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Karstein 30.03.2004 11:00

Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
Hallo Weltgereiste,

wir wollen im September für ein paar Tage die Lachse im Campbell River besuchen - natürlich mit Fliegenausrüstung.

Habt ihr ein paar Tipps für uns bezüglich Rute (Einhand/Zweihand), Schnurklasse, Schnurtypen und gängigen Fliegenmustern?

Hoffende Grüße

Karsten #t

Karstein 26.04.2004 17:59

AW: Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
Leute - ich bin weder in der Mongolei noch am Südpol!!! Hat von euch ächt noch niemand an einem der bekanntesten Flüsse der Welt auf Lachs geangelt? 4901 registrierte Benutzer, und keiner war auf Vancouver Island...Muss ein wohlbehütetes Geheimnis sein...

fishhawk 11.05.2004 19:47

AW: Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
Ich war noch nie in Campell River, dachte aber immer, das wäre ein Zentrum für Salzwasserfischen.

Das das einer der bekanntesten Lachsflüsse für Fliegenfischer ist, überrascht mich jetzt doch.

Sockeye 12.05.2004 15:30

AW: Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
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Sorry, aber ich war dort auch noch nicht. Das heisst ich kann Dir leider keine verlässlichen Tipps geben.

Also mal Googeln und herausfinden welche Lachse (Arten) den im September zu erwarten sind.

Für Rotlachs (Sockeye) findest Du die eine Detailbeschreibung zum Angeln hier

Um dem Coho / King nachzustellen empfehle ich die die sog. Egg-Flys, welche jedenfalls in Alaska sehr fängig sind, da im Süßwasser die Lachse die Nahrungsaufnahme einstellen und nur noch aus Rivalität und Aggresivität zubeissen. Da provoziert ein Lachsei ausgezeichnet....

Zur Ausrüstung kann ich die nur empfehlen, Dir zu überlegen was ein 20KG Seelachs, ausgeruht an einer 10m Angelschnur für einen Tanz aufführt. So ähnlich und ein wenig extremer kannst Du Dir einen King an einer Fliegenrute vorstellen. Beim Coho sinds hald "nur" 6 -10 Kg, aber dafür schöne Sprünge und heftigere Fluchten.

hier noch ein Bild von den Fly Eggs:

Karstein 13.05.2004 08:35

AW: Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
@ fishhawk: immerhin nennt sich der Campbell "Capital of Salmonfishing"! Gut, die Canadier und Amerikaner neigen zu Übertreibungen, aber der Campbell liegt natürlich sehr nah für reisende Amerikaner und Angler aus Vancouver.

@ sockeye: danke Dir schon mal für die Fliegenmuster! Gestern war ich bei Alexander Koss hier in Berlin im Laden, der schon viermal am Campbell gefischt hat und nun jedes Jahr den Lachsen in Alaska nachstellt. Er befürchtet, dass die Cohos noch nicht, die Chinooks aber immer noch da sind. Was mir ein Problem mit der Rutenwahl gibt: meine stärkste Einhänder ist eine 8er, und mit einer Bi-Händer in Canada erscheint mir recht exotisch - aber ich denke, ich werde eine 15ft 10-12er Zweihand mitschleppen. Allerdings ist der Fluss wohl nicht sehr breit.

Hast Du auch einen Vorschlag für europäische Lachs-Spinnköder, mal den Spin-o-Glow ausgenommen? Worauf beißen denn die Cohos, Chinooks und Sockeyes in Alaska?

Vielen Dank schon mal!

Karsten

Sockeye 13.05.2004 11:27

AW: Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
Also was Du dir deutlich machen musst ist, das alle pazifischen Lacharten den Fluss hinauf schwimmen um zu sterben. Der pazifische Lachs fängt mit dem Eintritt ins Süßwasser mit dem Sterben an. Er stellt jegliche Nahrungsaufnahme ein und ein noch so appetitlicher Happen, den er im Meer sofort genommen hätte, hat keinerlei Reiz mehr.

Chinook und Coho haben in den ersten 1-2 Wochen noch einen Fressreflex, der jedoch rapide mit der Zeit im Süßwasser abnimmt. Der Sockeye ist schon fast den Friedfischen zuzuordnen und wir auf Garnichts beissen.

Die Angeltechnik hängt von vielen Faktoren ab:

1. Im Bereich der Flussmündung (0 - 20 Meilen) ist mit frischeren Lachsen zu rechnen, die erst aus dem Meer gekommen sind. Dort sind grosse Blinker für den Coho fängig.
Ist das Wasser klar, sind dunklere Farben (Bspw. Schwarz/Silber, Grün/Silber)fängiger. Bei Trüben leuchtendes Rot / Silber.

Für den King hat sich der Qwikfisch mit Heringswicklung mit Spin-Glow im Mündungsbereich als guter Köder etabliert.

Fliegenfischen ist dort eher zwecklos.

2. Sind die Lachse länger im Fluss (mittlerer Flussbereich) sind ge"cured"te Lachseier immer noch der Beste Köder. (Immer die der Zielsorte: also King - Kingeier und Coho - Cohoeier). Diese werden als Konkurrenzgelege angesehen und vernichtet. (Aber nicht überall erlaubt)

Die Fliege kann in Ruhezohnen erfolgreich sein (Pools, oder im Stömungsschatten von Felsen) Aber nur flache Bereiche. Ist das Wasser tief genug verweilen sie eher am Grund und man verwendet die Egg-Fly als Nassfliege mit vorgeschaltetem Blei. (Aber: hohe Dolly Varden und Forellenquote)

Mit schweren Blinkern die Lachse "nerven" und immer wieder kurz über Grund das selbe Loch / Pool / Stömungschatten durchblinkern bis er genervt zubeisst.

3. Im oberen Flussgebiet - Laichbereich oder kurz davor.
- ist das Revierverhalten ausgeprägt. Durch das flachere Wasser sind alle mögliche Fliegen fängig hauptsache groß und nervig (für den Lachs)

Egg-Flys funzen auch prima, vor allem wenn mans auf räubernde Regenbogenforellen abgesehen hat...

Klar, Lachseier sind hier der "Killer" aber meistens verboten.

Steve hat mal auf Sicht einen 40pfünder King mit der Fliegenrute fangen können. Eine halbe Stunde musste er dem King immer wieder die Fliege vor die Nase halten bis der endlich zubiss..

Ich würde mich aber vertrauensvoll einem Guide anschliessen, jedenfalls für die ersten ein, zwei Angeltage. Er kennt die Aufstiegspassagen der Sockeyes und Cohos und wird Dir ein paar gute Pools für Kings zeigen können. Ausserdem weiss er über die aktuellen Regularien, Sperrungen, Quoten bescheid...die Canadier verstehen da keinen Spass!

Seeteufelfreund 13.05.2004 11:35

AW: Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
Da muss ich zustimmen:

Erst Guide und dann selber Fischen gehen,kommt Dir billiger.
Canadische Gefängnisse haben keine schwedische Gardinen.

Petri Seeteufelfreund

Karstein 13.05.2004 12:24

AW: Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
@ sockeye und Seeteufelfreund: jupp, Guiding wollte ich sowieso für einen Tag in Anspruch nehmen, kenne das sinnlose Glücksfallangeln an unbekannten Lachsflüssen schon von Irland und Norwegen her sehr gut.

Solche Tipps wie von Dir, sockeye, benötige ich aber für die Tackle-Zusammenstellung, will nicht unnützen Ruten- und Köderballast einfliegen dort drüben.

Der Campbell ist wohl ein relativ kurzer und nicht sehr breiter Fluss, hat auch einige kleine Zuflüsse mit Lachsaufstieg. Weiter oben ist eine Staumauer mit Fischtreppe, und der Beat davor soll Fly-Only sein. Tackle-Shops und Guides gibt es in Massen im Ort Campbell, da werde ich dann mal forschen.

Auf alle Fälle kommt auch noch eine 3,00m Sportex mit 75gr Wurfgewicht und eine 6501er Multi mit zum Blinkern, die Kombi hat sich auch auf atlantischen Lachs bestens bewährt. Dazu dann die 15ft Zweihand, das dürfte langen für salmon. Eine 10ft 7-8er hab ich ohnehin im Gepäck für Trout und Dolly Varden, die möchte ich auch ein wenig ärgern.

@ sockeye: wie groß sind denn die Hooks der Egg-Fly? Reicht ein 6er oder größer? Solche Eier hat Tanja nämlich schon selbst gebunden, die sehen denen auf Deinem Foto sehr ähnlich. Ich müsste nur noch Widerhaken plattdrücken.

Thanx a lot schon mal

Karsten

Sockeye 13.05.2004 13:29

AW: Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
6er Haken sind ok für die Dollys und Rainbows. Da ist die Färbung und Größe des Eies entscheidend.
- welche Lachsart laicht gerade ab? (Sockeye am kleinsten, Coho mittel, King große Eier)
- welches Stadium hat die Brut? (frisch gelegt - starke Rotfärbung, Laichzeitpunkt hat seinen Höhepunkt erreicht - eher weisse Eier mit rotem Punkt, Laichzeit eher vorbei - weisse Eier mit Faseresten - eher zerfranst.

Ist aber eher bei den Forellen wichtig.

Für Lachse lieber etwas größere Haken und kräftigeres Rot, die Eier möglicherweise sogar im "Cluster" verbunden...

Für den Sockeye kommen 1-2/0 er Haken zur Verwendung...is aber auch ne ganz andere Technik.

Ansonsten würde ich mir dort ein paar neopren Chestwaders kaufen um im Fluss zu waten, da das angeln vom Ufer aus, wenn nicht eh schon verboten, zumindest ökologischer Wahnsinn ist. Die 50-70$ sind gut investiert, weil man damit das Ufer nicht niedertrampelt, das kann bei manchen Hotspots wirklich apokalyptische Ausmaße annehmen indem das Ufer den Junglachsen keinen Unterschlupf mehr bietet, das Ufer erodiert und Laichgebiete zerstört und schliesslich zum Aussterben von Lachsstämmen führen kann.

Karstein 13.05.2004 13:38

AW: Campbell River: welches Tackle, welche Fliegen?
 
Wir werden mal die Ei-Produktion aufnehmen demnächst - vielleicht klappt das ja mit mehreren Schaumeiern in Reihe auf einem 1er Single.

Das mit den Waders habe ich auch schon überlegt: warum auf der Hinreise mitschleppen, wenn ´s die dort drüben günstig zu kaufen gibt? Obwohl ich eigentlich nicht so gerne im Wasser stehend angele - auch im Flussbett kann einiges kaputtgemacht werden. Aber hast schon Recht mit den Uferböschungen und der Erosion.

Habe da noch eine Special-Frage: wie sieht das mit Automatic-Schwimmwesten im aufgegebenen Fluggepäck aus, da war doch irgendein Verbot wegen der Gaspatronen? Oder hast Du Deine Rettungsweste nicht mitgenommen nach Alaska?


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