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Quantum Escalade 1130 FD Testbericht von Kohlmeise

Testbericht über die Quantum Escalade 1130 FD

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Ich muss dazu sagen, dass ich berufsbedingt nicht so viel zum Fischen kam wie in „normalen“ Jahren zu dieser Jahreszeit, aber 2 mal in der Woche war ich doch am Wasser. Eingesetzt habe ich die Rolle bei allen Arten der Fischerei, vom Grund- und Posenangeln auf Karpfen und Aal bis zum Spinnfischen. Bei letzterem ging nicht viel, ich hoffte zwar, dem Main-Donau-Kanal den ein oder anderen Zander entnehmen zu können, leider bestätigten sich aber die Erfahrungen der letzten Jahre und so blieb es bei ein paar kleinen Barschen und einem schönen Rapfen, bei dem ich leider die Kamera nicht dabei hatte.

Aber auch so langte es zu schönen Fischen, z.B. diesem Karpfen mit etwa 7 Pfund, den ich auf Biegen und Brechen auf Tauwurm und Posenmontage in einem kleinen Bach fing.

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Ich fischte die Rolle mit einer 30er Mono und auch einer 13er Power Pro. Die Schnurverlegung ist bei beiden Schnüren vorbildlich, auch bei der Geflochtenen hatte ich keinerlei Probleme mit lose aufgespulter Schnur und Vertüdelungen. Auf dem Bild seht ihr, wie die Escalade die Power Pro verlegt.

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Als der Postbote vor einiger Zeit klingelte und das Päckchen mit der Rolle überreichte, musste ich natürlich sofort probekurbeln und war in Anbetracht einer gewissen Schwergängigkeit zunächst gar nicht angetan. Zum Glück hielt dieser Eindruck nur kurze Zeit an, nach einigen Angelsessions war sie „eingelaufen“ und zunehmend leichtgängig.

Es scheint wohl so zu sein, dass vom Werk aus ordentlich gefettet wurde, was ich nur begrüßen kann. Von der Optik der Rolle bin ich weder begeistert noch stößt sie mich ab. Sie hat zwar durchaus etwas einzigartiges, trifft meinen Geschmack aber nicht hundertprozentig. Aber was soll´s, eine Rolle soll schließlich in der Hauptsache gut laufen und keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Deswegen kann ich auch gar nicht mehr dazu sagen.

Die Escalade liegt gut in der Hand, wobei mir der nach hinten versetzte Rollenfuß nicht so sehr gefällt.

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Das liegt vor allem daran, dass ich beim Spinnfischen den Zeigefinger gerne am Blank habe und meine Ruten (zumindest die Eigenbauten) durch einen recht kurzen Vorgriff auch genau darauf ausgelegt sind, dies zu ermöglichen. Durch den versetzten Fuß rutscht meine Hand ein wenig nach hinten, so dass das Greifen über den Vorgriff hinaus schwerer wird. Ist aber wirklich nur ein kleiner subjektiver Schönheitsfehler, kein Qualitätskriterium. Ansonsten wirken das Gehäuse und die Anbauteile stabil und im Aufbau stimmig.

Im Drill, oder besser gesagt, generell bei Belastung, dreht die Escalade zufriedenstellend bis gut. Sie hat mehr Getriebequalität als so manche Rolle, die ich nach wenigen Monaten schon zusammengeschossen habe, kommt aber an das Monstergetriebe z.B. einer Slammer lange nicht heran. Ich habe sie schon rangenommen, sowohl beim Grundfischen als auch beim stundenlangen (und erfolglosen) Faulenzen über die Rolle. Wie gesagt, im Bezug auf das Getriebe passt die Rolle, es gibt aber auch besseres zum vergleichbaren Preis.

Zwei Punkte geben aber wirklich zu leichter Kritik Anlass: Der Bügelschluss funktioniert über die Hand gut, über die Rolle nur mit Schwierigkeiten. Außerdem würde ich es begrüßen, wenn die Federspannung ein wenig stärker ausfallen würde. Zum anderen wird bei meinem Modell die Kurbel nach einer Weile des Spinnfischens leicht locker und muss über die Konterschraube wieder nachgezogen werden.

Kleine Kritikpunkte zwar und keine Funktionseinschränkungen, aber ich erwähne sie dennoch. Ganz groß ist die Escalade hingegen bei der Bremsleistung. Die Frontbremse ist super fein justierbar und gibt sauber und absolut ruckfrei Schnur frei. Viele Bremssysteme einer vergleichbaren Klasse habe ich noch nicht gesehen, deswegen hier ganz klar die Note eins.

Mein Gesamtfazit ist überwiegend positiv: Ich werde die Rolle auch weiterhin einsetzen, und wenn erst die Schonzeit an meinen Hausgewässern vorüber ist, wird sie auch bald den ersten Hecht oder Zander zu Gesicht bekommen. Im Internet konnte ich schon Preise für 70-80 Euro für das getestete Modell finden. Das ist durchaus in Ordnung und im Preis- Leistungsverhältnis gut.

Zum Schluss noch die Zusammenfassung im bekannten Schulnotensystem:

Optik: 2 - 3

Stabilität, Robustheit: 2

Laufverhalten ohne Belastung: 2

Laufverhalten unter Belastung: 2 - 3

Schnurverlegung: 1 - 2

Bremssystem: 1

So, das war der kleine Bericht von mir. Hoffe geholfen zu haben, und nochmals danke für die Möglichkeit, an den Tests teilzunehmen.

Liebe Grüße,
Kohlmeise