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Quantum Escalade 1130 FD Testbericht von Thomas Abicht

Quamtum Escalade 1130 FD

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Erster EindruckCIMG0795

Mit der folgenden Ersteinschätzung stehe ich nicht allein: Ich zeige die Rolle drei Freunden und lasse sie den Preis schätzen. Wir alle schlagen einige Euro drauf. Kein Wunder, denn das schlanke Design des (Teil-)Aluminiumkörpers repräsentiert Schneid und Eleganz zugleich. Gut dosierten Details, wie die eingelassene Rücklaufsperre, und eine viel versprechende Ausstattung (vgl. links) runden die angenehme Gesamterscheinung ab. Erst auf den zweiten Blick fallen die verbauten Kunststoffteile ein wenig heraus, schaden der Optik jedoch nicht weiter. Angemerkt sei, dass die Rolle direkt vom Hersteller stammt. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob das Stück wahllos herausgegriffen ist, oder die gutmütige Fettung dem Standard entspricht und ich also eine Rolle in die Hand halte, wie sie jeder auch im Laden bekäme.

Technische Details

Schnurfassung: 0,28mm/145m

Übersetzung: 5,20:1

Gewicht: 307g

Einzug: 79 cm

UVP: 111€ (75€)

11 Präzisionskugellager aus Edelstahl, superschlankes Gehäuse mit Aluminium- Seitenplatten, Unendliche Rücklaufsperre, gelochte Aluminium-Long-Stroke-Spule, Großflächen-Mehrscheiben-Frontbremssystem, Edelstahl-Kurbel, großer Schnurführer mit Anti-Drall-System, Foot-Forward-Rollenfuß für bessere Rutenbalance, Zwei-Geschwindigkeits-Spulenhubsystem, fein justierbare Frontbremse, Ersatzspule aus Aluminium, Titanium Nitride-Schnurlaufröllchen.

Testbedingungen

Doch Aussehen ist nicht alles. Am Wasser sollte die Rolle nun auch unter Beweis stellen, was in ihr steckt. Meine Zielfische waren klar bestimmt: Barsch und Salmoniden hieß die Devise. Für ein solches Vorhaben erscheint die Rolle wohl möglich zunächst überdimensioniert. Wenn es aber gilt, leichte Köder im Forellenbach oder an größeren Seen entsprechend weit hinaus zu befördern, dann kommt man an der Escalade 1130 FD nicht vorbei. Sie bietet den erforderlichen Spulendurchmesser und wird im Ernstfall auch mit größeren Fischen ohne Weiteres fertig.

Je nach Gewässersituation und den Anforderungen, die die genutzten Methoden stellten, wurde die Quantum Escalade mit zwei unterschiedlichen Ruten (Berkley Series One Skeletor SES-70L, 2,10 m, 2-12g; Abu Garcia Fantasista Aozora Spinning, 2,13m, 5-25g) kombiniert. An beiden Ruten sorgte die Rolle für eine optimale Ausgewogenheit und damit fielen auch ihre 307g subjektiv nicht ins Gewicht. Auf die Spule kamen ein 0,20mm Monofilament sowie ein ca. 5kg tragendes Geflecht.

Als Köder kamen vor allem Gummifische zum Einsatz, aber auch Miniwobbler, diverse Twitchbaits, Popper und kleine Jerks wurden serviert; zwischendurch musste die Rolle zum Vertikalangeln herhalten. Damit wurde die Esacalade, was die Präsentation von Ködern betrifft, an ihrer unteren Leistungsgrenze erprobt. Torturen wie ein Salzwasserbad (für das sie ohnehin nicht ausgelegt ist) und das Fischen mit schweren Ködern blieben ihr erspart.

Gefangen wurden neben einigen schönen Barschen und Forellen auch Zander und kräftige Hechte bis knapp 80 cm, welche ab und zu die Bremse notwendig machten.

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Schnurverlegung

Multi- und monofile Schnüre werden gleichermaßen ordentlich aufgespult. Keine Schnurberge, kein Einschneiden in die unteren Lagen. Das Schnurlaufröllchen arbeitet souverän. Das ermöglicht weite präzise Würfe und selten Perücken.

Handlichkeit

An der Rute montiert zeichnet sich die Escalade durch angenehme und ausgewogene Laufruhe im Vor- und Rückwärtsgang aus. Alle Elemente sind leicht zugänglich und gut zu bedienen. Der Schnurfangbügel hält sicher, die Feder zeigt keinerlei Schwächen. Auch die Übersetzung ist in Ordnung und so büßt die Rolle selbst unter Last wenig an ihrer Leichtgängigkeit ein.

Bremssystem

Die Frontbremse arbeitet sehr gut. Sie springt sofort und ohne jedes Rucken an. Sehr gut ist auch, dass es für die genau Einstellung nur wenige Umdrehungen braucht. Das Bändigen großer Fische bereitet dank des Mehrscheibenbremssystems keine Schwierigkeiten.

Robustheit

Die gefangenen Fische konnten der Rolle nichts anhaben und das dürfte auch in der Folgezeit nicht anders werden. Wegen der verbauten Aluminiumschalen darf ein Verwinden ausgeschlossen werden. Das Messinggetriebe und die Achse sollten einiges mitmachen. Auch sonst hielten alle Teile dem rüden Umgang meinerseits stand. Die Lackierung ist bestens.

Verarbeitung

Äußerlich fallen keine Mängel ins Auge. Alle Komponenten schließen akkurat ab, nirgends ein störender Grat und bis auf ein kleines Lackbläßchen rundum so, wie es erwartet wird.

Allerdings wurde die Escalade insgesamt mit größeren Toleranzen gefertigt. Da kann es schon mal vorkommen, dass hier und da ein kleines Spiel entsteht, vor allem an der Kurbel und an den Armen des Schnurfangbügels. Ab und zu verfing sich die Schnur. Die Fixierungsmutter des Rotors hatte sich mit der Zeit gelockert, was sich allerdings unumständlich korrigieren ließ.

Fazit

Mit der Escalade hat Quantum eine taugliche Nachfolgerin der Incyte bereitgestellt, die bei ihrem moderaten Preis durchaus zu Recht das Herz vieler Spinfischer erobern wird.

Neben dem Design sind es vor allem ihre Wurf- und Bremseigenschaften, welche die Rolle auszeichnen. Super ist auch, dass zur Hauptspule, die zusätzlich mit einer keramischen Abwurfkante versehen wurde, eine zweite aus Aluminium mit geliefert wird.

Design 1,0

Schnurverlegung 2,0

Schnurlaufröllchen 1,0

Getriebe 2,5

Laufverhalten 1,5

Bügelklappmechanismus 1,5

Bremssystem 1,5

Verarbeitung 2,5


Thomas Abicht