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Quantum Escalade 1130 FD Testbericht von boendall

Quantum Escalade 1130 FD


Ende März wurden am Anglerboard 10 Tester für die Quantum Escalade 1130 FD gesucht. Ich war einer der glücklichen 10, die diese Rolle genauer unter die Lupe nehmen durften um danach, wie es üblich ist, einen Testbericht zu erstellen.

Für Lesefaule: Zum Ende scrollen für das Fazit!

Für Lesewillige: Einfach schmökern.

Nach der Auswahl war es Ende April dann soweit, der UPS Mann hat mir eine Benachrichtigung hinterlassen, mein Päckchen wäre hier. Leider war ich auf der Arbeit und danach zum Essen von den Schwiegereltern eingeladen. Nach einem kurzen Anruf war schnell ausgemacht, dass der Bote an dem Gasthaus in dem wir waren vorbei muss und so lieferte er kurzerhand die Rolle dorthin, danke noch mal dafür!

Zuhause angekommen machte ich mich über das Päckchen her und begrabbelte mal die Spule:

Der erste Eindruck war „Interessantes Design, es wurde anscheinend viel Wert auf Gewichtsreduzierung gelegt, was das schlanke Getriebegehäuse erklärt.“


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Etwas stutzig machte mich die Befestigung des Schnurbügels, dar diese filigran erscheint und sich unter leichtem Druck biegen lässt. „Wie sieht es hier aus, wenn man einen härteren Drill hat?“

Nun stellte sich natürlich die Frage wohin mit dieser Rolle? Ich entschied mich für meine Carbo Star Spinnrute in 2,7m Wg: 20-60g. Für den Kontakt zum Fisch sollte es eine Berkley Fireline 0,12mm sorgen.

Beim Aufspulen stellte ich fest, dass die Rolle leicht läuft und die Schnur auch schön verlegt wird, immerhin will man ja das die Schnur beim Werfen vom Kopf pfeift, um den einen oder anderen Meter mehr Weite zu erzielen.

Da ich kein Fan von rumstellen an der Bremse während des Drillens bin und somit die Bremse für gewöhnlich einmal in der Saison einstelle, wurde auch die Bremse im Trockenlauf getestet: siehe da, fein dosierbar, der Griff fühlt sich gut an und die Schnur wird auch ohne rucken freigegeben.

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Soweit so gut ABER:

Da bei uns der Hecht (den ich ja unter anderem damit befischen wollte) bis 15.5 Schonzeit hat und berufsbedingt die Angeltage im Moment recht dünn gesät sind, hieß es die Zeit sinnvoll nutzen. Also mal eben einen Freitag genutzt und nicht länger als nötig in der Arbeit geblieben.

Ziel war die Teichalm, genauer gesagt der See dort. Angeln kann man dort auf die gängigen Salmoniden (Bach-, Regenbogenforelle bzw. Saibling). Das schöne dort ist, man entnimmt was man entnehmen will, sollten sich die Fische lösen lassen ist ein Zurücksetzen auch kein Problem. Fische die verangelt werden müssen nicht gekauft werden, weil der Besitzer gleichzeitig einen Gasthof hat und man die Fische dort abgibt, er verwendet sie dann eben für die Gäste. Fische, die man mitnehmen will, kauft man ihm einfach ab.

Der Plan war natürlich vorrangig C&r zu betreiben, leider verlief der Tag natürlich NICHT nach Plan: Über Webcam wurde in der Arbeit die Wetterlage ausgekundschaftet und siehe da: Bei uns strahlender Sonnenschein, auf der Alm, die ~50 km entfernt ist türmten sich die Wolken bereits auf. Eine Stunde später telefonisch angefragt und die Auskunft war „Es hat zugezogen, aber mittlerweile ist es wieder klar!“ Also rein ins Auto und ab dafür. Am See angekommen hatten wir diese Wetterlage. (Das Bild ist nicht unterbelichtet, es war so düster)

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Zur Begrüßung hörte man bereits den Donner im Hintergrund. Naja das Wetter auf der Alm ist eben schwer ein zu schätzen und der Wirt meinte: „Es kann noch Stunden so aussehen, man kann es heute nicht sagen!“ Damit keine Missverständnisse aufkommen: Regen macht mir nichts aus, aber bei Gewitter muss ich nicht unbedingt Blitzableiter spielen. Egal schauen wir was und vor allem wie lang es geht. Also Karte gelöst Rute ausgepackt und los geht`s. Schon bei den ersten Würfen stellte sich heraus „Das passt! Die Rolle läuft leicht, der Kontakt zum Köder ist gegeben, die Schnur pfeift schön über die Spulenkopfkante. Herz was willst du mehr? Außer vielleicht einen Fisch.“ Daraus wurde leider nichts, denn 20 Minuten nach dem ersten Wurf blitzte und krachte es gewaltig. PECH, dann eben in den Gasthof einen Kaffee trinken und warten, dass sich das Wetter verzieht, denn so ein Gewitter vergeht ja recht schnell… Wieder mal ein guter Plan, wieder hatte Petrus was dagegen.

Übrig geblieben sind ein paar Würfe, das Gefühl, dass die ganze Kombo passt und das Wissen, dass der Wirt kein schlechter Kerl ist, denn immerhin gab er mir das Geld für die Karte zurück, was ja auch nicht jeder macht, danke dafür.

Am Privatteich lief das ganze dann besser. Hier konnte sich die Escalade auch im Drill bewähren unter anderem bei Portionsforellen, wobei das eher unter Fisch holen, als unter angeln anzusiedeln ist.

Auch die Hechte ließen sich nach der Schonzeit nicht lumpen. Da der Bestand gut ist bekommt man schwer einen großen, weil vorher die Halbstarken zwischen 40 und 60 Zentimeter zuschlagen. Diese Hechte werden nicht fotografiert, weil sie keine Seltenheit darstellen. Nachdem ein Kumpel „zufälligerweise“ in der Gegend war, kam er am Teich vorbei. Also erstmal eine Pause gemacht, ein Elektrolytgetränk (Bier) angestartet und mit ihm gequasselt. Nachdem er die neue Kombo gesehen hatte, wollt er natürlich auch ein paar Würfe machen. Natürlich hatte ich nichts dagegen, da mich ja auch seine Meinung interessierte. Gesagt getan er macht ein zwei Würfe, bemerkt noch „Fühlt sich gut an“ und meint plötzlich „FÜHLT SICH SEHR GUT AN!!!“

Ergebnis: Ein Hecht mit 92cm und 7,4 kg.

Diesen mussten wir dann doch fotografieren, da man so was ja auch nicht alle Tage fängt.

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Somit bleibt ein erstes Fazit zu ziehen:

Optik: Gefällt mir sehr gut, wobei Optik eben auch Geschmackssache ist und die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind.

Qualität: Nach anfänglichem Zweifel wegen der Verbindung Schnurbügel zur Rolle, kann ich getrost sagen „Einwandfrei!“

Handling: Ich habe keine Sekunde darüber nachgedacht, also muss auch die Erreichbarkeit der Bedienelemente passen. Mir fällt so was immer dann auf, wenn an der Rolle etwas nicht so ist wie ich es mir vorstelle.

Schnurwicklung: Auch hier gab es nichts zu bemängeln.

Bremssystem: Die Schnur wird sauber freigegeben und die Bremse lässt sich fein genug einstellen.

Gesamtfazit: Die Quantum Escalade ist eine Rolle die ich sicher weiterempfehlen werde. Danke dass ich sie testen durfte, natürlich bleibt sie auch weiterhin im Einsatz und ich hoffe, dass sie mir noch den einen oder anderen schönen Fisch bringt.

Markus (Boendall)