PDA

Um die vollständige Version des Beitrags (mit allen Bildern und Grafiken) anzuzeigen, bitte auf den Titel klicken : Reisebricht B.C. Teil 1


Dxlfxn
13.10.2003, 12:37
So, ich werde schon mal langsam beginnen. Um meine Familie nicht zu sehr zu nerven, schreibe ich einen Mehrteiler und hänge später die Bilder an.

Die Organisation dieser Reise begann für mich bereits im Oktober 2002. Es war eine 3teilige Reise geplant: 2 Tage Heilbutt, 3 Tage
Skeena Area in der Nicolas Dean Lodge und 9 Tage in der Fraser-
River-Fishing-Lodge.
Für die Teile 1 bis 3 schlossen sich Ulli aus Schleiz, Peter aus Stuttgart und Christoph aus Hildesheim an. Für den Teil 3 kamen noch Manfred und Wolfgang aus Braunschweig, Helmut aus Salzgitter und Martin aus Augsburg hinzu.

Nachdem ich also meine ersten drei Mitreisenden in Frankfurt beisammen hatte gings mit LH über den großen Teich nach Vancouver. Dort verkürzten einige Biere die Wartezeit zum Flieger nach Terrace. In Terrace waren dann alle Heilfroh nach 22 Stunden Wartezeit in die Heia zu kommen. Am nächsten Morgen
Transport per PKW nach Prince Rupert zu Ernie. Hier wollten wir zwei Tage auf dem Schiff (11m) Heilbutt angeln und auch die Nacht verbringen.
Naja, mein erster Eindruck zum Schiff war: Anglerisch überaus brauchbar - aber beim pennen hatte ich schon so meine Bedenken, denn 2 meiner Mitangler hatten die 60 schon überschritten. Was solls. Ernie war ein lustiger und guter Fischer.
Einheimische bestätigten, ..."wenn Ernie nichts fängt, fängt keiner..."
Das an Bord bereitgstellte Gerät, alles Penn 340 GTI mit Nevercrack Ruten sah gut und gepflegt aus. Nach etwa 1 Stunde gingen die Montagen ( 250 Gramm Bleie, Drahtausleger, ganze Heringe mit je 2 6/0 Haken über Bord....
Es dauerte nicht lang, da gabs die ersten Rüttler - Anschlag bei Peter - nix. Beim nächsten mal saß der Anschlag und nach 60 Metern kam ein etwa 1m langer Dornhai an Bord.
So gings dann lustig weiter, bis dann bei Christoph der Widerstand doch etwas größer war. Bereits einige Meter unter dem Boot konnten wir dann der ersten Heili der Reise anschauen.
Mit großem Gejohle ging dann der erste Wunschfish von etwa 10 Pfund über die Angelplattform am Heck. Der Fisch wurde nach eingehender Betrachtung und dem obligatorischen Foto in der
Fischkiste gebunkert .
An diesem Platz fing dann noch jeder der Gruppe einige Haie und seinen jeweils ersten Heilbutt des Lebens. Die Fische hatte alle
eine Einheitsgöße von etwa 10 bis 12 Pfund. Ernie verlegt nun den Kahn und suchte einen neuen Platz. Es handelte sich zumeist
um sandige oder kiesige Bereiche unmittelbar oberhalb eines
Steilabfalls. Wir waren natürlich immer alle voll bei der Sache. Bilder von Fängen der letzten Wochen ( Heilbutt von 130 Pfund,
Lincod von 47 Pfund, Red Snapper von 44 Pfund ) ließen auch keinen Spannungsabfall zu.
Trotzdem nahmen die Fänge weiter ab und es wurden noch zwei Heilbutts gefangen. Mit brachte mein zweiter Fisch den besten
Fisch der Heilbuttpartie ein: 25 Pfund waren das Topergebnis.
Die Nacht verbrachten wir in einem kleinen Fjord in traumhafter
Lage. Wir hatten vorher einige Körbe für Dungeness Krabben ausgelegt. Ernie bereitete an seinem kleinen Herd eine herrliche Mahlzeit mit den frischen Krabben und frischem Heilbutt zu. Alle schlugen richtig zu und es blieb nichts übrig. Die Angeln wurden ausgelegt und man bereitete sich auf die Übernachtung vor. Als
Organisator wurde mir dann doch etwas Angst und bange: Eine
kleine Doppelkoje im Bug ohne große Belüftung und die umgebaute Sitzgruppe in der durch den Ölherd überheizten Kajüte sollten Nachtlager für 5 Erwachsene bilden! Ich verzichtete und zog mir meinen Überlebensanzu an, den ich bis jetzt wegen des strahlenden und ruhigen Wetters nicht angezogen hatte. Ich ließ den anderen das Schiffsinnere, legte meinen Schädel auf meine Reisetasche und mich nur mit der warmen Bekleidung direkt auf das GFK des Schiffsbodens. Der Wind und die Geräusche des Waldes versuchten mir ein Schlaflied
zu singen: Wolfs-/ Kojotengeheule, Wildgänse - urinierende Mitangler, knarrende Bremsen der ausgelegten Angeln ( Treibhloz oder riesige Seesterne ) verhinderten zu ausgedehnten Schlaf.
Gegen 2 Uhr stürzte dann Peter schreiend in Unterhose auf Deck.
Durch die angezogenen Beine in der kurzen Koje bekam er Krämpfe in beiden Beinen.
Am dann irgendwann endlich beginnenden zweiten Tag versuchten wir weitere Plätze um auch noch an größere Heilis zu gelangen. Es blieb aber bei weiteren unzähligen großen Haien und 2 weiteren Heilis der 12 Pfund Klasse.
Um aber hier nicht falsch verstanden zu werden: Es ging uns nur um den Fang eines größeren Exemplares. Wir waren uns von vorn herein einig, dass jeder Fisch über 50 Pfund wieder über Bord gegangen wäre! Wir halten das Töten von großen Heilbutten für eine Schande. Ein Foto mit einer großen und toten weißen Tischplatte erzeugt bei mir Ekel und keine Bewunderung. Die Verwertung dieser Fische ist zumeist nicht gegeben

Gegen Abend gings dann wieder zurück in den Hafen von Prince Rupert. Ernie filetierte die Heilbutts in einer so großartigen Art und Weise. Es ging ratz-fatz und es flog nur noch Karkasse auf Karkasse ins Wasser zurück. Der große Müllsack für uns alle enthiet dann etwa 20 kg feinsten Filets.

Fazit dieses ersten Reiseteils:
Skipper und Boot zum angeln bestens. Verpflegung und Versorgung and Bord kann ebenfalls nicht besser sein. Die Übernachtung an Bord würde ich nicht wiederholen wollen. Es brachte angeltechnisch keinen Zeitvorteil. Die Übernachtung in einem Bed- und Breakfast in Hafennähe wäre urlaubsgerechter
gewesen.
Ein Wermutstropfen, der noch einzufügen wäre und den ich bei einer erneuten Buchung vorher schriftlich verhindern würde: Jeder
gefangene Dornhai ging mit Bauchschnitt wieder lebend zurück ins Wasser! Eine Unart, die bei allen dortigen Skippern verbeitet ist. Ich wolle eine Klimaverschlechterung bei der engen Art des Zusammenseins nicht riskieren, da ich ja auch für die ganze Gruppe Rücksicht nehmen mußte. Aber das werde ich nicht noch einmal hinnehmen!

Ende Teil 1
Wenn jemand Ernie einmal buchen möchte - nur melden!

Noob-Flyer
13.10.2003, 13:06
Schöner erster Teil, ich freu mich schon auf die Bilder, denn Alaska und Umgebung ist für mich derzeit noch ein Traum:k

Mach weiter so!

TL
Noob-Flyer

udorudi
13.10.2003, 13:36
moin dolfin,
…yes, so ein ruhige decknacht hat schon etwas erholsames :q
mensch, da habt ihr ja echt einen langen ritt dorthin gemacht, aber ein sehr netter bericht - klasse…#h #h #h

gruß udo

Thomas9904
13.10.2003, 14:00
Der nette Bericht wird fortgesetzt werden - im Magazin. Dann kann dolfin nämlich alles auf einmal abliefern:-)



Datenschutzerklärung | Impressum | Kontakt





Webtipp: pilgern-heute.de