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Quantum Escalade 1130 FD Testbericht von Case

Quantum Escalade 1130 FD

Erste Eindrücke:

Die Escalade wurde schön verpackt angeliefert, und sofort ausgepackt. Als erstes fiel mir das kleine Getriebegehäuse, und die im Vergleich dazu, recht große Spule auf. Raus aus der Schachtel, und erster Gedanke....Hoppla, die wiegt aber. Beim nachprüfen stellte ich fest, dass es nur 50 Gramm mehr waren als gewohnt, aber man merkt das halt.

Beim Gerätekauf habe ich folgende Philosophie entwickelt. Bei gleicher technischer Leistung bezahlst für Gewicht. Je leichter, desto teurer. Das bedeutet, dass ich pro Gramm weniger, sonst 1,5 Euros mehr bezahle. Und damit stimmt das Verhältnis wieder.

Beim Kurbeltest drehte sich die Spule nicht besonders oft, aber sehr satt. Nicht unangenehm, aber ich vermutete ein zu zähes Fett, und die Rolle kam erst mal paar Tage ins Gewächshaus, um bei unterschiedlichen Temperaturen das Fett in Wallung zu bringen. Das bewirkte gar nichts. Da ich kein haken oder störende Geräusche feststellen konnte, blieb nur noch die Folgerung, dass das Getriebe einfach mit engen Fertigungstoleranzen hergestellt wurde. Und da ich eher der technische Typ bin, habe ich das aufgeschraubt.

Getriebe

Solide Arbeit mit aufwändigen Teilen, Messingschnecke, kein Kunststoff. Das sieht sehr nach langer Lebensdauer aus.

Der optische Typ bin ich gar nicht. Aber meine Frau meint, dass das eine sehr schöne Rolle ist. Und wenn Sie das sagt, dann ist das so.


Vorbereitung:

Von der Rollengröße her war klar, dass die Escalade fürs Forellenspinnen zu groß ist. Es ist einfach eine echte 3000er. Also blieb mittleres Spinnfischen. Ich hatte noch ca. 110 Meter 8lb Power Pro zu Hause, und da mir klar war, dass ich die unterfüttern musste griff ich zu einer 30er. Dank der Ersatzspule war das kein Problem. PP drauf, Kurbeldrehungen gezählt, 30er hinterher. Und da war ich verblüfft. Es passten locker noch mal 100 Meter drauf. Umgewickelt und die Wicklung angeschaut. Am oberen, und unteren Spulenrand etwas weniger, im Bereich dazwischen mehr. Technisch sehr sinnvoll.

Wicklung

Als passende Rute hatte ich eine Kev-Pike ausgewählt, aber nach dem anschrauben merkte ich sofort, dass das überhaupt nicht passte. Die Kombi war total Kopflastig. Also schraubte ich sie an meine Lieblingsrute, eine Carat-Spin mit 2,4 Meter. Da passte sie perfekt. Die Kombi war besser ausgewogen als bisher.

Zum Testen der Bremse wurde die Schnur an einen Baum gebunden und bei verschiedenen Bremseinstellungen gezogen. In mittleren bis leichten Einstellungen ruckelte die Bremse heftig. Bei kräftiger Einstellung arbeitete sie normal, und gibt die Schnur gleichmäßig frei. Ich habe etwas Caramba eingesetzt, und es wurde auch besser, aber da müsste man schon noch mit anderen Schmierstoffen experimentieren. Ich kenne das von meinen wenigen anderen Kopfbremsrollen, und es ist der Hauptgrund warum ich schon lang keine mehr kaufe.

Praxis:

Da am ersten Einsatztag noch Raubfischschonzeit war, wurde die Rute zum Grundangeln eingesetzt. Und da ich auch noch wusste, wo ein Rudel ordentlicher Karpfen war, genau auf Diese. Einfach mit einem Bleischrot und 3 Maiskörnern auf Sicht. Die Bremse wurde auf eine passende Grundstellung gestellt. Ich hatte Glück, und konnte einen 67er Karpfen aus dem Neckar drillen. Eine gute Bewährungsprobe für Rolle, und vor allem für die Bremse. So en Flusskarpfen geht schon gut ab, also muss das Gerät passen. Mit der Grundeinstellung ging das nicht, also musste ich mit der Bremse spielen. Ist sie erst mal im Drillbereich eingestellt, lässt sie sich mit wenig Umdrehung sehr unterschiedlich einstellen. Ich war da gleich mal zu leicht oder zu fest. Aber das ist sicher Gewohnheitssache. Jedenfalls arbeitete die Rolle sicher, und ich hatte zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Bedenken.

Grundangeln

Die Hechtsaison begann mit einem Schneidertag am Neckar. Aber ich entdeckte ein Rudel Döbel und warf die mit sehr leichten Ködern an. Normalerweise eine Ursache für schlechtere Schnurwicklung und Perückenbildung. Nichts davon passierte. Sauber gewickelt, keine Knoten. Es gab da während der ganzen Testzeit nie Probleme.

Die echte Bewährungsprobe kam am Baggersee. Viele, weite Würfe, größere Köder.

Eine Beanspruchung an Gerät und mich. Zuerst mal einen passenden Effzett so weit wie möglich geworfen. Fliegt weit, sauber. Die Schnur wird gut freigeben.

Mir fällt auf, dass die Power Pro weniger Lärm macht als sonst. An was das auch liegen mag...es ist angenehm.

Nach 3 Stunden ist die Kombi sozusagen mit mir verwachsen. Die 50 Gramm Mehrgewicht sind eigentlich nicht zu spüren, der satte Lauf des Getriebes nicht kräftezehrend. Perückenfrei und gut zu handeln.

Einzig fiel mir auf, dass der Bügel beim heftigen Werfen ab und zu umklappte, und mein Köder vor mir im Wasser aufschlug. Zwar nicht oft, aber doch im Schnitt 1 Mal bei 200 Würfen. Das passiert sonst auch, aber bei der Rolle war das häufiger als ich es gewohnt bin.

Gefangen habe ich leider bisher nur kleinere Hechte. Aber auch die beanspruchen eine Bremse auf Schnelligkeit. Auch hier löste die Bremse in vernünftiger Zeit aus.

Hecht68-020611


Fazit:

Die Escalade ist eine angenehm zu fischende Rolle. Durchaus Ihr Geld wert. Hat ein gutes Getriebe, gute Wicklung, eine gute Balance, hat absolut Potential. Warum baut der Hersteller eine Bremse ein, die zwar so gut wie nötig, aber nicht so gut wie möglich ist ? Würde die Rolle absolut aufwerten.

Vielleicht bin ich diesbezüglich aber auch zu verwöhnt.

Ich werde die Rolle natürlich weiterfischen.. Sie ist ein Allrounder für alle Angelarten.  Eine robuste Technik in die ich Vertrauen habe und die auch mit Kampfstarken Fischen problemlos fertig wird. Quantum ist jetzt keine Marke mehr, die ich im Katalog überblätter sondern die ich mir jetzt doch näher anschauen werde.

Vielleicht gibt`s mal eine Kampfbremsler ?


Siegfried Woyke

( Case )