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-   -   500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbestände (https://www.anglerboard.de/board/showthread.php?t=331959)

Pikepauly 06.10.2017 20:08

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Wirklich nicht schön für den Verein.
Ich wohne ja in einer landwirtschaftlich sehr intensiv genutzten Ecke der Republik direkt an der Nordsee. Hier ist es überhaupt kein Geheimnis das die Güllemengen die anfallen nachts direkt vorm Seedeich in die Nordsee verklappt werden. Da sind für die Umwelt vielleicht Biogasanlagen noch besser als das was wir hier erleben. "Erfunden" wurde das Konzept übrigens von Renate Künast.:)

geomas 06.10.2017 20:09

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Jede Havarie, bei der Menschen oder Umwelt Schaden nehmen, ist eine zu viel.
Ich bin weder Freund der industriellen/sehr intensiven Landwirtschaft (ohne die gäbe es auch keine Biogasanlagen) noch von AKWs, aber die aktuelle Havarie pauschal den Umweltschützern in die Schuhe schieben zu wollen, finde ich problematisch.
Vielleicht sollten die zuständigen Aufsichtsbehörden den Betreibern der Biogasanlagen (und anderer potentiell gefährlicher Anlagen) einfach öfter und genauer auf die Finger schauen, angefangen bei der Planung und natürlich beim laufenden Betrieb.
Aber dafür braucht es eben kompetente Mitarbeiter, die auch Zeit genug haben, sich eingehend mit solchen Anlagen zu befassen. Und die kosten eben Geld.

Und selbst die beste Aufsicht schützt nicht vor menschlichen Fehlern.

Thomas9904 06.10.2017 20:17

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Nicht an der Havarie sind die GRÜNEN und Schützer schuld - an der Umgestaltung der Gesellschaft und der daraus resultierenden Verwüstung von Landschaft und Landwirtschaft für umgeleitete Subventionen.

Der Unfall ist nur das Symptom..

Das Übel sind............................

Franz_16 06.10.2017 20:34

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Zitat:

@Franz
Welche alternative Bepflanzung schwebt dir denn vor auf den Äckern, die aktuell für den Maisanbau verwendet werden?

So ganz redlich ist der Maiseinwand per se nicht, denn Massentierhaltung und zig Anwendungsszenarien in der Industrie sorgen für deutlich mehr Anbaufläche des angeblichen Flachwurzlers - was er übrigens, zumindest verglichen mit herkömmlichem Getreide, gar nicht ist.
@Frühling
Ich habe keine allumfassende Lösung parat. Ich denke die gibt es auch nicht.

Eine alternative Flächennutzung ist aktuell ohnehin illusorisch.

Das Thema hat sich bis auf Weiteres erstmal erledigt - solange die zugesagte Einspeisevergütung noch läuft - laufen auch die Anlagen mit sämtlichen Folgen. Dennoch haben zumindest die Biogas-Produzenten stark den Eindruck, dass Biogas politisch nicht mehr gewollt ist. Sobald die EEG-Förderungen weg sind wird bei Anlagen die keine gute Zusatzvermarktung haben (Fernwärme etc.) wohl der Schlüssel umgedreht werden.

Die Einnahmen aus Biogas verschwinden dann, dann müssen aus den Flächen wieder anderweitig Erträge erwirtschaftet werden. Und "Wildblumen" werden das wohl nicht sein - da bin ich relativ sicher ;)

Bezüglich des Maisanbaus speziell für Biogasanlagen gibt es übrigens Zahlen. In Bayern sind es ca. 25% (130.000ha) der Maisanbaufläche die für Biogas verwendet werden (Quelle: Lfl Bayern). Bundesweit spricht man von bis zu 37%. (Quelle: Deutsches Maiskommitee)

Und ja, auch Getrede wurzelt flach ebenso wie Mais. Der kleine Vorteil den Getreide bietet ist die engere Bepflanzung. Insgesamt wird also mehr Boden von Wurzeln gehalten als beim Mais. Zu Ausschwemmungen kann es aber natürlich auch bei Getreidefeldern kommen, keine Frage.

Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang ist die zunehmende Verdichtung der Böden. Dadurch dass immer größere Flächen bewirtschaftet werden müssen, kommen stetig schwerere Maschinen zum Einsatz welche die Böden nicht unerheblich verdichten. Das widerum führt dazu dass die Böden nicht mehr soviel Wasser aufnehmen und es schneller zu Ausschwemmungen kommt.

Was bleibt also?
Ackerflächen ausbaggern, fluten und sibirische Störe besetzen #6 ;)

Fruehling 06.10.2017 20:36

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Ich weiß ja nicht, in welchem Land Du lebst, Thomas, aber die Umgestaltung der deutschen Gesellschaft den Grünen anzukreiden, ist sicher zuviel der Ehre... :)

Ansonsten kamen, gerade im Hinblick auf deutsche Gewässer, aus dem grünen Lager wichtige Initialzündungen, oder? Daß Mutti in ganzen 12 Jahren immer mehr ehemals ausschließlich grüne Themen für sich entdeckt hat, wirft selbstverständlich die bereits gestellte Frage auf, wer sie eigentlich gewählt hat?

Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht naß?

Thomas9904 06.10.2017 20:39

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Zitat:

Zitat von Franz_16 (Beitrag 4725572)
@Frühling
Ich habe keine allumfassende Lösung parat. Ich denke die gibt es auch nicht.

Eine alternative Flächennutzung ist aktuell ohnehin illusorisch.

Das Thema hat sich bis auf Weiteres erstmal erledigt - solange die zugesagte Einspeisevergütung noch läuft - laufen auch die Anlagen mit sämtlichen Folgen. Dennoch haben zumindest die Biogas-Produzenten stark den Eindruck, dass Biogas politisch nicht mehr gewollt ist. Sobald die EEG-Förderungen weg sind wird bei Anlagen die keine gute Zusatzvermarktung haben (Fernwärme etc.) wohl der Schlüssel umgedreht werden.

Die Einnahmen aus Biogas verschwinden dann, dann müssen aus den Flächen wieder anderweitig Erträge erwirtschaftet werden. Und "Wildblumen" werden das wohl nicht sein - da bin ich relativ sicher ;)

Bezüglich des Maisanbaus speziell für Biogasanlagen gibt es übrigens Zahlen. In Bayern sind es ca. 25% (130.000ha) der Maisanbaufläche die für Biogas verwendet werden (Quelle: Lfl Bayern). Bundesweit spricht man von bis zu 37%. (Quelle: Deutsches Maiskommitee)

Und ja, auch Getrede wurzelt flach ebenso wie Mais. Der kleine Vorteil den Getreide bietet ist die engere Bepflanzung. Insgesamt wird also mehr Boden von Wurzeln gehalten als beim Mais. Zu Ausschwemmungen kann es aber natürlich auch bei Getreidefeldern kommen, keine Frage.

Ein weiteres Problem in diesem Zusammenhang ist die zunehmende Verdichtung der Böden. Dadurch dass immer größere Flächen bewirtschaftet werden müssen, kommen stetig schwerere Maschinen zum Einsatz welche die Böden nicht unerheblich verdichten. Das widerum führt dazu dass die Böden nicht mehr soviel Wasser aufnehmen und es schneller zu Ausschwemmungen kommt.

Was bleibt also?
Ackerflächen ausbaggern, fluten und sibirische Störe besetzen #6 ;)

Seriöse Fakten sind nix für die spendensammelnde Schützerindustrie und ihren parlamentarischen Arm, die GRÜNEN - die glauben auch an Globuli..

Machen nur Kopfweh beim "besser sein" (wollen) ohne Ahnung und fundierte Grundlage..

Fruehling 06.10.2017 20:46

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Zitat:

Zitat von Franz_16 (Beitrag 4725572)
...Was bleibt also?
Ackerflächen ausbaggern, fluten und sibirische Störe besetzen #6 ;)


Bingo! :m

Ansonsten weiß ich's auch nicht...

Fernab der Biogasproblematik ist die Massentierhaltung sicher ein weiteres Übel. Bemerkenswert hierbei ist, daß sich daran selbst bei vernünftigem Fleischkonsum der Bundesbevölkerung nichts ändern würde, da Deutschland längst zu den weltweit größten Fleischexporteuren gehört.

So blutet sie also vor sich hin, die Schwarze Null... :(

geomas 06.10.2017 20:52

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Zitat:

Zitat von Thomas9904 (Beitrag 4725561)
Nicht an der Havarie sind die GRÜNEN und Schützer schuld - an der Umgestaltung der Gesellschaft und der daraus resultierenden Verwüstung von Landschaft und Landwirtschaft für umgeleitete Subventionen.

Der Unfall ist nur das Symptom..

Das Übel sind............................


Seh ich nicht so, kann aber andere Meinungen durchaus nachvollziehen.

Daß die Einspeisevergütung (EEG) für „Ökostrom” (der Begriff gefällt mir überhaupt nicht) zu vielen Auswüchsen geführt hat, ist offensichtlich.
Offensichtlich ist aber auch, daß die „Grünen/Schützer” nicht die besten Freunde der industriell betriebenen Landwirtschaft sind. Für Schweinemast im ganz großen Stil und riesige Maisfelder stehen andere.

Und für laxe Kontrollen oder vorschnell erteilte Genehmigungen von potentiell gefährlichen Anlagen auf der einen Seite und mögliche Bau- und Wartungsmängel auf der anderen Seite ist Geld, das fehlt oder gespart werden soll, das „Übel”.

Ossipeter 06.10.2017 21:15

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Ist ja toll, um was ihr euch alle kümmert! Wer hilft den Betroffenen? Wer sagt ihnen, was sie oder Wasserwirtschaftsamt, egal wer, wo an Wasserproben nehmen müssen. Nachweise über Fischbesatz, Fischbestand!!!! und jetzt erst recht über Fischsterben und auch verendete Fischnährtiere! Flora, Fauna, Habitat! Das ist ein Thema das angegangen werden muss. Aber welcher Fischereiverein kann diese Fakten liefern, wenn so ein Ereignis eintritt? Wo sind Anlaufstationen? Fischereiverband mit Zusage Rechtsschutz? DAFV? Geht ja um bundesweite Probleme, die aber wieder bestimmt "Ländergeregelt sind!" Ja, dann hebt doch mal euern Bürokratenarsch hoch und macht was!!

Fruehling 06.10.2017 21:27

AW: 500.000 Liter Gülle in Gewässer: "Grüner" Biogasstrom vernichtet massiv Fischbest
 
Na, hoffentlich die Schuldigen oder deren Versicherer.

Was machst Du, Ossipeter, außer ebenfalls hier zu schreiben? |wavey:


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