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Home Ausrüstung Gerätetests Köder Testbericht: Balzer KÖFI Köderfischsysteme von Steffen Krämer

Testbericht: Balzer KÖFI Köderfischsysteme von Steffen Krämer

Testbericht: Balzer KÖFI Köderfischsysteme 

Erster Eindruck:

Die Verarbeitung aller drei Systeme macht einen guten ersten Eindruck. Stabile Materialien, sicher gequetscht und gute Haken. Aufgefallen ist sofort, das der Haken an der Haarmontage recht groß ist. Dies würde sich noch als nachteilig beweisen.

Die Blister Verpackung haut einen nicht vom Sessel, soll sie aber auch nicht. Die Verpackung macht das was sie soll, sie schützt die Systeme vor Verwicklungen und das tut sie super. Eine etwas detaillierte Beschreibung, speziell für das Spinnsystem, wäre eine feine Sache. Anfänger haben hier sicher ihre Probleme.

Test der Haarmontage:

Bei Ansitzen auf Aal sollte das System zeigen was es kann. Aufgrund der Länge von 50mm beim Haar, 28mm beim Stopper und einigen Montageversuchen ergab sich eine max. Köfi-Größe von etwa 6-8cm. Ein Test bestätigte dies, Köderfische von mehr als 10cm konnte ich nur noch schief oder verbogen aufziehen. Das beste Ergebnis erzielte ich mit Ködern um die 8cm, diese ließen sich sauber und gerade aufziehen, allerdings stand bei einigen der Haken für mein Empfinden sehr weit vorm Köder. Die Montage ist anfänglich sehr fummelig, man muss die Einhänger am Stopper alle etwas aufbiegen um das Stahlvorfach einfädeln zu können. Die Vorgeschlagene Montageart wo man den Fisch über die Kloake aufzieht ließ erfordert quasi einen perfekten Köderfisch. Ärgerlich ist die Tatsache dass der Haken nicht verschiebbar ist. Mehrfach montierte ich Köderfische die dann soweit unter den Haken rutschten, das dieser bis zu 3cm vorm Fischmaul stand. Einige Versuche der Montage endeten damit das der Fisch „gebogen“ auf das Haar aufgezogen wurden, da ich versuchte den Haken direkt vorm Fischmaul zu platzieren. Bei einem meiner Ansitze verzeichnete ich auf dieses System innerhalb von 3h 7 Bisse, allerdings konnte ich nicht einen Fisch landen. Man konnte recht genau beobachten dass die Fische ihre Beute aufnahmen, einige Meter wegschwammen und ihr Mahl einnehmen wollten. Doch bereits kurz nach dem „stehen bleiben“ spuckten sie alles wieder aus. Ich vermute das beim drehen der Köder der (teils weit vorn stehende) Haken berührt wurde und deshalb der Köderfisch losgelassen wurde. Ein kleinerer oder ein verschiebbarer Haken könnten hier Abhilfe schaffen.

Fazit:

Die Montage ist sicher für den einen oder anderen Fisch gut. Wenn man Köder in der perfekten Größe hat und der Haken wirklich nah am Maul steht, werden die Räuber dann auch sicher gehakt.

Das Posensystem:

Für die Verpackung und die Verarbeitung gilt das gleiche wie oben geschrieben.

Schon beim Auspacken hat man den Eindruck dass die verwendeten „Bauchdrillinge“ am System für große Köder konzipiert sind. Allerdings benötigt man bei großen Ködern wiederum genau solche. Die Montage ist wirklich simpel. Man schlauft den Köderfisch ein, fixiert den Einzelhaken an der Rückenflosse und befestigt die beiden Drillinge seitlich in der Flanke. Das System hält den Köder so fest das selbst „Gewaltwürfe“ möglich sind ohne das der Köder weiter fliegt als die Montage. Ködergrößen von 15cm bis 20cm lassen sich ohne Probleme händeln. Kleinere Köderfische lassen sich zwar montieren, allerdings stehen die beiden Drillinge dann über den Rücken oder die Schlaufe muss so klein gezogen werden das die Drillinge nur schräg angebracht werden können. Als optimale Größe für das System welches mir zur Verfügung steht haben sich Köderfische jenseits der 18cm erwiesen. Dort sind dann die Drillinge auch richtig zu montieren. Das Schlaufensystem macht es wirklich einfach einen Köderfisch gerade und vor allen waagerecht unter der Pose zu positionieren. Dieses System wird ganz sicher einen Platz in meiner Zubehörbox finden da es in verschiedenen Größen verfügbar ist.

Das Spinnsystem

Auch hier ist die Verarbeitung super.

Die Montage gestaltet sich etwas fummelig. Ich hatte beim ersten Versuch doch mehr Probleme den Fisch richtig zu montieren als ich anfangs dachte. Eine Anleitung wäre sicher hilfreich gewesen. Wichtig bei der Montage ist das durchstechen der Schwimmblase. Vergisst man dies eiert der Köder teils unkontrolliert durchs Wasser. Hat man den Köderfisch montiert kann man diesen nun, wenn man will, sehr agil und aggressiv führen. Schlägt man in die lockere Schnur vollführt der Köder wahre Purzelbäume. Führt man das System langsam wie einen Gummi-Shad taumelt er je nach verwendetem Gewicht langsam und verführerisch zum Grund.

Aufgrund eines Hängers und dem damit verbundenem Abriss konnte ich mit dem Spinnsystem leider nur einen Lauftest durchführen.

Fazit

Abschließend bleibt zu sagen dass alle Systeme durch eine tolle Verarbeitung auffallen. Man hat bei keinem den Eindruck dass die verwendeten Komponenten ihrer Aufgabe nicht gerecht werden. Die Vorfachdose ist bereits fester Bestandteil meiner Ausrüstung. Hier lassen sich alle Arten von Systemen sicher, verwicklungsfrei und schonend verstauen und transportieren.

Für mich hat sich als bestes System hier das Posensystem gezeigt. Fester Halt am Köder, leichte Montage, sehr gute Wurfeigenschaften und Topverarbeitung machen dieses System zu einem MUSS in jeder Box eines Raubfischanglers!

Eine Frage zur Ködernadel muss allerdings gestattet sein: Wenn man nicht gerade am Ebro auf 2m Welse angeln will, wer braucht ein solches Instrument welches einem im ersten Augenblick ein angstvollen Blick und im zweiten ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert? Ich habe sie nicht verwendet, sondern bin bei meinen kleineren Exemplaren geblieben, die sich in meiner Tasche befanden.


Die Testmuster:

Posensystem in Gr 3 mit 1/0er Einzelhaken und 2/0er Speerdrilling und 13Kg 7x7 Edelstahlvorfach

Spinsystem VARIO in Gr 3 für Köderfische von 7-12cm incl. Wechselblei mit 10gr

Haarmontage in Gr 3 mit 1er Haken und aus 7 x 7 Edelstahlvorfach incl. 5 spezieller Stopper


Steffen Krämer
www.baitcasters-erfurt.de