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Thomas9904 31.08.2017 20:46

Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
Redaktionell

https://www.Anglerpraxis.de/images/s...sterben_AB.jpg

Da werden Schützer jaulen:
Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?


Dass ich kein Freund der spendensammelnden Schützerindustrie um NABU, PETA; BUND; WWF, Greenpeace und Konsorten bin, ist bekannt.

Aber ich bin anscheinend nicht der Einzige...

Ein lesenswerter Artikel von Udo Pollmer, der in Deutschlandfunk erschien, weist die gleiche Richtung.

Udo Pollmer ist eigentlich Lebensmittelchemiker.
Sein Thema sind vorrangig Ernährung der Menschen, Nährstoffe, und wie man aus Boden und Gewässer am sinnvollsten und nachhaltigsten auch weiter Nährstoffe für eine wachsende Menschheit generieren kann, sowie Irrtümer und Legenden bei der Ernährung.

Aus seiner Sicht nimmt er nun Stellung zum treiben der spendensammelnden Schützerindustrie und deren in seinen Augen nicht positiven Einfluss auf Boden, Gewässer und Arten.

Ein lesenswerter Artikel unter der Überschrift:
Artensterben
Ruiniert der Naturschutz die Natur?


http://www.deutschlandfunkkultur.de/...icle_id=394763

Für uns als Angler interessant der Teil, in dem es um Gewässer und Fische geht.

Zitat:

Zitat von Deutshlandfunk
Dank Gewässerschutz gibt’s kaum noch Fische

Wenn die Insekten sterben, dann sterben, wie es heißt, auch die Vögel. Stimmt. Nachgewiesen wurde dies an unseren Gewässern. Und zwar anhand des Verschwindens der Fische – aber nicht, weil sie in der Gülle ertrinken, sondern weil das Wasser zu sauber ist. Die Ringkanalisationen verhindern jedweden Zufluss an Nährstoffen. Viele Fischer mussten in den letzten Jahren ihren Beruf an den Nagel hängen: Dank Gewässerschutz gibt’s kaum noch Fische.

Der Mangel an Nitrat und Phosphat nimmt zunächst dem Plankton die Lebensgrundlage. Das aber steht am Anfang der Nahrungskette. Finden Kleinstlebewesen wie Mückenlarven kein Futter mehr, dann verhungern auch Fische und Vögel. Das ist, so Professor Werner Reichholf, der Grund für das Verschwinden von Mauerseglern und Teichrohrsängern an unseren Seen. So ruiniert der Naturschutz die Natur. Mahlzeit!

Da bin ich mal gespannt auf eure Sichtweise.

Denn das wird sicher eine Ansicht sein, die auch unter Anglern kontrovers aufgenommen und diskutiert werden wird.

Thomas Finkbeiner

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Aktualisierung 01.09. 2017 7 Uhr 20

Ein Beispiel:
Die Schützer haben es mit Behörden geschafft, den Bodensee extrem, in den Augen vieler, negativ, zu verändern.

Nur wer Menschen grundsätzlich als schädlich und nicht, auch mit ihren Auswirkungen, als Teil der Natur versteht, kann wollen, dass es gar keine Menschen gibt.

Wie der niedersächsische NABU-Vize Dr. Büscher z. B:
Zitat:

Zitat von Thomas9904 (Beitrag 4532231)
Thomas Finkbeiner

PS:
Der anwesende NABU-Mann war Nick Büscher und er ist stellvertretender Vorsitzender des NABU-Landesverbandes Niedersachsen (Gymnasiallehrer und promovierter Philosoph, das Thema seiner Doktorarbeit war Anthropofugalität (siehe http://literaturkritik.de/public/rez...p?rez_id=19581), Es wird darunter ein philosophischer Ansatz verstanden, der nicht nur die erhabene Stellung des Menschen innerhalb der Gattungen in Frage stellt, sondern auch die Sinnhaftigkeit menschlicher Errungenschaften bezweifelt, ja in ihrer Konsequenz für unseren Planeten gar als desaströs anerkennt.) , er wäre vor allem bei meinem Grußwort nicht mehr aus dem Kopfschütteln rausgekommen..

Naja, wenn ich vom Schutz für und mit Menschen formuliere und schreibe und er in seiner Doktorarbeit von einer Welt ohne Menschen schreibt, ist schon klar, wo Unterschiede liegen.

Solche Leute wollen dann auch die Rückführung von Kulturlandschaft zu einer Natur OHNE Menschen, ohne anthropogenen Einfluss, zumindest aber Vor-Kolumbus (auch so ne irre Forderung, wie wenn das heute noch gelingen würde.. ).

Dabei ist der Bodensee jahrtausendealte Kulturlandschaft MIT und durch Menschen MIT Eintrag von Nährstoffen durch Menschen.

Woran für mich nix Schlechtes ist per se.

Denn das man mit Düngen höhere Erträge erreicht, ist nix Neues - ebensowenig, dass ÜBERdüngen schädlich ist. Die Frage ist das Maß!

Dass die Überdüngung im Bodensee mit der Industrialisierung geschadet hat, ist unumstritten.

Dass das runterfahren der Nährstoffe daher Sinn machte (Kläranlagen) auch nicht.

Dass die Schützer in ihrem Ökowahn und dem Wunsch nach eine Welt ohne menschlichen Einfluss dann zusammen mit den Behörden übertrieben haben, da scheiden sich dann die Geister.

Nicht Angler oder Fischer veränderten den Bodensee negativ - sondern Schützer und Behörden!
Es waren aber weder Fischer noch Angler, sondern Schützer, die vorschlugen, statt einer leichten Nährstofferhöhung besser Massentierhaltung und Felchenmast einzusetzen, zudem NICHT mit den im Bodensee lebenden, nicht dafür geeigneten.

Es waren NICHT Fischer und Angler, sondern Schützer, die durch übertriebene Nährstoffreduktion die jetzigen Probleme nicht nur mit Wirtschaftsfischen wie Felchen, sondern auch die Probleme mit Zusammensetzung des Fischbestandes zu verantworten haben.

Während beim runterfahren der Nährstoffe zwischendurch mal ein recht ausgewogener Bestand erreicht wurde, der zudem einen guten Ertrag erbrachte, wurde da nicht aufgehört, sondern weitergemacht.

Dass Barsche nun mal bestimmtes Plankton beim aufwachen und zum wachsen brauchen und Felchen sich davon ernähren, dass Futterfische auf Plankton angewiesen etc., weiss jeder.

Dass diese Grundlage (Plankton) mit immer weniger Nährstoffen dann immer weniger wird und damit sowohl Futter für Felchen wie Futterfisch für Räuber fehlt, ist nachvollziehbar.

Dass damit gerade Schützer (und NICHT Angler oder Fischer) den Prozeß in Gang setzen, mit dem man heute zu kämpfen, hat, dass sich der Bestand komplett verschiebt und absolut negativ entwickelt, kann man aus Pollmer ableiten und unterstütze ich.

Dank Schützer und Behörden nun "Problemfische"
Der Stichling hat sich so massiv vermehrt, dass er teilweise bis zu 80% der Fischbiomasse ausmacht.

Wegen der "Arbeit" von Schützern und Behörden!

Dazu ein bisschen Lesestoff:
Schnelle Anpassung:
Gleicher See, anderer Fisch

Gewässerschützer und Fischer einig: Stichling bringt Felchen in Not

Der Killer im Bodensee: Fisch des Jahres 2018 vom DAFV

Bodensee: Österreichische Fischer geben auf

Dafür dann der feuchte Traum der Schützer:
Bodensee: Fischmast statt Wildfisch

Und das soll dann der Beitrag der Angler sein, nachdem Schützer und Behörden versagt haben:
ABKNÜPPELN VON JUNGFISCH!!

Das versuchen die "Schützer" der EU gerade ja auch für den Dorsch in der Ostsee durch zu setzen:
EU: Untermaßige Dorsche sollen von Anglern abgeknüppelt werden


Dazu noch der von den Schützern gegen jede Vernunft und wissenschaftliche Erkenntnisse gepäppelte Kormoran.

Dann ist das schützergemachte Desaster am Bodensee (und vielen anderen Gewässern) perfekt:
Studie: Reduzierung auf Stand der 90er-Jahre:
Studie zu Kormoranen am Bodensee belegt Schäden an Fischbeständen


Weil man Schützern und Behörden ihre Spielwiese für dogmatischen und menschenfeindlichen Schutz lässt und die Bevölkerung denen noch jeden Dreck glaubt, daraus resultieren in meinen Augen mit hauptursächlich solche Probleme wie momentan im Bodensee!

Thomas9904 31.08.2017 21:03

AW: Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
PS:
Wer lieber hört statt liest, das Ganze auch als Podcast:
Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?

Leech 31.08.2017 21:29

AW: Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
So und so.
Naturschutz ist an einigen Stellen (da sind wir uns garantiert auch einig Thomas #h) absolut notwendig.

So ist die Natur zu schützen vor:
- Giftstoffen (Schwermetalle etc), die langfristig nicht mehr aus dem Ökosystem verschwinden, weil schwer abbaubar, und die im Ökosystem nicht natürlich vorkommen
- Raubbau an den natürlichen Ressourcen direkt - also unnötiges Entfernen von Lebensgrundlagen von Tieren

Bei allen anderen Dingen kann die Natur vor allem in Fließgewässern moderate Verunreinigungen gut selbst kompensieren - und biologisch ist davon auszugehen, dass sich die Ökosysteme sogar auf diese Kompensation im gewissen Maße eingestellt haben.
So ist ein Teil der natürlichen Nahrungskette auf die zusätzlichen Stoff eingestellt, die dann auch dem Gewässer nicht schädigen, weil sie sofort in für das Ökosystem nutzbare Biomasse umgesetzt werden.
Bei Stehgewässern ist dies aufgrund mangelnder Wasserzirkulation anders (siehe u.a. das Umfallen eines Gewässers bei fehlender Filterung und ständigem Zuschütten von Nahrungsmitteln).

Prämisse: Der grundlegende Naturschutz ist in bestimmtem Maße sinnvoll, an anderer Stelle aber zum Scheitern verurteilt - denn: Jeder Fluß ist anders. Kein Fließgewässer ist eine Schablone des Nächsten - alleine schon was Pflanzenarten angeht. Ich will auch keine mit Schwermetallen verpesteten Flüsse mit abgeholzten Uferrändern - der Rest ist dann den Umständen des Gewässers anzupassen.

bombe20 31.08.2017 21:51

AW: Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
der deutschlandfunk streut versöhnliche fakenews. mir ist gerade der aluhut geschmolzen.

Jose 31.08.2017 22:42

AW: Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
gestern oder so noch mal n feature über den bodensee gesehen (in irgendeinem ÖR-bildungskanal).
sauberer see, fischbestand im keller.

kenn ich, wenn ich nix zu knabbern hab, dann...

und noch ne anmerkung erlaube ich mir, als kind, das "im dreck aufgewachsen" ist.
glücklich und allergiefrei ich bin, weil fit gemacht in keimiger umwelt.

sieht heutzutage arg anders aus.

gibt da nen rheinischen satz "dreck hält warm" - wird jetzt negativ benutzt, weil "dreck", aber ich denk, der volksmund war schlauer.

kurzum: steigerung von sauber ist steril - und steril ist tot.

leider ist politik dreckig und färbt ab, also kein positives massensterben zu erwarten.


auch schade :m

angler1996 31.08.2017 23:07

AW: Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
Jose#6
als Kind in der Bergbauregion aufgewachsen ( alles mögliche von Uran bis Steinkohle ) In unserem Dorfbach Angeln?
Da waren nur Ratten.

Ich habe das vor Jahren schon mal aufgeworfen als Ralle mit der 24 noch öfter streitbar hier unterwegs war;
auf welchen Zeitpunkt wollen wir eigentlich die Uhr bei unseren Naturschutz/Arten Programmen etc. zurück drehen?
Keiner braucht und will Belastungen der Gewässer mit Schadstoffen -aber klinisch rein waren die nie, so mit etwas Chlor zur Abtötung und etwas Fluor für die Zähne angereichert:)
wir haben jedenfalls jetzt einige Gewässer, die den eigentlichen Bewohnern kaum noch Leben ermöglichen, na toll. Danke an die Verursacher. Grenzwerte für alles Mögliche sind ne feine Sache, nur sollten die auch Substanz haben und nicht vergessen, dass das ganze Leben nunmal nicht im klinisch reinen Raum stattfindet, sondern tatsächlich ein einzig andauerndes Risiko ist.
Gruß A.

smithie 31.08.2017 23:07

AW: Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
Zitat:

Zitat von Jose (Beitrag 4709240)
und noch ne anmerkung erlaube ich mir, als kind, das "im dreck aufgewachsen" ist.
glücklich und allergiefrei ich bin, weil fit gemacht in keimiger umwelt.

sieht heutzutage arg anders aus.

Dreck gäbe es ja noch genug, kommt nur nicht bei den Kids an, die "Generation-Feuchttuch" weiß das zu verhindern...

Einigen Gewässern würden weniger Nährstoffe mit Sicherheit gut tun, anderen nicht.
Leider scheint es unmöglich zu sein, einen Mittelweg zwischen ganz oder gar nicht zu finden.

Laichzeit 31.08.2017 23:42

AW: Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
Es gibt kein Gewässer, dem durch die Abwasserreinigung natürliche Nährstoffe vorenthalten werden.
Was aus der Kläranlage rausfließt, ist selbst bei den strengsten Grenzwerten nährstoffhaltiger als normales Fluss oder Bachwasser. Man kann nur mehr oder weniger mehr Nährstoffe einleiten.|wavey:

UMueller 31.08.2017 23:42

AW: Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
Der Pollmer ist doch ein falscher Prophet. Das beste " Dank Gewässerschutz gibts kaum noch Fisch ".|uhoh: Ach ja. Was ist mit den viel zu hohen Nitratwerten durch Gülle. Etwa kein Dünger? Neonicotinoide.Das meiste davon nimmt die Pflanze nicht auf und geht den Bach runter. Etwa kein Gift? Kormoran. Etwa kein Fischjäger?
Artensterben durch Naturschutz ? Nein, wohl eher durch Naturzerstörung.
Ist wohl eher so als wenn der Einbrecher ruft. Haltet den Dieb.

angler1996 31.08.2017 23:52

AW: Da werden Schützer jaulen: Artensterben - Ruiniert der Naturschutz die Natur?
 
Zitat:

Zitat von Laichzeit (Beitrag 4709257)
Es gibt kein Gewässer, dem durch die Abwasserreinigung natürliche Nährstoffe vorenthalten werden.
Was aus der Kläranlage rausfließt, ist selbst bei den strengsten Grenzwerten nährstoffhaltiger als normales Fluss oder Bachwasser. Man kann nur mehr oder weniger mehr Nährstoffe einleiten.|wavey:

naja, wenn ich das glaube, wieso fehlen die dann?#h


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