an dieser Stelle vor zwei Jahren die komplette Rute aus dem Ständer gerissen und mich am Ufer ziemlich verdutzt aus der Wäsche gucken lassen.
Ob dies eine große Barbe oder gar ein Wels war, kann ich nur spekulieren.
Auf jeden Fall sollten hier neben Forellen, Döbeln und Äschen auch andere Flossenträger vorkommen.

Hier der Gewässerabschnitt des ersten Einsatzes…


Hier der montierte Shad


Auf diesem Bild sieht man deutlich die straffe Flexibilität des Köders.

Also konnten die Shads neben den geplanten Seen auch noch in einem Fluss getestet werden.

Mein erster Eindruck im Fließgewässer war durchweg positiv.
Auch in der Strömung lief der Shad ordentlich.
Das habe ich auch schon ganz anders erlebt, insbesondere bei kleinen Gummifischen.

Der mitgelieferte 10g Haken war aber für meinen Bereich etwas überdimensioniert.
Aber da kann jeder für sich selbst die richtige Kombination finden.

Auf jeden Fall läuft der Shad sowohl im ruhigen als auch im Fließwasser sehr gut.
Das kleine Modell zeigt dabei ein gefälliges Flanken aber kein ‚Geflatter‘ des Schwanzes.

Der erste Test verlief mit einem Nachläufer und einem Fehlbiss recht bescheiden.


Aber auch andere Köder (Wobbler und Spinner) hatten an den Tagen zuvor nicht wirklich besser abgeschnitten.

Da ich nicht aufgeben wollte, ging ich am nächsten Abend erneut mit diesem Shad an gleicher Stelle auf Tour.
Und was soll ich sagen? Im letzten Büchsenlicht knallte mir diese Bachforelle von 47 cm ans Band:



Wohl etwas glücklich, dass die Forelle gehakt wurde. Hatte zuvor schon das Gefühl, dass es zwei Anfasser gegeben hatte.
Ist bestimmt nicht der Zielfisch dieses Köders. Zumal wir hier nur mit einem Einzelhaken fischen dürfen. Ein ‚Angstdrilling‘ hätte die Bissausbeute durchaus erhöhen können.
Die Forelle hatte übrigens 4 Weißfische (Elritzen und Döbel konnte ich bestimmen) im Magen.

Das war schon mal ein klasse Beginn!

Als nächstes ging es ins Allgäu an den Bannwaldsee.

Auf diesen Urlaub und den Einsatz der Shads hatte ich mich richtig gefreut.
Was soll ich sagen? Bedingt durch Dauerregen sowie viele Gewitter fiel das (Test)-Angeln sprichwörtlich ins Wasser.
Leider darf der See nur vom Ufer beangelt werden. Der hohe Wasserstand und das aufgeweichte Ufer machten ein vernünftiges Spinnfischen nahezu unmöglich.
Schade, ich hätte hier gerne mehr zu dem Bericht beigetragen aber es war nicht zu ändern.

Das nächste Gewässer war der Schweriner See.
Das klare Wasser war genau die richtige Umgebung für die Testobjekte.
Die Aktion der Shads konnte genau beobachtet werden.
Hier zeigte sich für alle Längen ein hervorragendes Laufverhalten.
Ein ausgeprägtes Flanken und ein lebhaftes Spiel des Schwanzes dürften den Räubern gefallen.

Alle drei Größen (10 cm, 13 cm und 17 cm) kamen zum Einsatz.
Wie bereits vorher bei dem ‚Kleinen‘ festgestellt, zeigten auch die größeren Modelle die flexible Straffheit.

Ich entschied mich für das Forellendekor und hoffte, dass es den Hechten und Zandern ebenso gefällt.


Mit dem Ergebnis hätte ich wirklich nicht gerechnet.
Insbesondere, da ich den Schweriner See noch nie befischt hatte.

Im Schweriner Innensee konnte ich diesen 86er Hecht erbeuten, der auf das 17 cm Modell hereinfiel.




Zwei Tage später konnte ich noch einen Hecht von etwa 75 cm auf diesen Köder bekommen.

Leider kann ich kein Bild von den Bissspuren am Shad präsentieren, da ich den Köder an einem Unterwasserhindernis verloren habe.
Im Bereich einer ausgedehnten Flachwasserzone hatte sich der Shad am Grund verhakt. Beim Versuch den Hänger zu lösen, wurde die Schnur vermutlich von Muscheln durchgescheuert und riss.
Also ein Testobjekt weniger.


Entschädigt wurde ich beim abendlichen Angeln vom Steg.

Mit dem 7 cm Modell konnte ich schöne Barsche fangen.
Mehrere über 30 cm und einen von knapp 43 cm.



Zwischendurch gab es immer wieder mal einen Einsatz am Möhnesee.



Zusammen mit zwei Kumpels wurde ein Nachmittag mit Schleppfischen sowie aktivem Wurfangeln verbracht.

Da wir ein Aussage kräftiges Ergebnis erzielen wollten, fischte ich mit den Testobjekten, ein Kumpel nahm einen Nils Master Wobbler und der andere schwörte wie immer auf seinen Favoriten (Maräne am Drachkovitch System).
Zum Schleppen wurde etwa drei Meter vor dem Köder ein 40 Gramm Blei eingeschlauft.
Die Schlepprunde ergab lediglich einen Hechtteenager, der allerdings auf die Maräne ging.

Nun aber zum aktiven Wurfangeln, bei dem wir einige schöne Kanten angeworfen hatten.
Der Wobbler wurde von meinem Kumpel gegen einen Shad von Profi Blinker ausgetauscht und ich wechselte von 17 cm auf 13 cm.

Mein Print Shad sowie die Maräne am System brachten je einen Hecht von
etwa 70 cm.
Mehr ging an diesem Tag nicht.


Fazit:

Die Optik der Shirasu Print Shads ist wirklich sensationell.
Näher am Original geht es nicht!


Ein paar Worte zur Aktion der Shads.
Sowohl im Fließwasser als auch im Stillwasser laufen die Shads ohne Beanstandung.
Auffälliges Flanken sowie der lebhaft spielende Schwanz dürften Schlüsselreize der Raubfische ansprechen.
Die wertige Gummimischung dürfte mit dafür verantwortlich sein.
Hier gibt es nichts auszusetzen.

Klar lassen Hechtzähne auch bei diesen Ködern entsprechende Spuren zurück.
Mehrere erfolgreiche Drills sind aber durchaus möglich.

Der Einsatzzweck lag bei mir hauptsächlich beim aktiven Wurfangeln.
Dabei war ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden.
Forelle, Barsch und Hecht konnten von mir mit den Testködern gefangen werden.
Die Shirasu Print Shads werden einen festen Platz in meiner Köderbox finden.
Persönlich werde ich in Zukunft immer den ein oder anderen Testköder mit am Wasser haben.

Vielleicht bietet sich dann das folgende Bild, was wir doch alle sehen wollen.



In diesem Sinne Petri Heil und allseits ne krumme Rute

Jörg




Kurz noch ein paar Worte zu meiner Person:

Ich würde mich als klassischen Allround Angler bezeichnen.
Zur großen Leidenschaft gehört das Fliegenfischen. Wozu auch das Binden verschiedenster Fliegenmuster gehört.
Ebenso gerne gehe ich mit der Spinnrute die Ruhr ab oder setzte mich stationär ans Ufer und genieße die Natur.

Des Weiteren bin ich des Öfteren am Möhnesee unterwegs, wo ich den Hechten und Barschen nachstelle.

Mindestens einmal im Jahr (eher öfter) geht es mit Kumpels nach Schweden und mit der Familie im Urlaub regelmäßig nach Norwegen.
Alle Familienmitglieder haben dabei großen Spaß an der Fjord- und Meeresangelei.

Hoffe, ich habe keinen gelangweilt!
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