Wir waren vom 16 -bis 22. Juli 08 in Torsvaag mit sechs Ausfahrten an fünf Angeltagen dabei, wobei die längste Ausfahrt ca 13h ausmachte.
Um einen objektiven Test der Gummiköder durchzuführen standen mir drei Systeme im direkten Vergleich zur Verfügung.Bis auf eine Ausnahme ( Rotbarschtour ) habe ich ausschließlich mit den Gummifischen geangelt und sehr häufig gewechselt.
1. Gladiator 350 g ( Eigenbau ) VA Körper / 23 cm Gummifisch
2. Giant Jighead ( Dapotz ) 400 g / 23 cm Gummifisch
3. Royber Jig 300 g / Gummikörper
Fängigkeit. Alle drei Systeme brachten eine gute bis sehr gute Bissausbeute, wobei bei allen Systemen kaum Aussteiger zu verzeichnen waren.Der Royber Jig war besonders bei Dorsch und Seelachsbissen mit den Farben Seelachs und Hering erfolgreicher wie seine beiden Konkurrenten.
Mit der Bissausbeute im Vergleich zu meinen pilkenden Kollegen kann der Gummifsch aber nicht mithalten.
Laufverhalten / Auftrieb. Gladiator: da der Gummifisch in seiner ganzen Länge am VA Körper angebracht ist, ist ein sauberer Lauf schon bei geringsten Ködergeschwindigkeiten erkennbar. Er eignet sich besonders zum „faulen Fischen“. Auf Grund seiner schlanken Form ist eine gezielte Köderkontrolle auch bei Driften über 3 Kn ( 5-10 m über Grund ) gut kontrollierbar.
Royber Jig.:
bei langsamer Köderführung oder bei geringer Drift ist das Laufverhalten recht träge. Beschleunigt man den Royber Jig so entwickelt er ein sehr dynamisches, pendelndes Eigenleben.
Der rote Teller an der Schwanzflosse ist meines Erachtens nicht notwendig, das Laufverhalten in langsamer Drift wird zudem nochmals eingeschränkt. (Eventuell ist der gesamte Gummikörper
etwas zu hart.) Erst nach aufrauhen der Fläche hält der Kleber.
Um die Ködertiefe einigermaßen zu halten muss man stetig aktiv nachlassen, was unnötige Schleppweiten zur Folge hat, die fast immer außerhalb des Sonarbildes liegen. (der Stirnwiderstand ist zu groß)
Giant Jighead.: dito. wobei die Köderbewegung nur in senkrechter Bewegung aktiver wird.
Ködermontage. Royber Jig.: Die Befestigung des Gummiköders ist genial, einfachst und schnell durchführbar.
Der Gummifisch hält sicher und hält jede harte Attacke aus. Ich habe bis zu 50 verschieden große Fische damit gefangen ohne auch nur einen austauschen zu müssen.
Je ramponierter der Gummifisch war, desto mehr Vertrauen setzt man in das System.
Gladiator.: nur mit Werkzeug durchführbar,ansonsten verschleißfest und sicher
Giant Jighead.: die neue Widerhakenähnliche Befestigung ist besser und sicherer, man sollte aber über vormontierte Varianten verfügen.
Hakenmontage am Köder Royber Jig.:
Bei der ersten Betrachtungsweise war ich von der „ Schnack“ Lösung aus dem Gummiköder begeistert, das Ergebnis am Fisch jedoch ist schlecht bis mangelhaft.
Nach dem Biss löst das System wie gewollt sofort aus.Fast jeder Fisch verfing sich dann zusätzlich im Kopfdrilling oder umgekehrt Besonders das lösen der Fische wurde durch diesen Umstand erheblich erschwert, an ein schonendes zurücksetzen ist bei diesem System nicht zu denken, hat man einen Drilling frei - sitzt der andere Drilling fest .Diese Situation habe ich durch konsequente Demontage des Kopfdrillings erheblich verbessern können.
Ein häufigeres Aussteigen oder Fehlbisse habe ich dadurch nicht feststellen können so dass der Kopfdrilling in dieser Form
nicht nötig war und nur zur zusätzlicher Hängergefahr beiträgt, was auch zum Verlust meiner 300g Version geführt hat.
Nach relativ kurzer Einsatzzeit verdrallt die Stahldrahtverbindung bei der 300g Version derart, das diese durch einen Wirbel ersetzt werden musste.
Nach dem Verlust habe ich auch bei dem Royber Jig meine Hakenmethode angewandt, denn ich hasse es, gute Köder durch Hänger zu verlieren.
Wenn ein Fisch beißt spielt es keine Rolle ob der Haken unten oder oben, in Einschränkungen vorne oder hinten ist.
Unten hängende Haken erhöhen die Hängergefahr, also macht man sie nach oben.
Die Hakenbefestigung des Gladiators ist genial und einfach und lässt sich auch auf alle Systeme ohne großen Aufwand übertragen.
Im Rücken des Gummifisches befindet sich ein fest verklebter Magnet, der den Drilling fest auf den Gummifisch fixiert.
Der Drilling (Größe 12 ) wird mit starken Sprengringen und Wirbeleinsatz fest mit dem Vorfach aus 1,2 mm Mono verbunden.
Das Vorfach wird lose durch den Sprengring der Köderaufnahme geführt so dass die Sprengringe sich gegenseitig blockieren. Beim Biss geht der Anhieb dann ungehindert durch, und der Drilling löst sich direkt vom Magneten.
Der Haken sitzt im Fischmaul und der Köder gleitet über den Sprengring auf dem Vorfach.
Der Fisch hat somit auch durch heftigstes Schütteln keine Möglichkeit sich die Masse des Köders zu Nutze zu machen um diesen los zu werden.
Dieses System bringt eine 100% ige Fischausbeute und hat in den fünf Angeltagen mit dem Gladiator nie zu Hängern geführt.
Ein Test mit dem Rober Jig, wobei der Drilling mittels Sekundenkleber fixiert wurde, brachte die gleichen Ergebnisse.
Der sonst immer montierte Kopfdrilling geriet schnell in Vergessenheit.
Die von mir gewählt Hakengröße 12 scheint Überdimensional, ist aber in der Praxis genau richtig.Der Haken sitzt immer und er lässt sich einfach und Schmerzfrei lösen.
Die Drillinge am Royber Jig sind zu klein gewählt und stellen besonders bei sich drehenden Fischen wie Lump oder Seewolf eine schier unlösbare Aufgabe dar. Wenn alle sechs Haken gegriffen haben ist nur noch eine Radikalkur möglich.
Alle drei Testfarben wurden im laufe der Angeltage eingesetzt. Eine Fängigkeitsaussage ist stark an die eigene Ködervorliebe angelehnt und somit schwer zu treffen.
Da besonders die Farbgebung des Gladiators in schrill Rosa gehalten war, was in der Bissausbeute im Vergleich keineswegs
einschränkte, kann hier so gut wie alles Funktionieren.
Der Royber Jig ist im Vergleich zu den anderen Ködern am formschönsten und Qualitativ am oberen Level anzuordnen, was objektiv zu Spontankäufen auch bei dem sehr hohen Preis verleitet.Sollte er aber so in dieser Ausführung bleiben werden langfristig die Nachteile überwiegen.
Mit einem dicken „ Petri“
Richard Bertels
Royber Jig
Giant Jighead
Gladiator
Dorsch mit 300 g Hering
11 Kg Heilbutt auf Hering
15 Kg Dorsch auf Schellfisch
Hakensalat
einfache Magnetbefestigung im Gummifisch ( auch durch Heftklammern erreichbar.)
nach dem Anbiss gleitet der Köder auf dem Vorfach