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Alt 29.09.2016, 19:56   #1
Thomas9904
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Standard Dorschmanagement: Dilettantenverbände schlucken alles - Anglerboard fragt nach

Vorabveröffentlichung Mag Oktober

Dorschmanagement:
Dilettantenverbände schlucken alles - Anglerboard fragt nach


Das Trauerspiel der als Fischereiverbände getarnten, anglerfeindlichen Naturschutzverbände DAFV, LSFV-SH und LFV-MV, die schon im vorauseilenden Gehorsam Angebote für Beschränkungen der Angler an die Politik zum Dorschmanagement machten, welche dann den Berufsfischern zu Gute kommen würden, ohne aber wie die Berufsfischer dafür zu sorgen, dass die Betriebe des Angeltourismus auch Millionen wie die Berufsfischer bekommen, haben wir ja ausreichend dokumentiert:
Jetzt sind die Dorschangler dran
Neuer Runder Tisch zum Dorsch
Angelkutter und Touristik ausgesperrt! Offener Brief zum "3. Runder Tisch Dorsch"
Fischern wird geholfen, Angler werden alleine gelassen!! SPD-Rodust anglerfeindlich

Da der anglerfeindliche DAFV und seine Vasallenverbände ja alles widerstandslos schlucken, was von der Berufsfischerlobbyistin Rodust (SPD-Abgeordnete im EU-Parlament) und dem Thünen Institut vorgelegt wird (und das obwohl der DFV NIE eine Einbeziehung der Angler für die Berufsfischer gefordert hatte), ohne über mögliche Alternativen zu sprechen oder zu informieren, und statt dessen eine Resolution ohne jede Rücksprache mit Landesverbänden und Gremien des DAFV vorlegten ("Dorschschutz": Happach-Kasan, Habeck und Bohn - Und jetzt ne Resolution!), sahen wir uns genötigt, Herrn Zimmermann vom Thünen Institut anzuschreiben und um Vorlage der Alternativen zu bitten, welche sowohl von den anglerfeindlichen Verbänden der Angelfischerei wie auch von Frau Rodust von der SPD ja der Öffentlichkeit vorenthalten wurden.

Das war unsere Mail:
Zitat:
Sehr geehrter Herr Zimmermann,
im Zuge der Debatte um das Dorschmanagement würde ich mich freuen, wenn Sie mir einige Fragen beantworten könnten.

Das Thünen Institut ermittelt ja sowohl die Fangzahlen der Berufsfischer sowie auch die aus Stichproben und Umfragen geschätzten und hochgerechneten Fänge der Angler.

Bei der Befischung durch Fischer und Angler gibt es ja aber signifikante Unterschiede.

Während Berufsfischer mit Stell- und Schleppnetzen auch inaktive, ruhende oder ziehende Fische fangen, kann der Angler nur aktiv fressende oder aggressive/futterneidische Fische fangen.

Zudem fallen beim Angler keine unerwünschten Beifänge und Discard an, der Angler kann selektiv angeln (Plätze mit zu kleinen Fischen verlassen) und zurückgesetzte Dorsche haben eine gute Überlebenschance (Strehlow).

Wird der gleiche, fiktiv angenommene Dorschschwarm von einem einzigen Berufsfischer befischt, kann dieser diese ganze Lebensgemeinschaft (plus Discard) in einem Hol komplett eliminieren.

Angler könnten selbst mit einem Massenauflauf nur die aktiven Fische des Schwarmes erwischen und durch die Methodik (ständiges umsetzen, Drift, ) den Schwarm nie komplett eliminieren, da sich dieser vorher zerstreut.

Angler haben also im Gegensatz zu Fischern auch bei sinkenden Beständen immer einen systematisch bedingten Minderfang, der sich automatisch am jeweiligen Bestand orientiert, keine ganzen Schwärme eliminieren kann und so als bestandsschonendste Bewirtschaftungsform automatisch immer genug Dorsch als Stock zur Bestandserhaltung zurücklässt.

Dazu kommt, dass der komplette volkswirtschaftliche Ertrag bei Berufsfischern für 1 Kilo Dorsch beim Verkaufspreis bei der Genossenschaft oder dem Handel liegt (grob zwischen 70 Cent und 2 Euro), von denen der Fischer auch seine gesamten Kosten (Boot, Gerät, Diesel, Personal, Steuern etc.) tragen muss.

Der Angler hingegen hat für 1 Kilo Dorsch einen mehrfachen Kostenaufwand, der sich dann als volkswirtschaftlicher Ertrag positiv auswirkt.

Von Anfahrt, Übernachtung, Essen, Angelgerät, Bootscharter, Fahrt Kutter etc. fallen Kosten an, die sich mehr als positiv auf die strukturschwache Küstenregion auswirken.

Ausgehend von den Bedingungen 2016 der Zahlen Ihres Institutes (Quote bei Berufsfischern wie bekannt 2016, keine Regulierung der Angler außer oben genannter Eigenregulierung durch weniger Fang bei weniger Fisch) würden wir gerne wissen wie sich der Dorschbestand unter den folgenden Szenarien entwickeln würde und wann er sich voraussichtlich wieder erholen würde:

1. Reduzierung der Quote für die Fischerei gemäß den Empfehlungen der Kommission um 87,5% und keine Einschränkung der Freizeitfischerei.

2. Einschränkung der Freizeitfischerei und Reduzierung der Quote für die Fischerei gemäß den Empfehlungen der Kommission um 87,5%, aber Erhöhung der Quote der Fischer um die Minderfänge der Angler. (gemäß des Lübecker Beschluss vom 26.09.16)

3. Einschränkung der Freizeitfischerei gemäß Lübecker Beschluss vom 26.09.16 und Reduzierung der Quote für die Fischerei gemäß den Empfehlungen der Kommission um 87,5%. (Vorschlag des Angeltourismus)

4. Vollständiges Fangverbot der Berufsfischerei für Dorsch und keine Einschränkungen für die Freizeitfischerei.

5. Vollständigen Verbot der Freizeitfischerei und weitere Bewirtschaftung durch Berufsfischer (bei einer Absenkung der Quote 2016 auf nur noch 339 Tonnen zzgl. die eingesparten Fänge der Angler).


Auf Grund der aktuellen Brisanz des Themas und des geplanten Treffen der Fischereiminister der Ostseeanrainer am 10.10.16 würden wir uns freuen, wenn Sie uns diese Fragen kurzfristig bis zum 06.10. 2016 beantworten könnten.
Thomas Finkbeiner
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