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edelkrebs
Edelkrebs


Edelkrebs (Astacus astacus)
Systematik
Unterordnung: Pleocyemata
Teilordnung: Großkrebse (Astacidea)
Überfamilie: Flusskrebse (Astacoidea)
Familie: Astacidae
Gattung: Astacus
Art: Edelkrebs

Wissenschaftlicher Name
Astacus astacus
Linnaeus, 1758
Der Edelkrebs oder Europäische Flusskrebs (Astacus astacus) ist der größte unter den in Europa heimischen Krebsarten. Er wird 15 bis 20 Jahre alt.

Etymologie des wissenschaftlichen Namens: Astacus ist vom altgriechischen Wort astakos (~„Krebs“) abgeleitet.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Beschreibung
1.1 Geschlechtserkennung
2 Vermehrung
3 Lebensraum
4 Verbreitung
5 Weblinks



Beschreibung
Der Edelkrebs kann bis zu 20cm (von Kopf- bis Schwanzspitze) groß werden und ein Gewicht von bis zu 350g erreichen. Am Kopf sitzen 2 Fühlerpaare, wovon ein Paar etwa 1/3 der Länge des Körpers haben. Das zweite Paar ist sehr kurz und nur aus der Nähe zu erkennen. Um die Augen herum befinden sich 2 Paar hörnerähnliche Gebilde (Postorbitalleisten), die die Augen schützen. Der Edelkrebs besitzt zwei Scheren, die zum Festhalten der Beute und zur Verteidigung dienen. Der Körper ist meist dunkelbraun bis rotbraun gefärbt, es kommen aber auch blaue Tiere vor. Der Kopf- und Rückenpanzer ist spitz auslaufend. Scherenunterseiten und -gelenke sind rot (wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Flußkrebsarten)


Geschlechtserkennung
Beim Männchen sind die letzten zwei Paare Schwimmfüßchen zu Begattungsorganen (Gonopoden) umgebildet. Diese Füße der vordersten beiden Hinterleibssegmente werden nach vorne geklappt getragen, so dass sie die (kleine) Geschlechtsöffnung (zwischen den letzten und vorletzten Beinpaaransätzen an der Unterseite des Thorax) komplett verbergen. Der Hinterleib (Abdomen) ist am Ansatz schmäler als der Thorax. Im direkten Vergleich zwischen Männchen und Weibchen hat das Männchen ein deutlich schmaleres Abdomen. Dieser Unterschied ist besonders deutlich von oben zu erkennen.

Das Weibchen erkennt man am besten, wenn es Eier an der Bauchunterseite (ventral) hat. Ansonsten an den Eileiteröffnungen (Gonoporen) an der Basis des dritten Schreitbeinpaares. Beim Weibchen ist die Geschlechtsöffnung (zwischen den letzten und vorletzten Beinpaaransätzen an der Unterseite des Thorax) relativ klein und liegt offen zu Tage. Die Geschlechtsöffnung des Männchens am 5. Schreitbein ist deutlich als weißer, weicher Hügel zu erkennen. Alle Schwimmfüße werden nach hinten getragen. Das Abdomen hat am Ansatz nahezu die gleiche Breite wie der Thorax. Die Männchen haben breitere und größere Scheren. Weibchen sind deutlich kleiner. Die Geschlechtsreife erreichen sie mit drei Jahren.


Vermehrung
Bei sinkenden Wassertemperaturen im Herbst erfolgt die Paarung. Dabei werden die Weibchen von den Männchen mit den Scheren festgehalten und auf den Rücken oder in Seitenlage gedreht. Die Weibchen sind bei Paarungsbereitschaft kooperativ, sodass auch weitaus kleinere Männchen in der Lage sind, körperlich überlegene Weibchen zu begatten. Bei dieser Begattung heften die Männchen mit ihren Befruchtungsbeinchen (Gonopoden), kleine weiße, etwa 1 mm starke stäbchenförmige Samenpaket mit Hülle (Spermatophoren), an den Weibchen an. Diese sind meist bauchunterseitig (ventral), zwischen den letzten Schreitbeinen oder am Schwanzfächer zu finden. Die Eier, 50 bis 400 Stück, werden vom Weibchen 26 Wochen unter dem eingeschlagenen Hinterleib getragen. Zwischen Mai und Juni schlüpfen die fast vollständig entwickelten Krebslarven, die während der ersten Tage einen Dottersack haben. Die kleinen Krebse sind fast durchsichtig und häuten sich nach etwa zehn Tagen zum ersten Mal. Die Jungkrebse bleiben ein Paar Tage beim Muttertier. Allerdings entwickeln sich höchstens 10 bis 20 % der Eier bis zum Jungkrebs.

Häutungen:

Jahr: 7- bis 10-mal
Jahr: 4- bis 5-mal
Jahr: 2- bis 3-mal

Lebensraum
Liebt sommerwarme, nährstoffreiche Gewässer der Niederung, er ist aber auch in Fließgewässern höherer Lagen zu finden. Die Sommertemperaturen müssen für 2 bis 3 Monate 16 °C erreichen, anderenfalls findet keine Entwicklung der Geschlechtsteile (Gonaden) und damit keine Vermehrung statt. Meidet sehr schlammige Gewässer, da er gerne Wohnhöhlen gräbt. Diese werden in den Uferböschungen angelegt oder aber unter Steinen, Wurzeln und totem Holz. Reagiert empfindlich auf chemische Verschmutzung, besonders auf Insektizide.


Verbreitung
Der Edelkrebs kommt in ganz Europa vor. Er fehlt nur auf der Iberischen Halbinsel, in Nordengland und Irland. Er wurde und wird aber durch die Krebspest stark dezimiert und gilt als bedrohte Tierart. Insbesondere durch die Ansiedlung amerikanischer Flußkrebsarten, die diese Pilzerkrankung übertragen und selbst dagegen resistent sind, ist der Edelkrebs stark gefährdet. Der Fang wildlebender Edelkrebse ist ohne behördliche Genehmigung in Deutschland nicht gestattet!
Letzte Aktualisierung: 06.01.2008 @ 18:07 
Hinzugefügt von: tacki1

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