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Thomas9904 30.08.2017 07:48

EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwasser?
 
Redaktionell

https://www.Anglerpraxis.de/images/s...gverbot_AB.jpg

EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwasser?

Kommentar

Schon seit gestern geht das überall rum mit dem Vorschlag der EU-Kommission, den Aalfang in der Ostsee zu verbieten.

Für Fischer, aber natürlich auch für Angler, wie u. a. LN Online meldet:
http://www.ln-online.de/Nachrichten/...stsee-verboten
Zitat:

Nach Ansicht der Brüsseler Behörde ist ein solches Verbot notwendig, da die Bestände aus ihrer Sicht zu niedrig sind. Das Verbot sollte im kommenden Jahr für Berufs- und Freizeitfischer gelten, teilte die EU-Kommission am Dienstag mit. Unbeabsichtigt gefangene Aale müssten demnach ebenfalls unverzüglich wieder freigelassen werden
Das ist nun zuerst einmal ein Vorschlag, wie auch beim Baglimit Dorsch für Angler. Ob der dann als Verordnung auch in Kraft gesetzt wird, wird sich zeigen.

Auch im Süßwasser gibt es ja schon länger die ersten Fangverbote für den Aal (Baden-Württemberg, Rhein/Nebengewässer).

Das ist bis jetzt allerdings noch Ländersache, NOCH kann die EU NICHT direkt ins Angeln im Süßwasser eingreifen wie bei den Fangquoten für Angler im Meer.

Ob das so bleibt, bleibt abzuwarten. Auch Baglimit Wolfsbarsch und Dorsch für Angler kam ja letztlich ohne rechtliche Grundlage (weil dafür grundsätzlich die Mitgliedsländer und nicht EU zuständig).

Nur, weil sich die Mitglieder nicht wehrten, konnte das in der Verordnung durchgesetzt werden.

Und inzwischen schafft sich die EU ja selber die Voraussetzungen, Angler im Meer dann auch rechtmäßig regulieren zu können, wir berichteten, auch dazu Schweigen der Verbände:
Zusammenfassung des Vorschlages einer Verordnung des EU-Parlamentes mit technischen Maßnahmen für die Erhaltung der Fischereiressourcen und den Schutz der Meeresressourcen

Der Sprung der Angel- und Fangverbote von der Küste ins Süßwasser, da sich ja die Mitgliedsländer die Beschneidung ihrer Rechte gefallen lassen, ist da sicher nicht unwahrscheinlich.

Auch Baden-Württemberg argumentierte ja schon mit europäischen Vorgaben zum Schutz des Aales beim Aalangelverbot im Rhein und Nebengewässern.

Dass sowohl am anderen Ufer in Frankreich, auch in Rheinland-Pfalz und Hessen etc. munter weiter Aal gefangen werden darf, stört die GRÜN-SCHWARZE Regierung in Baxen-Württemberg nicht weiter.

Auch nicht, dass man im Koalitionsvertrag zwischen GRÜNEN und CDU den Ausbau der Wasserkraft stehen hat.

Der Wasserkraft, die vor allem den zum laichen abwandernden Aal in Massen schreddert.

Auch hier scheinen wieder Angler und Fischer der einfachere Gegner zu sein - und Wasserkraft ist ja grün und Kormoran muss geschützt werden.

Ein weiterer Punkt wird sein, in wie weit sich Angelvereine, Verbände und Bewirtschafter für Aalbesatz engagieren werden, wenn den Anglern der Aalfang verboten wird.

Während gerade Angelvereine und Verbände unter den Bewirtschaftern Geld und Arbeitszeit für den Aal in die Hand nehmen, bleiben Aalschreddernde Wasserkraft genauso unberührt wie der effektive Aaljäger Kormoran.

Man kann nur hoffen, dass nicht wieder einmal mit Einschränkung von Anglern und Fischern die Versäumnisse der Politik bei Reduzierung Wasserkraft und Kormoran kaschiert werden sollen...

Thomas Finkbeiner

Aktualisierung 02.09. 2017

Diese EU-Leute drehen doch absolut hohl, wie es hier die Aussage des Europaabgeordneten Werner Kuhn (CDU) beweist:
https://www.svz.de/regionales/meckle...d17710931.html

Zitat:

Der Europaabgeordnete Werner Kuhn (CDU) äußerte am Donnerstag in Brüssel Unverständnis über die Vorschläge der Kommission. Sie gingen beim Hering über die Empfehlungen der Wissenschaft hinaus, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Diese hatte eine Fangmengenkürzung um 38 Prozent vorgeschlagen.“ Beim Dorsch hätten die Wissenschaftler ein Fangplus von acht Prozent für vertretbar gehalten, die EU-Kommission wolle die Quote aber auf dem stark gekürzten jetzigen Niveau halten. Über den Aal sei mit der Wissenschaft noch gar nicht diskutiert worden, da eine Auswertung der seit mehreren Jahren laufenden Besatzprogramme noch nicht erfolgt sei, sagte Kuhn. Die zuständigen EU-Minister werden voraussichtlich am 9. und 10. Oktober über die Vorschläge der Kommission entscheiden.
Mit Blick auf den Aal, dessen Bestände als bedroht gelten, sprach Kuhn sich für eine Bestandsregulierung des Kormorans aus. Die Vögel fräßen mit Vorliebe Aal und ihr Bestand habe sich in den vergangenen 15 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern fast verzehnfacht. „Der Fraßdruck hat enorm zugenommen“, sagte er. Derzeit gebe es im Nordosten etwa 20.000 Brutpaare - 2.000 würden laut Kuhn ausreichen. Er forderte einen europäischen Kormoran-Managementplan mit Abschussquoten.

Egal bei welcher Art, hier geht alles scheinbar weit selbst über die Wissenschaftsempfehlung hinaus (da sind un. a. ja auch das anglerfeindliche "Wissenschafts"institut Thünen beteiligt).

Da werden wieder Angler wie Fischer verarscht.

Nach wie vor bin ich der Meinung, dass hier irgendwas schiefging und massiv von Seiten der spendensammelnden Schützerindustrie versucht wird, mit Aussagen in der Öffentlichkeit zu versuchen, Pflöcke einzuschlagen.
Thomas Finkbeiner

Scholle90 30.08.2017 09:51

AW: EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwass
 
Die IUCN listet den europäischen Aal "als vom Aussterben bedroht" bzw. sollen die Bestände in den letzten 20 Jahren um 99% eingebrochen sein. Dafür gibt es sicherlich vielfältige Gründe, unter anderem auch die illegale Glasaalfischerei. Diese werden ja zu Tonnen nach Fernost geschippert. Die Glasaale sollen das "Elfenbein" Europas sein.
Auch wenn laut den Fangmeldungen dieses Jahr ein gutes Aaljahr sein soll wird man also kurz über lang nicht über ein Verbot hinwegkommen. So bitter das auch ist. Aber gibt es ja für andere vom Aussterben bedrohte Fischarten bereits auch schon, diese sind halt nur teilweise wirtschaftlich nicht so von Bedeutung.

Thomas9904 30.08.2017 09:59

AW: EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwass
 
Der Glasaalfang (nicht Ostsee) wird übrigens sowenig wirksam angegangen wie Aalschreddernde Wasserkraft oder Kormoran..

Sonst wär ich dabei - aber wieder nur die Kleinen hängen, um die Politikeigenen Fehler zu kaschieren?

"Witzig" auch mit der Verbauung der Flüsse - gerade in B-W hat die GRÜN-Schwarze Koalition den Ausbau der Wasserkraft beschlossen, welche die Aale schreddert...

Um Politikversagen zu verbergen wird dann Angeln und Fischen auf Aal verboten statt dessen.

Auch ne Art von Politik..

.. nicht meine allerdings.

Da krieg ich nur das Kotxxx.....

stefan0975 30.08.2017 10:18

AW: EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwass
 
Würde ich in diesem Fall mal begrüßen (auch wenn ich kein Freund von strengeren Regeln bin), die Aalbestände gehen ihrem Ende entgegen und wenn es keine Einschreiten gibt, wird der Aal wohl in 15 Jahren der Vergangenheit angehören. Es gibt noch genug andere Fischarten in der Ostsee die sich schneller reproduzieren und auf die das Angeln auch Spaß macht. Meine persönliche Einstellung geht auch so weit, dass ich Fische die selten sind zurück setze, was aber nun mal beim Aal teilweise schwierig ist und von den wenigsten so gehandhabt wird, somit scheint ein Verbot wohl leider sinnvoll...

Thomas9904 30.08.2017 10:21

AW: EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwass
 
Zuerst ein Verbot aalschreddernder Wasserkraft, die zum laichen abwandernde Aal in Tonnen häckselt, zuerst Kormoranreduzierung, dann EU-Fischerei (auch auf Glasaal) einschränken, dann auch überall und nicht nur in der Ostsee ...

So ists nur ein "hängt die Kleinen" um das eigene Politikversagen der Großkopfeten in Politik und "Wissenschaft" zu kaschieren...

willmalwassagen 30.08.2017 10:28

AW: EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwass
 
In der Eu Aalverordnung steht schon lange drin, dass man auch gegen Predatoren(z.B.:Kormoran) vorgehen kann oder muss. Das selbe gilt für WKA's die man wenigstens zeitweise stilllegen kann.
Welcher Verband hat das bisher eingefordert und welcher Politiker umgesetzt?

exstralsunder 30.08.2017 10:29

AW: EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwass
 
Ok...das ist doch aber gar kein Problem.
Der DAFV wird das schon richten!
Zuerst kommt eine Erklärung, dass die Angler freiwillig eine Einschränkung des Angelns auf Aal hinnehmen werden.
Zudem wird ein Vorschlag unterbreitet, dass man den Aal nur noch vom 1.11.-31.12. jedes Jahres beangeln wird.
Natürlich wird das Mindestmaß auf 75 cm gesetzt. Untermaßige Fische und sämtlicher Beifang sind natürlich abzuknüppeln und werden der kommenden Quote (1/2 Aal /Tag) angerechnet.
Im zweiten Schritt stimmt man dann einer Quote zu. Selbstverständlich zu Gunsten der armen Fischer, welche natürlich auch ihren Lebensunterhalt bestimmen müssen.
Um nicht PeTa zu verstimmen, wird unverzüglich das Einbringen von Aalbrut in die Gewässer eingestellt.
Natürlich muss ein Natur schützender Verein auch für Öko Strom plädieren. Darum werden dann Seitens des DAFV - Hand in Hand mit dem Nabu- ab 2019 Fördergelder für den Ausbau der Wasserkraftwerke bereit gestellt.

Sharpo 30.08.2017 10:32

AW: EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwass
 
Tja, wenn die Politik die Grossen nicht packen kann und will muss halt der Kleine Angler und Berufsfischer darunter leiden.

Sharpo 30.08.2017 10:38

AW: EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwass
 
Zitat:

Zitat von willmalwassagen (Beitrag 4708483)
In der Eu Aalverordnung steht schon lange drin, dass man auch gegen Predatoren(z.B.:Kormoran) vorgehen kann oder muss. Das selbe gilt für WKA's die man wenigstens zeitweise stilllegen kann.
Welcher Verband hat das bisher eingefordert und welcher Politiker umgesetzt?


Meines Wissens keiner. Dies würde die Energiewende in DE schwer treffen.

Fantastic Fishing 30.08.2017 10:41

AW: EU will Aalfangverbot in der Ostsee für Angler und Fischer - wann auch im Süßwass
 
Und nächste Woche subventioniert man wieder grünen Strom aus Wasserkraft. Keiner der geschützten Aale wird kaum Absteigen können, geschweige Aufsteigen. Zuzüglich der Japaner, Chinesen, Franzosen und Spanier, die auf Glasaal aus verschiedenen Motiven unterwegs sind.

Wir Angler zahlen dann für alles doppelt und dreifach. Für uns, als Gruppe, wird dann eingeschränkt, als einer der wenigen Fürsprecher des Aals, bzw. der Fische. Klar auch Eigennutz, aber das ist wohl logischer als es nur sein kann.

Mal schauen, ich werde jedenfalls auch nichts mehr Wählen was mit diesem EU-Fanatismus, Fremdbestimmung und Realitätsentfremdung zu tun hat.


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